Porsche-Veredler Alois Ruf Hybrid ist Unsinn

Der Ingenieur und Porsche-Veredler Alois Ruf macht den Porsche 911 in seiner kleinen Manufaktur im Allgäu bereits seit 35 Jahren immer schneller. Jetzt hat er ihn sogar elektrifiziert.
  • Susanne Roeder
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Alois Ruf, 61, ist Gründer der Firma Ruf Automobile, die sich auf die Veredelung und Produktion spezieller Porsche-Fahrzeuge spezialisiert hat. Er leitet den Kleinserienhersteller mit 65 Mitarbeitern in Pfaffenhausen im Allgäu seit 1974. Er hält nichts von Hybrid-Antrieben. Quelle: R. Nikolic/WirtschaftsWoche

Alois Ruf, 61, ist Gründer der Firma Ruf Automobile, die sich auf die Veredelung und Produktion spezieller Porsche-Fahrzeuge spezialisiert hat. Er leitet den Kleinserienhersteller mit 65 Mitarbeitern in Pfaffenhausen im Allgäu seit 1974. Er hält nichts von Hybrid-Antrieben.

(Foto: R. Nikolic/WirtschaftsWoche)

Der technikbegeisterte Alois Ruf, 61, leitet seit 1974 den Kleinserienhersteller Ruf Automobile in Pfaffenhausen im Allgäu. 65 Mitarbeiter sind vor allem damit beschäftigt, die Rohkarossen, die der Sportwagenhersteller Porsche liefert, nach Kundenwunsch auszustatten.

Herr Ruf, in den nächsten Wochen bringen Sie eine Elektroversion des Porsche 911 auf den Markt. Der strombetriebene Sportwagen Tesla Roadster ist seit 2008 in Serie. Kommen die Elektro-Porsche von Ruf nicht drei Jahre zu spät?

Ruf: Ich glaube nicht. Tesla Motors war lange das einzige Unternehmen, das ein akzeptables elektrisch betriebenes Auto im Programm hatte. Alle anderen Fahrzeuge waren auf dem Niveau von Seifenkisten. Deshalb wurde die Elektromobilität auch nicht ernst genommen. Wir wollten ebenfalls in diese Highend-Region vorstoßen. Daimler geht den umgekehrten Weg: Die Stuttgarter bauen zuerst zweisitzige e-Smarts, der Sportwagen e-SLS kommt erst 2013. BMW hat den e-Mini. Sowohl Smart als auch Mini werden aus gutem Grund nur vermietet. Sie würden so viel kosten wie ein kleiner Sportwagen.

Weder der eRuf noch der Tesla Roadster sind neue Autos, sondern haben als Basis einen bestehenden Sportwagen.

Ruf: Das macht die Sache so spannend. Sowohl der Porsche 911 als auch der Lotus Elise - auf dem der Tesla basiert - sind auf dem Markt etablierte und sehr begehrte Fahrzeuge. Unser Vorteil gegenüber dem Tesla ist, dass der Porsche 911 deutlich größer ist als die Lotus Elise. Wenn Sie in einen Tesla einsteigen, brauchen Sie einen Schuhlöffel. Unser eRuf Roadster dagegen hat vorn den gewohnten Kofferraum des 911 und zudem locker Platz für zwei Meter große Insassen - mehr als sonst beim Porsche üblich.

Kein Tank, kein Boxermotor, kein Sechszylinder-Auspuffgrollen: Der Porsche eRuf mit Elektroantrieb im Juli 2009 auf Präsentationsfahrt in Nürnberg. Zusammen mit der Siemens AG hat die bayerische Manufaktur für Hochleistungsautomobile den Elektroantrieb für den Sportwagen entwickelt, der 270 KW leistet. Damals hieß das Versuchsfahrzeug noch Greenster, mittlerweile heißt es eRuf 1 ... Quelle: dpa

Kein Tank, kein Boxermotor, kein Sechszylinder-Auspuffgrollen: Der Porsche eRuf mit Elektroantrieb im Juli 2009 auf Präsentationsfahrt in Nürnberg. Zusammen mit der Siemens AG hat die bayerische Manufaktur für Hochleistungsautomobile den Elektroantrieb für den Sportwagen entwickelt, der 270 KW leistet. Damals hieß das Versuchsfahrzeug noch Greenster, mittlerweile heißt es eRuf 1 ...

(Foto: dpa)

Sie planen, erste emissionsfreie eRuf-Fahrzeuge in Kleinserie von zehn Stück im Jahr zu bauen. Ist das mehr als ein ökologisches Feigenblatt?

Ruf: Ja. Es ist ein Herzenswunsch. Ruf hat immer schon nur Kleinstserien gebaut. 10 Fahrzeuge mit E-Motoren bei insgesamt 30 Fahrzeugen im Jahr sind für uns kein Feigenblatt. Wir verkaufen nicht nur die Autos, wir erzeugen zugleich die für das emissionsfreie Fahren benötigte Energie: Seit 15 Jahren betreiben wir vier Wasserkraftwerke mit zusammen 32 Megawattstunden Leistung. Das reicht, um 3.500 eRuf Roadster pro Jahr jeweils 40.000 Kilometer weit fahren zu lassen.

Wie viel wird der Elektro-Porsche kosten?

Ruf: Es ist ein Auto für Individualisten. Die werden auch verzeihen, dass der Elektro-Porsche keine Rücksitze und keine Klimaanlage hat und als Roadster dennoch 300.000 Euro kostet. Bisher schlägt allein die Lithium-Ionen-Batterie mit rund 100.000 Euro zu Buche. Dennoch ist es mein Ziel, in Zukunft einmal einen eRuf auf 911er-Basis zwischen 160.000 und 180.000 Euro anbieten zu können.

