Mercedes CLK Fels in der Gebrauchtwagen-Brandung

Gebrauchte Cabrios sind im Winter oft günstiger. Das gilt allerdings nur bedingt für den Mercedes CLK. Ein Kauf kann sich dennoch als gute Investition erweisen, denn in die Werkstatt muss der Wagen nur selten.
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Der CLK von Mercedes lässt sich so schnell nicht unterkriegen. In der Regel machen sich erst nach sieben Jahren erste typische Mängel bemerkbar. Quelle: PR

Der CLK von Mercedes lässt sich so schnell nicht unterkriegen. In der Regel machen sich erst nach sieben Jahren erste typische Mängel bemerkbar.

(Foto: PR)

BerlinIm Winter sollten Cabrios besonders günstig aufzutreiben sein. Wie bei Wollsocken im Juli oder Badehosen im Dezember liegen die Preise für gebrauchte Autos mit entfernbarem Dach in der kalten Jahreszeit oft tiefer. Was beim Mercedes CLK allerdings gegen einen Preisverfall spricht, ist der Kultfaktor von Cabrios mit dem Stern auf dem Kühler.

Und seine Qualität: Zumindest bis zu einem Fahrzeugalter von rund sieben Jahren ist der CLK, den es auch als nicht minder beliebtes Coupé gibt, ein Musterschüler. Das befindet der TÜV angesichts seines Abschneidens bei der Hauptuntersuchung.

Anders als bei der C-Klasse spiele Rost beim CLK (Typ 209) so gut wie keine Rolle, ist im «TÜV Report 2013» nachzulesen. Und typische Mängel wie ausgeschlagene Achsgelenke und zu großes Lenkspiel träten meist erst nach besagter 7-Jahres-Frist auf. Als weiteres Manko nennt der TÜV eine einseitige Wirkung der Parkbremse bei Automatikfahrzeugen, die allerdings auf die Bequemlichkeit der Fahrer zurückgeht: Offenbar nutzen Automatikfahrer zum Parken lediglich die P-Stellung des Wählhebels in der Mittelkonsole, aber nicht die Feststellbremse links im Fußraum.

Die Folge: Die wenig genutzte Bremsmechanik nimmt Schaden. Auch der Vorgänger, der Typ 208, ist nach Auskunft des ADAC ein zuverlässiges Auto, wenngleich er nicht ganz an den Nachfolger herankommt. Zu seinen negativen Eigenschaften gehören teils ungenaue Tankanzeigen und defekte Kraftstoffpumpen. Bei den Baujahren 1998/99 machte öfters das Automatikgetriebe schlapp.

Die erste CLK-Generation (Typ 208) wurde 1997 eingeführt und bis 2002 (Coupé) beziehungsweise 2003 (Cabrio) gefertigt. 2002 kam die neue Generation (Typ 209) in den Handel. 2010 lief das Modell aus. Die Nachfolgerolle übernahm bereits 2009 die E-Klasse, die es erstmalig im Mai 2009 als Coupé und ein Jahr später als Cabrio zu kaufen gab.

Die Antriebspalette der CLK-Klasse ist im Laufe der Jahre deutlich gewachsen: So leisten vergleichsweise schwache Benzinmotoren der frühen Modelle 100 kW/136 PS, wohingegen eine AMG-Version aus dem Jahr 2009 satte 354 kW/481 PS abgibt. Dieselvarianten wurden je nach Modell und Baujahr mit Leistungen zwischen 110 kW/150 PS und 165 kW/224 PS produziert. Zum Einsatz kommen Vier-, Sechs- und Achtzylinderaggregate.

Wer ein gebrauchtes CLK Cabrio des Typs 209 sucht, sollte für einen knapp zehn Jahre alten 240 Elegance von 2003 mit 125 kW/170 PS in etwa 12.250 Euro einplanen. Diesen Richtwert und eine durchschnittliche Laufleistung von 123.200 Kilometern nennt die Schwacke-Liste.

