Mercedes A-Klasse A wie Aufwertung

Flacher, enger, dynamischer. Mit der jetzigen Generation der A-Klasse brach Mercedes radikal mit dem Vorgänger – übertrieb es aber ein wenig mit der Sportlichkeit. Für mehr Komfort sorgt nun die erste Modellpflege.
  • Michael Specht
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Zwischen A 160 und Mercedes-AMG A 45 bieten die Stuttgarter die übliche breite Palette an Motorisierungen an.  Quelle: Daimler
Zwischen A 160 und Mercedes-AMG A 45

Die Stuttgarter bieten eine breite Palette an Motorisierungen an, die Preise für den kleinsten Mercedes gehen bis über 51.000 Euro.

Die Kritik der Fachmedien und der Kunden nahmen sich die Entwickler zu Herzen. Stets hieß es: Zu straff sei die A-Klasse, zu sehr auf Sportlichkeit getrimmt. Für die erste Modellpflege, intern „Mopf“ genannt und gewöhnlich nach drei Jahren Bauzeit angesetzt, setzte Mercedes diesen Punkt ganz oben auf seine „To-do-Liste“. Nun spendierte man dem erfolgreichen Kompaktmodell die adaptive Fahrwerksregelung „Dynamic Select“.

Debüt hatte das System in der C-Klasse. Mit „Dynamic Select“ lässt sich nicht nur die Charakteristik in der Dämpfung und im Handling beeinflussen, sondern auch die von Motor und Getriebe. „Wir schaffen den Spagat zwischen sportlichem Anspruch und einem Plus an Komfort“, sagt Jochen Eck, Leiter Gesamtfahrzeugerprobung. Dazu reicht ein Fingertipp auf den Schalter in der Mittelkonsole.

Daimlers Kleinster wird sportlicher und frecher
Mercedes spendiert der A-Klasse ein Facelift
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Das Konzept hat gegriffen: Die kompakten Modelle von Mercedes-Benz haben den Stuttgartern nicht nur jüngere Käufer beschert, auch die Stückzahlen stimmen. Gerade meldete das Unternehmen, die A-Klasse und ihre Derivate CLA und GLA sowie die B-Klasse legten im August mehr als 35 Prozent zu, da gönnt der Stuttgarter Autobauer dem kleinsten Benz ein Facelift, mit dem die Keimzelle der A-Klasse – die Limousine – jünger, sportlicher und frecher auftritt. Auch eine AMG-Variante ist wieder dabei, die mit ihrem 381 PS und verschärfter Optik bei sportlich ambitionierten Fahrern wildern möchte. Die deutsche Markteinführung des neuen Stuttgarters findet am 26. September 2015 statt.

Im Innenraum das gleiche Bild wie zuvor.
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Ein paar Zierleisten wurden ausgetauscht, die Instrumente erhielten eine geänderte Skalierung, neue Farben, Materialien und Stoffe sollen Frische ins Cockpit bringen.

Zwischen A 160 und Mercedes-AMG A 45
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Die Stuttgarter bieten eine breite Palette an Motorisierungen an, die Preise für den kleinsten Mercedes gehen bis über 51.000 Euro.

Neue Nomenklatur
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Vier Diesel-Vierzylinder kommen mit einer Leistungsbreite von 90 bis 177 PS, an deren Heck nun kein „CDI“, sondern schlicht ein „d“ steht.

AMG A-Klasse
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Das Einstiegsmodell in die AMG-Welt ist der A 45 4Matic mit jetzt 280 kW / 381 PS und 475 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Mit den 21 Mehr-PS muss sich der kleinste Daimler beim Thema Sportlichkeit keinesfalls verstecken. Den AMG-Spaß bietet Mercedes-AMG ab 51 051 Euro. 

Apple Car Play und Mirror Link verfügbar
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In diesen Tagen vor der IAA liegt beim Lesen der Ankündigungen der Eindruck nahe, gerade bei der jüngeren Fahrerschicht, spielen Konnektivität, Infotainment und die Integration des eigenen Smartphone eine größere Rolle als Pferdestärken. Ab Anfang 2016 sind bei der A-Klasse Apple Car Play und Mirror Link verfügbar, die das Telefonieren, Navigieren und Musikhören, das Empfangen und Senden von SMS und E-Mails über das Smartphone möglich, ebenso die Siri-Sprachbedienung. Zugleich hält die neue Telematik-Generation der Stuttgarter in die A-Klasse Einzug. 

Die neue A-Klasse
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Insgesamt umfasst das A-Modellprogramm 17 Versionen. Bei allen neuen A-Klassen fallen der Diamentgrill, die LED-Scheinwerfer (beim A 45 serienmäßig), die neu gestalteten Heckleuchten und die integrierten Endrohrblenden ins Auge.

Angewählt können die Einstellungen Sport, Comfort, Eco und Individual. Letzterer Modus erlaubt zum Beispiel ein weicheres Fahrwerk, aber eine direkter ansprechende Lenkung, ganz nach den persönlichen Bedürfnissen des Fahrers. Steht der Schalter auf Comfort, liefert die neue A-Klasse endlich jene Geschmeidigkeit, die man von einem Mercedes auch in diesem Segment erwartet.

