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Neuer Motor Zwitter aus Diesel und Benziner – der Mazda3 Skyactiv-X im Test

Der Skyactiv-X-Motor von Mazda überrascht. Der Vierzylinder ist eine Mischung aus Diesel und Benziner – und kommt mit deutlich weniger Sprit aus.
  • Michael Specht
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  • Spotpress
Im Ergebnis soll der Skyaktiv-X-Motor im realen Fahrbetrieb rund 20 Prozent weniger verbrauchen, verglichen mit dem ebenfalls im Mazda3 eingesetzten Skyactiv-G-Motor, einem 122 PS starken Mildhybrid-Vierzylinder. Quelle: Mazda
Deutlich sparsamer

Im Ergebnis soll der Skyaktiv-X-Motor im realen Fahrbetrieb rund 20 Prozent weniger verbrauchen, verglichen mit dem ebenfalls im Mazda3 eingesetzten Skyactiv-G-Motor, einem 122 PS starken Mildhybrid-Vierzylinder.

Sofia Unter den japanischen Autoherstellern nimmt Mazda seit Jahren eine Sonderstellung ein. Und dies durchaus im positiven Sinne. Das Design ist über alle Modelle stimmig, es wirkt klar, reduziert und elegant. Die Qualität liegt über dem der asiatischen Wettbewerber und in Sachen Antriebstechnologie folgt man nicht dem üblichen Mainstream.

Die Dieselmotoren sind deutlich niedriger verdichtet als die der Konkurrenz und kommen ohne aufwändige AdBlue-Nachbehandlung aus, erfüllen aber trotzdem die neueste Euro-Abgasnorm. Die Benziner laufen mit der höchsten Verdichtung, sind effizient und brauchen keinen Turbo.

Den Vogel an Extravaganz aber schießt Mazda nun mit dem sogenannten Skyactiv-X-Motor ab. Der einzigartige Vierzylinder feiert sein Debüt im Kompaktmodell Mazda3 und wird in wenigen Wochen auch im neuen Crossover CX-30 zu haben sein. Was ist so außergewöhnlich an diesem Motor?

Den Ingenieuren gelang es, ein Brennverfahren bis zur Serienreife zu entwickeln, das die Vorteile vom Diesel und Otto zusammenbringt. Es nennt sich „Spark Controlled Compression Ignition“ (SPCCI), zu deutsch etwa: eine über die Zündkerze kontrolliert ablaufende Kompressionszündung. Mazdas Motor läuft stets mit hohem Luftüberschuss, also extrem mager. Das dünne Gemisch wäre über die Zündkerze zwar gerade noch zündfähig, die Flammenfront würde sich aber nicht ausbreiten.

Mazda spritzt nun in den Verdichtungstakt eine Mikrodosis Benzin unmittelbar an die Umgebung der Kerze. Diese kleine Gemischwolke wird genau dann entzündet, bevor die maximale Verdichtung (16,3:1) erreicht ist und das restliche Gemisch ohnehin vor der Selbstzündung steht.

Die Folge: Beides sorgt für einen enormen Druckanstieg. Das homogene Gemisch im gesamten Brennraum entzündet sich schlagartig und verbrennt vollständig. Im Ergebnis soll der Skyaktiv-X-Motor im realen Fahrbetrieb rund 20 Prozent weniger verbrauchen, verglichen mit dem ebenfalls im Mazda3 eingesetzten Skyactiv-G-Motor, einem 122 PS starken Mildhybrid-Vierzylinder. Der X-Motor leistet 180 PS.

Beim Beschleunigen muss also das eine oder andere Mal runtergeschaltet werden, um den Mazda3 bei Laune zu halten Quelle: Mazda
Zum Rasen getragen

Beim Beschleunigen muss also das eine oder andere Mal runtergeschaltet werden, um den Mazda3 bei Laune zu halten.

Auf einer ersten Testfahrt zeigte sich das Aggregat zwar laufruhig und drehfreudig, vermochte aber nicht jene Portion Agilität vermitteln, die man gemeinhin von 180 PS erwarten würde. Beim Beschleunigen muss also das eine oder andere Mal runtergeschaltet werden, um den Mazda3 bei Laune zu halten. Das liegt auch an dem nicht eben üppigen Drehmoment von 224 Newtonmetern, die erst bei 3.000 Umdrehungen anliegen. Der normale Alltag spielt sich meist darunter ab.

Hoch anzurechnen ist den Entwicklern allerdings, dass sie den besagten SPCCI-Modus bis nahezu 4.500 U/min halten können und damit praktisch die gesamte Bandbreite abdecken. Erst darüber, also wenn das Gaspedal voll durchgetreten wird, wechselt der Motor in den konventionellen Verbrennungsmodus. Das kommt aber äußerst selten vor.

Der Bordcomputer wies nach Ende der Testfahrt einen Verbrauch von 5,9 l/100 km aus. Nicht schlecht in Anbetracht von Leistung und Fahrzeuggewicht. Zwar liegt der Durst rund 1,5 Liter höher als Mazda nach dem neuen WLTP-Zyklus verspricht, aber wir haben den Wagen auch recht sportlich rangenommen, zumal der Mazda3 insgesamt ein gut abgestimmtes Auto ist, das sich klasse fahren lässt und auf kurvenreichen Landstraßen eine Menge Spaß macht.

Der Bordcomputer wies nach Ende der Testfahrt einen Verbrauch von 5,9 l/100 km aus Quelle: Mazda
Erfüllt die Erwartungen

Der Bordcomputer wies nach Ende der Testfahrt einen Verbrauch von 5,9 l/100 km aus.

Auch andere Hersteller wie zum Beispiel Mercedes und Volkswagen haben sich einst an dem Zwitter-Brennverfahren versucht, sind aber über ein Versuchsstadium nicht hinausgekommen. Mazda dürfte dieses Alleinstellungsmerkmal damit wohl noch ein paar Jahre für sich behalten. 30 bis 40 Prozent der Mazda3-Kunden, so hofft man, werden sich für den Skyactiv-X-Motor entscheiden. Sie müssen dafür mit 26.790 Euro genau 3.500 Euro mehr bezahlen als für den fast 60 PS schwächeren G-Motor. Wer nochmals 500 Euro drauflegt, erhält den sparsamen Mix-Motor auch in der Stufenheckversion „Fastback“.

Technische Daten

Fünftüriges, fünfsitziges Kompaktmodell mit Steilheck; Länge: 4,46 Meter, Breite: 1,80 Meter (mit Außenspiegeln 2,03 Meter), Höhe: 1,44 Meter, Radstand: 2,73 Meter, Kofferraumvolumen: 351 – 1.026 Liter Motor

2,0-Liter-Vierzylinder; 132 kW/180 PS bei 6.000 U/min, maximales Drehmoment: 224 Nm bei 3.000 U/min, Frontantrieb, 6-Ganggetriebe, 0-100 km/h: 8,2 s, Vmax: 216 km/h, Normverbrauch: 4,4 – 4,5 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 100 – 103 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, Effizienzklasse: A+. Preis: ab 26.790 Euro

Fahrbericht: Mazda3 Skyactiv-X - Der Ausnahme-Japaner Quelle: Mazda
Der Ausnahme-Japaner

Im Mazda3 kommt erstmals der Skyactiv-X zum Einsatz

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