Lamborghini Aventador Ein Kampfjet für die Straße

Die ganze Autowelt kämpft gegen den hohen Benzinverbrauch. Die ganze? Nein! Ein kleiner Sportwagenhersteller lässt sich die Lust auf Leistung nicht vermiesen. Lamborghini schickt den Aventador auf die Straße.
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Lamborghini Aventador

Lamborghini Aventador: Wer in dem Boliden aufs Gas tritt, wird aus dem Stand in 2,9 Sekunden auf 100 km/h katapultiert.

Berlin/DüsseldorfWenn der Aventador an den Start geht, werden die 20 Prozent Verbrauchsminderung zur Nebensache. Auch über den Preis von rund 313.000 Euro verliert kein Kunde ein Wort. Was zählt, sind allein das messerscharfe Design, der brüllend laute Sound und die schier unendliche Leistung des Motors. Mit 700 PS katapultiert der V12 den Wagen auf 350 km/h.

Kompromissloses Design

Schon das Design des Hochleistungs-Coupés ist kompromisslos. Wo andere filigrane Linien suchen und auf elegante Kurven setzen, ist der Aventador wie mit dem Beil geformt. Die Kanten sind scharf wie die Klinge eines Rasiermessers und die Proportionen beinahe Angst einflößend: Wenn sich der nur 1,14 Meter hohe, aber 2,03 Meter breite Zweisitzer wie ein Abfangjäger in den Rückspiegel schiebt, dann räumt jeder die linke Spur.

In 2,9 Sekunden von Null auf 100
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Wer sich erst jetzt zum Kauf des neuen Lamborghini Aventador LP 700-4 entscheidet und mit einer zeitnahen Auslieferung rechnet, hat den Kampf vorerst verloren. Denn der neueste Supersportwagen aus Sant'Agata Bolognese ist schon jetzt, trotz einer Jahresproduktion von 700 Exemplaren, für die nächsten 18 Monate ausverkauft – zum Mindest-Preis von je 312.970 Euro ...

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Das Herzstück des Boliden ist neben dem V12-Triebwerk das zweiteilige und nur knapp 150 Kilogramm leichte Monocoque aus hochfester Kohlefaser. Er wirkt wie ein besonders sicherer Schutzkäfig. Seine Karbon-Struktur hat eine extreme Steifigkeit, die schon zahlreichen Formel-1-Piloten bei schlimmen Unfällen das Leben rettete.

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Um in die 1,14 Meter flache Flunder einsteigen zu können, öffnen sich, wie schon bei den Vorgängern Murciélago, Diabló und Countach, Flügeltüren. Das Triebwerk wird dann per Knopfdruck gestartet.

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Bevor man mit dem rechten Lenkradpaddel den ersten von acht Gängen einlegt, kann man sich noch für einen Fahrmodus entscheiden. Drei Modi stehen zur Auswahl: „Strada“ für die moderate Kaffeefahrt auf den Boulevards dieser Welt, „Sport“ für die flotte Gangart auf der Landstraße oder auf der Autobahn. „Corsa“ nennt sich der bissig-böse Rennmodus.

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Ist er schneller als die Polizei erlaubt? Ja, definitiv.

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Ebenfalls aus der Rennsport-Königsklasse stammt die Federung mit Pushrod-Dämpfung, die perfekt auf das Höchstleistungs-Straßenautomobil abgestimmt wurde. Zusammen mit den Doppel-Querlenker-Radaufhängungen aus Aluminium und der Kohlefaser-Keramik-Bremsanlage ist der Aventador auf der Rennstrecke ebenso zu Hause, wie auf der hoffentlich tempolimit- und linkespurschleicherfreien Autobahn.

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Sechseinhalb Liter Hubraum, verteilt auf zwölf Zylinder. Das reicht für den rekordverdächtigen Standard-Sprint auf Tempo 100 in winzigen 2,9 Sekunden. Nach 8,9 Sekunden sind 200 Stundenkilometer erreicht. Und nur 24,5 Sekunden ab Start braucht der Highend-Lambo bis 300 km/h auf dem Tachometer angezeigt werden. Erst bei 350 Sachen nimmt der brachiale Vortrieb des 1,6 Tonners ein Ende.

Schießt er vorbei, sieht man ein Heck, das an einen Starfighter erinnert. Die LED-Rückleuchten glühen wie der Nachbrenner einer Turbine, die Lüfter für den unter Glas drapierten Heckmotor sind schwarz und bedrohlich wie der Schlund der Hölle. Und der Auspuff ist groß wie ein Jet-Triebwerk.

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Blitzschnell unterwegs, in einer Karosse, wie mit dem Beil geformt: Der Lamborghini Aventador ist ein Sportwagen für PS-Profis.

