Maserati Ghibli Diesel Mythos mit Mängeln

Bella macchina! Wer einen Ghibli fährt, darf sich der Aufmerksamkeit nicht nur Mitbürgern italienischer Abstammung sicher sein. Doch leider kann die Limousine nicht in jeder Hinsicht überzeugen.
  • Peter Eck
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  • Spotpress
Test: Maserati Ghibli Diesel - Mythos mit Mängeln Quelle: Maserati

Aggressive Front, aber kleine Schwächen: der Maserati Ghibli im Test.

Seien wir ehrlich: Es gibt eigentlich keinen rationalen Grund, sich einen Maserati zuzulegen. Deutsche Luxusfahrzeuge sind in der Regel perfekter gebaut, bieten mehr Assistenzsysteme und sonstige Optionen und sind auch nicht unbedingt teurer. Vom löchrigen Maserati-Händlernetz mal ganz zu schweigen. Wäre da nicht der Mythos der italienischen Traditionsmarke, dem auch wir erlagen und uns den Ghibli zum Test bestellten.

Die fast fünf Meter lange Limousine zählt zur Kategorie der oberen Mittelklasse, muss sich also in Deutschland vor allem mit Wettbewerbern wie dem Audi A6, der Mercedes E-Klasse oder dem BMW 5er auseinandersetzen, bzw. mit den wenigen anderen Importangeboten in dieser Klasse, wie Jaguar XF oder Lexus GS. Kein Wunder, dass der Ghibli die erste Maserati-Limousine war, die man mit Dieselmotor bestellen konnte. Der Selbstzünder aus der italienischen Motorenschmiede VM Motori trieb auch unseren Testwagen an.

Wenn es also keinen rationalen Grund gibt, einen Maserati zu kaufen, dann sollte es zumindest jede Menge emotionale Gründe geben. Neben dem erwähnten Mythos und dem damit verbundenen Gefühl, etwas sehr Außergewöhnliches zu fahren, könnte dies das Design des Fahrzeugs sein. Dafür hat man bei Maserati seit jeher ein Händchen, denn auch das Schwestermodell Quattroporte, mit 5,26 Metern eine echte Luxuslimousine, ist wunderbar gezeichnet. Und mit diesem teilt sich der Ghibli immerhin rund 50 Prozent seiner Bauteile.

Was die italienische Schönheit zu bieten hat
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So betörend kann eine Business-Limousine mit vernünftigem Dieselmotor aussehen: Unter dem Markendesign-Einerlei von Audi, Mercedes und BMW sticht der Maserati Ghibli angenehm hervor. Wobei einige Kaufinteressenten auch den leisen Auftritt der deutschen Limousinen zu schätzen wissen dürften.

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Markentypisch dürfen beim Design natürlich die drei Kiemen hinter dem Vorderrad und...

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... das Maserati-Logo am Dachbogen nicht fehlen.

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Das Dreiliter-Triebwerk stammt micht einfach aus dem Konzernregal, sondern ist eine italienische Entwicklung der Fiat-Tochter VM Motori. Der Selbstzünder leistet 275 PS und – viel wichtiger als reine Zahlenwerte – legt ordentliche Manieren an den Tag. Laufruhig und sparsam, aber bei Bedarf auch mit sanften Nachdruck.

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Zu dem besonderen Auftritt des italienischen Diesels trägt auch der Auspuffsound einen gehörigen Teil bei. Vom unmanierlichen Nageln eines Diesels ist beim Maserati nichts zu hören. Zwei Soundcomposer zwischen den insgsamt vier Endrohren erzeugen einen Klang, der eher an einen V8-Big-Block erinnert. Das stellt die Technik aber so an, dass das „komponierte“ Motorengeräusch keineswegs künstlich klingt.

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Von einer satten Klangkulisse untermalt, beschleunigt die Fünf-Meter-Limousine in unter sieben Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und zieht locker bis Tempo 250 weiter – wenn Sie diese Zahlenwerte allerdings öfters erreichen wollen, können Sie folgende Zahl vergessen: 5,9 Liter Normverbrauch.

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Bei einem Reisetempo von etwa 140 km/h lässt es sich im Maserati nicht nur deutlich sparsamer reisen – im Test waren dann 6,5 Liter drin –, sondern auch deutlich entspannter. Auch der optisch gelungene Innenraum läd eher zum langen Verweilen als zum Rasen ein.

Der „kleine“ Maserati ist tatsächlich ein echter Hingucker. Eine lange, elegant zum Kühlergrill mit dem natürlich integriertem Dreizack-Logo abfallende Motorhaube, eine sportliche, aber nicht übertrieben dynamische Dachlinie und das knackig, kurze Heck sind perfekt aufeinander abgestimmt. Eine wahre Augenweide, und es bleiben trotz der Linienführung im Kofferraum Platz für 500 Liter Gepäck und auf den hinteren Sitzen für zwei Erwachsene. Wie erwartet brilliert auch der Innenraum mit liebevollen Details, wobei nicht alle Materialien mit denen deutscher Wettbewerber konkurrieren können.

Wenn traditionelle Ottomotoren-Spezialisten plötzlich auch Diesel anbieten, auch eine Marke wie Jaguar musste ja vor einigen Jahren Selbstzünder ins Programm nehmen, ist immer Vorsicht angesagt. Passt der Motor zu den Emotionen, und ist das Aggregat insgesamt einfach gut genug? Nun, der 3,0-Liter-V6 ist zumindest keine Enttäuschung. Seine 275 PS müssen sich mit den immerhin knapp 1,8 Tonnen Gewicht nicht allzu sehr abmühen. Bis zu 600 Newtonmeter Drehmoment drücken auf die Kurbelwelle, das reicht allemal. Und mit unserem Testverbrauch von knapp siebeneinhalb Litern (Norm: 5,9 Liter) waren wir auch zufrieden.

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