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  • Kleine Anmerkung zum Hybrid: die Fehrzeuge eines japanischen Herstellers arbeiten genau nach dem Prinzip der optimalen Leistungsentfaltung. Die Masse in Schwung zu bringen ist für jeden Verbrennungsmotor die ungünstigste Leistungsphase. Aber generell gilt: Verbräuche zu senken und mehr Umweltbewusstsein zu fördern beginnt IMMER im Kopf und Verhalten der Verkehrsteilnehmer/innen. Solange aber spendable Mitmenschen gerne 300.000 EUR (!!) in ein gutes Gewissen investieren, geht es auch anders. Ausserdem scheut sich der Bund generell z.B. Ladestationen oder Induktionsladestationen zu errichten. Aber nun gut, wer hat auch sonst noch freie Autobahnen und den Hang seine Hundert(e)-PS-Boliden z.B. im Münchner Stau umherzuquälen. Das tut natürlich jedem Hochleistungsmotor weh und schmerzt der Seele, dass da einfach sehr viel Leistung im Stadtverkehr verpufft. Aber dafür gibts ja dann die nächtliche oder tagsüber drängelnde Freifahrt für ca. 1km mit Höchstgeschwindigkeit. Aerodynamisch übrigens auch sehr reizvoll, da der "blöde" Luftwiederstand so viel Leistung raubt. Oder war das jetzt doch der LKW am Berg, der gerade die Ersatzteile just-in-time zu den heiligen Produktionshallen in Deutschland und Bratislava karrt?

    Fragen über Fragen, aber ich bin zufrieden, dass mein Verso mit 1.8 CVT-Getriebe bei voller Auslastung und Klima im Stadtverkehr nur ca. 8l Benzin nimmt. Trotz Komfort ist der Verbrauch stabil, auch nicht übel. Wenn ich jetzt noch zurüchaltender fahren würde ... aber das Hupkonzert geht mir immer auf den Senkel, obwohl die Ampelschaltungen auch nicht zu übersehen sind. ;-))

  • 32MWh? Ja, das ist das Leid mit Redakteuren, die Arbeit und Leistung und alles andere stets verwursten. Frage an die Red.: sind nach der Abgabe von 32MWh die Wasserkraftwerke ausgetrocknet? Sicher nicht. Entweder liefern Sie diese Menge elektrischer Energie in einem Jahr (anzunehmen) oder der glückliche Herr Ruf besitzt Wasserkraftwerke mit 32MW Gesamtleistung - da bräuchte er aber keine Porsches mehr teuer zu verkaufen - er könnte einfach ein paar verschenken...

  • Recht hat er der Herr Ruf. Drehmoment und (die lineare) Leistungsentfaltung sind Klassen besser als bei der "Dampfmaschine". Hybrid ist Unsinn - nochmals Recht. Als Elektro-Kleinwagenfahrer (Th!nk - seit 10 Jahren käuflich) kann ich nur bestätigen - die Zukunft fährt (wenn überhaupt) Elektromotorisch (oder mit dem Rad...)

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Ruf ihrem Redakteur gesagt hat, das seine Firma Wasserkraftwerke mit 32 Megawattstunden Leistung betreibt. So ein Unsinn würde kein Ingenieur sagen.

  • Solarzellen zum Aufladen von Autobatterien. Wie praktisch! Dann kann man nachts schön fahren. Aber nur, wenn's tagsüber nicht bewölkt war!

  • genau das sagt er doch auch... "Das Einzige, was ich mir für die Übergangszeit vorstellen könnte, bis die Ladeinfrastruktur und leistungsfähigere Batterien da sind, ist die Lösung, im Elektrofahrzeug einen kleinen Motor als Reichweiten-Verlängerer unterzubringen."

  • Anders herum! Solarzellen an der Aufladestation, nicht am Auto!

  • Er hat zweifellos Recht, wenn er die übliche Hybridlösung mit zwei vollständigen Antriebssystemen als Unsinn bezeichnet. Eine Hybridlösung, bei der ein bei der effizientesten Drehzahl laufender hocheffizienter Vebrennungsmotor (egal ob als reiner Stromerzeuger oder als Reichweitenverlängerer eingesetzt) den Strom für den Elektroantrieb erzeugt ist allerdings sehr wohl sinnvoll und seit einiger Zeit im Schiffsantriebsbereich verbreitet. Das reine E-Antrieb-Konzept leider daraunter, welche Verluste bei Stromerzeugung und Verteilung bids zum Auto auftreten und deshalb die Energiebilanz deutlich gegenüber den Politmärchen verschlechtern. Eine Alternative oder Ergänzung wären eventuell sehr effiziente Solarzellen am Auto ..

  • Jeder Insider weiß das seit Anfang an.

    was mich nur anchdenklich macht ist die Tatsache, dass elbst Greenpece gegen den Hybrid-Wahnsinn gekämpft hat. Aber sie wurden stiller und stiller.

    Wer hat Greenpeace gekauft?
    ewa die Cheniesen, denn sie sich Hauptgewinner an diesen Fahrzeugen.

  • Interessant wäre es noch zu erfahren, ob sich die hohe Leistung nicht auch gegen eine Reichweitenverlängerung von mehr als 200 km tauschen ließe? Denn von 0 auf 100 in 5 Sekunden und 250 km/h ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Aber solche Technik braucht es für das Massenauto mit niedriger Geschwindigkeit, aber mit höheren Reichweiten!

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