Ein gleich alter Vorgänger-Typ (208), so das CLK Cabrio 200 Kompressor Elegance final edition mit 120 kW/163 PS, wird noch mit etwa 11.000 Euro gehandelt (100.200 Kilometer). Für ein jüngeres und kräftigeres Coupé, etwa den 350 7G-Tronic Avantgarde mit 200 kW/272 PS, werden 20.050 Euro gelistet (63.200 Kilometer), für ein Cabrio-Diesel im Falle des 320 CDI Avantgarde Grand Edition DPF mit 165 kW/224 PS von 2009 noch 26.800 Euro (57.200 Kilometer).

 
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12 Kommentare zu "Mercedes CLK: Fels in der Gebrauchtwagen-Brandung"

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  • Ich schreibe auch nicht gegen MERCEDES sondern mehr in der Erwartung, daß die mal endlich aus dem Dornröschenschlaf aufwachen. Würde uns allen guttun, nicht zuletzt der Arbeitsplätze und Steuern wegen.

    Die Bevorzugung ist beiderseits. Mercedes hat traditionell den höchsten Bosch Anteil über alle Fahrzeuggruppen und bekommt im Gegenzug neue Produkte eben tendenziell etwas früher. So einfach funktioniert schwäbische Kohabitation. Automobilwoche lesen und analysieren hilft für den Anfang, da brauchts nicht mal notwendigerweise Insiderwissen.

  • Meinen Sie mit Alterstrend den immer höher werden Altersdurchschnitt der westlichen Welt - und somit mehr potenzielle MERCEDES-Käufer? Das ist ein interessanter Punkt. Auch mich wundert es, dass BMWs und AUDIs, also eher sportlich abgestimmte Fahrzeuge, einem MERCEDES, der den Fahrer mit Fahrkomfort überhäuft, vorgezogen werden.
    Dass MERDEDES so spät in den chinesischen Markt eingestiegen ist, ist auch total unverständlich. Sei´s drum.

    Woher wissen Sie das mit der Bevorzugung von BOSCH? Kann man das irgendwo nachlesen - würde mich auch interessieren.

    Im Grunde können wir aber alle sehr froh darüber sein, was die deutschen Autohersteller leisten. Schauen Sie sich nur mal englische oder amerikanische Testberichte von deutschen Fahrzeuge an. Diese werden meist so gelobt, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. Abgesehen von den Spannungen, die wir Forum-Schreiber ab und zu untereinander haben, sind wir doch stolz auf unsere BENZis, BMWs und AUDIs. (=

    In diesem Sinne allen einen guten Wochenstart!

  • BMW und VW (und damit Audi) sind in starken Familienhänden (Piech/Porsche; Quandt). Und damit um einiges weniger von dem kurzlebigen Börsendruck abhängig. Und Mercedes? Verzettelt sich immer mehr bei Modellvarianten, Technik und Optik. Und noch mehr mit anschliessenden Korrekturen der Korrekturen.

    Eigentlich müsste Mercedes vom Alterstrend in der westl. Welt besonders profitieren. Tun sie aber nicht. BMW und Audi laufen denen konsequent davon. Und in China, einem relativ neuen Markt, erlebt Mercedes ein Desaster nach dem anderen.

    Was dabei rauskommt? Es geht weiter und weiter bergab. Und das trotz massiver technischer Unterstützung und teilweise zeitlicher Bevorzugung durch Bosch im Hintergrund.

  • Sie haben es auf den Punkt gebracht. Wenn es VW gibt, oder TOYOTA, die für jeden Kunden das gewünschte Auto liefern, wird es für einen Hersteller, wie MERCEDES schwer. Vor allem dann, wenn jeder gute BENZ preislich jenseits der 40.000 € liegt. Ich selbst habe nichs gegen MERCEDES, nur etwas gegen Menschen, die meinen, alle anderen Hersteller seien nicht mal erwähnenswert. Bei uns hier in Stuttgart erwirtschaftet grob geschätzt jeder 15. seinen Lebensunterhalt bei DAIMLER.

