Oldtimer-Test: Mercedes 280 SL Im Glanz der Sechziger

Acht Jahre lang gehörte er zu den teuersten Modellen von Mercedes-Benz: Heute besticht der Mercedes SL der Baureihe W113 durch zeitlose Eleganz, robuster Technik und nicht zuletzt noch bezahlbare Preise.
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Oldtimer im Test: Mercedes 280 SL - Im Glanz der Sechziger Quelle: Patrick Broich/SP-X

Ein echter Hingucker war der Mercedes 280 SL schon immer.

Er war rund acht Jahre lang eine der teuersten Notierungen in der Preisliste von Mercedes-Benz - der SL der Baureihe W113. Zwischen 1963 und 1971 gebaut, war er ein Symbol der aufstrebenden Wirtschaftskraft in der noch jungen Bundesrepublik. Wenn ein solches Modell in der Hauseinfahrt stand, wussten vorbeikommende Passanten: Hier ist jemand, der den Aufstieg geschafft hat. Exakt 20.950 Mark waren im Frühjahr 1968 für einen 280 SL zu überweisen. Ein solider Opel Rekord, auch kein mickriges Auto zu dieser Zeit, war für weniger als 8.000 Mark zu haben.

Die für das Fahrzeug häufig verwendete Bezeichnung „Pagode“ geht auf die Tatsache zurück, dass der W113 auch ohne Verdeck bestellt werden konnte – und das nicht nur für den Export. 1968 wurden für den Wegfall des Stoffpakets 380 Euro Aufpreis fällig in Verbindung mit dem dann obligatorischen Hardtop, eben dem Pagodendach.

Dieses auf Wunsch mit installierter Rücksitzbank dann viersitzige Modell war wegen seines häufigen Verkaufs in die USA, und hier vor allem nach Kalifornien, auch als California-Variante bekannt. Unsere zwecks Probefahrt aufgetriebene Offerte aus Hürth ist tatsächlich ein solches US-Exemplar.

Der Mercedes mit dem berühmtesten Dach
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Mit dem neuen 230 SL löste Mercedes-Benz vor 50 Jahren, und anlässlich des Genfer Autosalons 1963, die Modelle 300 SL und 190 SL ab. Aufgrund seiner charakteristischen, konkaven Form des Hardtops erhielt der Roadster der Baureihe W113 den Beinamen "Pagode".

Er gilt als der erste Sportwagen mit einer Sicherheitskarosserie: Knautschzonen vorne und hinten sowie steife Fahrgastzelle ...

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Dieser SL hatte die schwere Aufgabe, gleichzeitig das Erbe des legendären „Flügeltürers“ 300 SL und seiner offenen Derivate – wie den 190 SL – anzutreten. Er meisterte diese Herausforderung perfekt und fuhr sich durch seine Schönheit, seine Perfektion und seine Wertstabilität in die Herzen ganzer Generationen von Autoliebhabern.

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Der intern als W 113 geführte zweisitzige Roadster zeichnet sich unter anderem durch herausragenden Komfort, exzellente Fahrleistungen und vorbildliche Fahrsicherheit aus. Unter der Leitung des Designers Friedrich Geiger ist außerdem ein wirklich modern gezeichnetes Fahrzeug entstanden.

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Als technische Basis des Roadsters dient die Oberklasse-Limousine Mercedes-Benz 220 SE (W 111): Von diesem Vorläufer der heutigen S-Klasse stammen die verkürzte und verstärkte Rahmenbodenanlage des Sportwagens inklusive Vorder- und Hinterradaufhängung.

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Der Motor des 220 SE bildet auch die Basis für die Entwicklung des 150 PS starken Reihensechszylindermotors M 127 (2.306 cm³), mit dem die neue SL-Baureihe im Jahr 1963 auf den Markt kommt. Erstmals bei einem SL ist auf Wunsch ein Viergang-Automatikgetriebe erhältlich.Mit 110 kW/ 150 PS aus dem 2,3 Liter großen Reihen-Sechszylindermotor war der SL 230 ordentlich motorisiert.

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Das Triebwerk der Baureihe M 127 wird Ende des Jahres 1966 vom M 129 mit gleicher Leistung, aber 2,5 Litern Hubraum ersetzt und macht den Wagen damit zum 250 SL. Er erreicht wie der 230 SL eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

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Ab 1968 ist der 280 SL auf dem Markt. Der 2.778 ccm große Motor der Baureihe M 130 leistet 125 kW/ 170 PS.

Wie bei den Modellen 230 SL und 250 SL installiert Mercedes auf Wunsch hinter den beiden Vordersitzen ein dritten, quer zur Fahrtrichtung angeordneten Sitz.

Armin Loo vom AAC Automobilhandel möchte gerne 40.000 Euro für seinen 280 SL mit Schaltgetriebe haben. Wer mit etwas weniger Leistung leben kann und einen 230er oder seltenen 250er in Betracht zieht, wird real auch für 30.000 Euro fündig – somit zählt der W113 durchaus zu den noch bezahlbaren automobilen Perlen am Markt.

Die Investition ist vor allem unter dem Gesichtspunkt steigender W113-Kurse interessant. Aber Achtung! Während die Technik um Fahrwerk und Motor meist problemlos ist, sollte beim Kauf unbedingt auf den Zustand der Karosserie geachtet werden.

In puncto Korrosion war der W113 keinen Deut besser als die günstigeren Mercedes-Familienmitglieder zu dieser Zeit. Da machen Kotflügel und Radläufe noch die geringeren Probleme; richtig teurer wird die Behebung von Schäden schlecht zugänglicher Bereiche, wozu beispielsweise die Verstärkung der Stirnwand zählt.

Auch diverse Träger werden gerne von der braunen Pest befallen, also unbedingt auf die Hebebühne mit dem Wunschkandidaten, vor allem, wenn der Preis verdächtig günstig erscheint. Immerhin tummeln sich zahlreiche Blender in den einschlägigen Autobörsen. Obwohl der SL ja von Natur aus eher ein Cruiser ist, sind die Ausführungen mit mechanischem Schaltgetriebe besonders beliebt.

Der 280 SL von Armin Loo verfügt über eine Viergangbox. Gegen Aufpreis waren sogar Fünfgänger zu haben. Klar: Wer auf Automatik verzichtet, erhält das sportlichere Auto. Zumindest aber verströmt der so typisch nach Mercedes-Sechszylinder klingende Zwoachtziger eine dezent sportliche Note.

Das Fahrwerk mutet jedoch eher kommod als drahtig an, und die Schaltung arbeitet zwar präzise, aber nicht gerade knackig. Immerhin, der Hebel gleitet für ein Fahrzeug der Sechziger erstaunlich exakt durch die Gasse, solange man ihn gemächlich führt. Bei hektischem Umgang bleibt man garantiert hängen.

Flucht unter die Brücke
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