Neuer Chrysler-Rückruf Brandgefährliche Jeeps

Ein defektes Teil kann zu Benzinüberhitzung und damit zu Feuergefahr führen: Nun muss der amerikanische Autohersteller Chrylser erneut einen Massenrückruf starten.  
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Ein Jeep Grand Cherokee auf dem Genfer Autosalon: Das Autojahr 2014 dürfte einen neuen Rekord in puncto Rückrufe markieren. Quelle: Bloomberg

Ein Jeep Grand Cherokee auf dem Genfer Autosalon: Das Autojahr 2014 dürfte einen neuen Rekord in puncto Rückrufe markieren.

(Foto: Bloomberg)

Auburn HillsDer Autobauer Chrysler beordert wegen technischer Mängel weltweit Hunderttausende Fahrzeuge in die Werkstätten. Rund 380.000 Ram-Pickup-Trucks und gut 180.000 Geländewagen der Marken Dodge Durango und Jeep Grand Cherokee sind betroffen, wie aus Mitteilungen des Konzerns vom Mittwoch hervorgeht.

Bei den Pick-ups der Modelljahre 2010 bis 2014 kann es wegen eines defekten Teils zu Benzinüberhitzung und Feuergefahr kommen. Die SUVs des Modelljahrgangs 2014 brauchen ein Software-Update, um sicherzustellen, dass die elektronische Steuerungskontrolle funktioniert.

Chrysler habe bislang keine Kenntnis von Unfällen, die im Zusammenhang mit den Problemen stehen, so das Unternehmen.

Nach einem miserablen Ergebnis bei der jüngsten Umfrage des einflussreichen US-Verbrauchermagazins Consumer Report hatte Chrysler erst kürzlich seinen Qualitätschef geschasst. Doug Betts habe das Unternehmen verlassen, um „anderen Interessen nachzugehen“, teilte der Mutterkonzern Fiat Chrysler am Tag vor dem erneuten Rückruf mit.

Die Zeitschrift „Consumer Reports“ hatte am Montag ihre jährliche Umfrage zur Zuverlässigkeit von Autos veröffentlicht, an der sich 1,1 Millionen Leser beteiligten. Die vier Marken mit den schlechtesten Noten Dodge, Ram, Jeep und Fiat gehören zum Chrysler-Konzern.

Big country, big cars
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Die meistverkauften Automodelle 2013 in Amerika waren große und schwere Pick-ups. Das ist auch ein Zeichen des wirtschaftlichen Aufschwungs nach schweren Krisenjahren vor allem in der Autoindustrie. Aber die Modelle sind nicht mehr ganz so schwer und durstig, wie früher. Während der Hang zur Größe bei den Käufern erhalten blieb, musste die Autoindustrie Zugeständnisse in puncto Verbrauch und Abgase machen, als Voraussetzung für ihre Rettung.

Im Prinzip ist der US-Automarkt zwar gesättigt, das Durchschnittsalter angemeldeter Fahrzeuge liegt aber schon bei 12 Jahren. Es gibt also Erneuerungsbedarf. Unser Überblick zeigt die meist verkauften Modelle in Amerika in 2013.

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Platz 1: Ford F-150

Unter Berufung auf die Website motorintelligence.com nennt das Wall Street Journal Anfang Januar 2014 genau 763.402 verkaufte Ford Pick-up-Modelle aus der 150er-Serie in den USA. Das entspricht einem Zuwachs von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein im Dezember 2013 wurden 74.592 dieser Modelle verkauft, was einem Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

Im Bild ist schon das 2014er Modell zu sehen, das Ford auf der NAIAS, der Automesse in Detroit, zeigt. Der F-150 gilt als Herz der F-Serie von Ford - der seit mehr als 60 Jahren erfolgreichen Pick-up-Baureihe. Dieser Inbegriff eines "Trucks", wie die Amerikaner das Segment nennen, ist seit 37 Jahren der meistverkaufte Pritschenwagen Nordamerikas, seit 32 Jahren dort sogar das meistverkaufte Auto.

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Platz 2: Chevrolet Silverado

480.414 verkaufte Silverado innerhalb eines Jahres sind nominell immer noch viel, aber Chevrolet muss zusehen, wie das Wachstumstempo beim Wettbewerb anzieht. Einen Zuwachs von 14,8 Prozent meldet die GM-Tochter für diese Modellreihe auf Jahressicht.

Allein im Dezember 2013 wurden 42.593 dieser Modelle verkauft, was aber einem Minus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.

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Platz 3: Toyota Camry

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.964; Zuwachs: minus 4,6%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 408.484; Zuwachs zum Vorjahr: 0,9%.

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Platz 4: Honda Accord

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 31.895; Zuwachs: 8,4%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 365,699; Zuwachs zum Vorjahr: 10,2%.

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Platz 5: Dodge RAM

Der 2013er Dodge RAM 1500 5.7 L V8 HEMI (395 PS / 508 Nm mit 8-Stufen Automatik) war dank 8-Stufen Automatik um 20% weniger durstig als sein Vorgänger. Eine weitere Erneuerung war die Start-Stopp-Automatik, was ebenfalls dem Verbrauch zugute kam. Der altbekannte V8 leistet (als HEMI) 395 PS bei 5.600 Umdrehungen bzw. 508 Nm bei 3.950 U/min. Das Modell hat außerdem den besten Widerstandsbeiwert seiner Klasse (cw=0,363).

33.405 Stück verkauften sich allein im Dezember 2013, ein Plus von 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 355.673 waren es im Gesamtjahr 2013, das entspricht einem Zuwachs von 21,2 Prozent gegenüber 2012, und ist die zweitbeste Zuwachsrate bei einer US-Modellreihe.

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Platz 6: Honda Civic

Verkaufte Modelle im Dezember 2013: 29.000; Zuwachs: minus 12,4%.

Verkäufe im Gesamtjahr 2013 in den USA: 336.180; Zuwachs zum Vorjahr: 5,7%.

Erst Mitte Oktober hatte Chrysler wegen technischer Probleme weltweit mehr als 900.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit (NHTSA) erklärte, es seien etwa 470.000 Autos der Modelljahre 2011 bis 2014 betroffen.

Hier bestehe die Möglichkeit, dass ein Problem bei der Lichtmaschine ein Feuer auslösen könne. Zudem müssten 437.000 Jeep Wrangler aus den Jahren 2011 bis 2013 gewartet werden, um die Gefahr eines Kurzschlusses zu bannen.

  • dpa
  • fgh
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