  • Mercedes ist ein Hersteller klassischer, großer Luxus Limousinen und Coupes. Das war und ist deren Domäne.

    Bei der S-Klasse kann Mercedes niemand das Wasser reichen.

    Bedauerlicherweise muss heutzutage ein Automobilkonzern breit aufgestellt sein. Vom Kleinwagen bis möglichst in die Oberklasse hinein, muss alles vorhanden sein.

    Das ist ein Spagat, der nicht nur die Marke verwässert, er führt auch finanziellen Schwierigkeiten und Qualitätsproblemen.

  • In diesem Jahr haben sehr viele deutsche Hersteller Absatzrekorde eingefahren (VW, AUDI, BMW, MERCEDES). Dass Mercedes dabei auch für sich einen Rekord verbuchen konnte, liegt wohl an der allgemein guten Lage für deutsche Fahrzeugproduzenten, aber sicher nicht an den tollen Autos.

    Hier ein Artikel dazu, der im Gegensatz zu Ihnen, NICHT die Hälfte weglässt.

    http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE90302D20130104

  • Ihrem Kommentar (und denen Ihrer Vorredner) steht jetzt nur noch entgegen, dass Mercedes im Jahr 2012 einen weltweiten Absatzrekord eingefahren hat.

  • Meine vorredner haben absolut recht. Ich verfolge seit ca. 3 Jahren intensiv den Automarkt. Dabei fällt auf, dass sich AUDI in den letzten Jahren stetig verbessert hat, und auch die Referenz in Sachen Verarbeitungsqualität und Interieur ist. BMW fällt durch sportliche und dynamische Fahrzeuge auf. Leider lässt die Verarbeitungswualität im innenraum etwas nach. MERCEDES hingegen fällt durch nichts positives auf. Die solide Technik, wofür diese Fahrzeuge einst bekannt waren, ist unauffindbar. Stattdessen werden 100 verschiedene Fahrzeuge auf Basis der neuen A-Klasse gestempelt. Dabei ist schon die Basis so unpraktisch, dass sie nie mit dem VW Golf verglichen werden dürfte, wie das viele Automagazine tun. Der VW Golf ist ein vollwertiges Fahrzeug, wohingegen die A-Klasse nur als Zweitwagen taugt. MERCEDES, versuch doch wenigstens besser zu werden. Irgendwann sind alle CLS, SLS und S-Klassen verkauft. Aber wer kauft die E-, C- und A-Klasse. Und bitte kommt mir nicht mit den guten Verkaufszahlen. AUDI und BMW haben noch bessere.

  • BMW und Audi sind Mercedes um Längen enteilt - in allen Disziplinen.

    Einen Benz kauft man nur noch aus falsch verstandenem Status-Denken.

    Wer sich mit Technik beschäftigt und etwas auskennt, kauft keinesfalls den rückständigen Benz.

    Wenn ich nur an die tonnenschweren SuperLeicht SL denke, wird mir anders. Altersdurchschnitt der Erstkäufer? Nicht unter 70.

  • Der Versuch von Mercedes, "moderne" Autos auf Augenhöhe von BMW und Mercedes zu bauen, hat zu einem sehr kruden Mix aus "amerikanischen" und "pseudo-modernistischen" Design geführt. Und zwar in der Design-Linie wie im Innenraum, wo das Navi immer noch wie in längst verschwundenen Modellen in einem separaten "Turm" thront.
    In der Antriebstechnik läuft Mercedes ohnehin 5 Jahre hinter seinen Wettbewerbern.
    Wenn ich alleine die Geräuschkulisse der aktuellen E-Modelle mit den aktuellen 5ern und dem neuen A6 vergleiche - ein (lärmendes) Trauerspiel. Die Wertigkeit des Innenraums einer E-Klasse: Der neue Golf kommt edler daher.

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