Weder schlagen Kanaldeckel mehr unangenehm durch, noch nerven andere Unebenheiten im Asphalt. Und von seinem knackigen Kurvenverhalten büßt die A-Klasse trotzdem nichts ein. Das Auto macht verdammt viel Spaß. Für die meisten Versionen ist „Dynamic Select“ serienmäßig. Lediglich bei einigen handgeschalteten frontgetriebenen kostet es Aufpreis (95 Euro).

Mit der Modellpflege erweitern die Stuttgarter gleichzeitig das Motorenangebot. Künftig beginnt der Einstieg in die Mercedes-Welt mit dem A 160 (Preis: ab 23.746 Euro), unter dessen Haube nun 102 PS werkeln. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner liefert sein maximales Drehmoment (180 Newtonmeter) bereits bei 1.200 U/min. Dies verleiht ihm auf dem Papier zwar zu einer recht guten Elastizität.

Doch muss der Motor auch ein Gewicht von knapp 1,4 Tonnen bewegen und ist zudem länger übersetzt. Was sich besonders beim Beschleunigen im ersten und zweiten Gang zeigt. Hier wirkt der kleine Vierzylinder etwas zugeschnürt und kraftlos. Unbewusst gibt man ständig mehr Gas als man eigentlich möchte. Der Normverbrauch von nur 5,4 Liter rückt damit in weite Ferne. Im Alltag dürften es eher acht Liter sein.

Das ganz große Kino spielen die Stuttgarter mit dem Mercedes-AMG A 45 4Matic.  Quelle: Daimler
Das ganz große Kino spielen die Stuttgarter mit dem Mercedes-AMG A 45 4Matic.

Jetzt erhielt der Zweiliter-Turbomotor eine Leistungsspritze auf 381 PS, was ihn erneut zum stärksten Serien-Kompaktmodell der Welt macht.

Das ganz große Kino spielen die Stuttgarter mit dem Mercedes-AMG A 45 4Matic. Das sportliche Topmodell der Baureihe war auch schon zuvor eine Granate. Jetzt erhielt der Zweiliter-Turbomotor eine Leistungsspritze auf 381 PS, was ihn erneut zum stärksten Serien-Kompaktmodell der Welt macht. „Da war noch Luft drin, warum sollen wir die nicht nutzen?“, schmunzelt AMG-Chef Tobias Moers. Sicher auch, um den Audi RS3 (367 PS) auf Abstand zu halten – zumindest für den Stammtisch.

Zwischen A 160 und Mercedes-AMG A 45 bieten die Stuttgarter die übliche breite Palette an Motorisierungen an. Vier Diesel-Vierzylinder mit einer Leistungsbreite von 90 bis 177 PS, an deren Heck nun kein „CDI“, sondern im Zuge der neuen Nomenklatur schlicht ein „d“ steht. Sparsamster Vertreter ist hier der A 180 d BEE (Blue Efficiency Edition) mit einem Verbrauch von nur 3,5 Liter. Benziner fahren ohne Buchstabe, haben zwischen 102 und 218 PS und heißen A 160, A 180, A 200, A 220 und A 250. Alles sind Vierzylindermotoren.

Was das Design, im Jargon Facelift genannt, angeht, hielt sich Mercedes bewusst zurück. Wozu groß ändern? Das Auto sieht sportlich aus, die Proportionen stimmen, die guten Verkaufszahlen bestätigen dies. Man muss schon zweimal hinschauen, um zu erkennen, welche Linien Designchef Gorden Wagener neu zeichnete. Am Blech änderte Mercedes nichts.

Es wäre ohnehin zu teuer in diesem preissensiblen Fahrzeugsegment. Neue Presswerkzeuge würden viele Millionen Euro verschlingen. Neu sind aber Front- und Heckstoßfänger. Und alle Modellversionen haben jetzt einen sogenannten „einlamelligen“ Diamanten-Grill. Gegen Aufpreis fährt die A-Klasse mit LED-Licht.

Auch im Innenraum das gleiche Bild wie zuvor. Ein paar Zierleisten wurden ausgetauscht, die Instrumente erhielten eine geänderte Skalierung, neue Farben, Materialien und Stoffe sollen Frische ins Cockpit bringen. Erstmals gibt es Sitze mit längsverstellbarem Kissen wie BMW es auch im Einser hat. Auf Wunsch kann der Kunde ein 8-Zoll-Display bekommen und ab Anfang 2016 die Smartphone-Integrationen Apple Car Play und MirrorLink. Die A-Klasse ist damit das erste Modell von Mercedes überhaupt, das diese Konnektivität ermöglicht.

Ein paar Zierleisten wurden ausgetauscht, die Instrumente erhielten eine geänderte Skalierung, neue Farben, Materialien und Stoffe sollen Frische ins Cockpit bringen. Quelle: Daimler
Im Innenraum das gleiche Bild wie zuvor.

Ein paar Zierleisten wurden ausgetauscht, die Instrumente erhielten eine geänderte Skalierung, neue Farben, Materialien und Stoffe sollen Frische ins Cockpit bringen.

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