Die Parallele zum Düsenflieger ist nicht verkehrt: Sobald man sich unter den Guillotinengleichen Türen hindurch geschlängelt hat, fühlt man sich wie ein Kampfpilot. Festgeschnallt in enge, aber bequeme Sitze kauert man nur zwei Handbreit über dem Asphalt. Man sieht die Welt durch einen schmalen Schlitz und fixiert die ungewöhnlichsten Instrumente. Mit Monitoren statt analogen Zeigern bestückt, rangieren sie irgendwo zwischen Playstation und Kampfjet und haben beinahe hypnotische Wirkung.

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Für Vortrieb sorgt ein V12-Motor mit 6,5 Liter Hubraum und 700 PS. Damit ist erst bei 350 km/h Schluss.

Ein Triebwerk mit 6,5 Litern Hubraum Faszinierender ist nur der von einer roten Klappe geschützte Knopf auf der Mittelkonsole. Wo Jetpiloten ihre Raketen abschießen, startet der Lamborghini-Fahrer seinen Motor - auch das passt. Schließlich hat der Treibsatz im Heck 6,5 Liter Hubraum, 700 PS und 690 Newtonmeter Drehmoment. Damit macht er ein höllisches Spektakel. Und er prügelt den 1,6 Tonnen schweren Donnerkeil so brachial voran, dass man die Regeln der Physik fast vergessen mag.

Wer einmal in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 katapultiert wurde, nach 8,9 Sekunden bei 200 Sachen ist, und sich dann nach einer Geraden sehnt, die lang genug für 350 km/h ist, der weiß, warum der Lamborghini Aventador heißt. Das erinnert nicht nur an einen berühmten Kampfstier, sondern bedeutet auf Spanisch auch einen Tritt in den Hintern.

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Wer hier Platz nimmt, sitzt nur zwei Handbreit über dem Asphalt.

Zwar gelten Supersportwagen als hoffnungslos veraltet. Doch technisch ist der Avantador seiner Zeit sogar weit voraus. Die Karosserie ist komplett aus Karbon gebacken. Das sogenannte Pushrod-Fahrwerk kommt direkt aus der Formel 1, und das automatisierte Schaltgetriebe wechselt die sieben Gänge bestenfalls in 50 Millisekunden. So schnell sind nicht einmal Profis.

Verbissen im Asphalt

Das alles führt zu einem schier unvergleichlichen Fahrverhalten. Der Allradler beißt sich förmlich in den Asphalt, klebt in der Kurve und hält unbeirrbar seine Spur. Dabei lässt sich das Auto überraschend einfach und zahm fahren - zumindest, solange man im "Strada!-Modus unterwegs ist. Wechselt man allerdings auf "Sport" oder "Corsa", wird der Aventador mit jedem Tastendruck brutaler: Die Drehzahlen schnellen nach oben. Die Gänge schlagen im Getriebe ein. Der Allradantrieb neigt zum Übersteuern und lässt fein dosiert das Heck kommen. Eben noch protziger Boulevard-Bolide für Superreiche wird der Aventador so zum Präzisionssportwagen für PS-Profis. Mit entspanntem Fahren ist dann aber nichts mehr: Drei Runden reichen, damit das Hemd am Rücken klebt, die Knie zittern und die Hände feucht werden.

Fazit: Ein faszinierendes Spielzeug

Bei aller Begeisterung für den Reiz des Rasens: Auch mit Karbon-Karosserie und 20 Prozent weniger Verbrauch passt der Aventador so gut in die Zeit, wie eine Dampflokomotive auf die ICE-Trasse. Er ist hoffnungslos unvernünftig, überzogen teuer, vollkommen übermotorisiert, völlig überflüssig - aber wahrscheinlich genau deshalb so faszinierend. Den Geschmack der reichen Raser jedenfalls hat er getroffen: Bis Ende 2012 ist er schon jetzt ausverkauft.

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Im Aventador stechen ungewöhnliche Instrumente ins Auge. Es gibt Monitore statt analoger Zeiger. Und natürlich steht die Drehzahl im Mittelpunkt.

Datenblatt: Lamborghini Aventador LP 700-4
Motor und Antrieb: V12-Benziner Hubraum: 6.498 ccm
Max. Leistung: 515 kW / 700 PS bei 8.250 U/min
Max. Drehmoment: 690 Nm bei 5.500 U/min
Länge: 4.780 mm, Breite 2.030 mm, Höhe 1.136 mm
Leergewicht (trocken): 1.575 kg
Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 2,9 Sek.
Durchschnittsverbrauch: 17,2 Liter/100 km
Reichweite: 520 km
CO2-Emission: 398 g/km
Basispreis: 312.970 Euro

Lamborghini Aventador

Insgesamt ist der Lamborghini Aventador ein unvernünftiges, aber faszinierendes Auto.

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