Prototypenfahrt mit dem VW T-Cross Volkswagens kleinster SUV kann überzeugen

Ab nächstem Frühjahr greift VW mit dem T-Cross im Mini-SUV-Segment an. Der Prototyp weiß zu gefallen – ein Schnäppchen wird aber keine der Varianten.
  • Michael Gebhardt
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  • Spotpress
Unterwegs mit dem Prototyp des VW T-Cross
Der VW T-Cross - spät, aber richtig
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VW hat sich viel Zeit gelassen, um ein eigenes Kompakt-SUV zu präsentieren. Eine Prototypen-Fahrt mit dem VW T-Cross zeigt allerdings mal wieder: VW ist zwar spät dran – macht dafür aber fast alles richtig.

Vertraute Formen
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Optisch tritt der T-Cross mit seinem großen Kühlergrill, den markanten LED-Leuchten und der hohen Motorhaube in die Fußstapfen des Touareg. Eine weitere Gemeinsamkeit: Auch der Touareg war ein Markt-Nachzügler.

Tarnkappe bis Herbst
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Erst im Herbst will VW den T-Cross ungetarnt zeigen, in den Handel kommt das SUV nicht vor Mai 2019. Kosten dürfte kein Modell weniger als 19.000 Euro.

SUV-typischer Fahrkomfort
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Schon im Prototypen merkt man: Fahrwerk und Lenkung werden SUV-typisch komfortabel abgestimmt. Der 1.6 TDI leistet 70 kW/95 und ist wahlweise als Handschalter oder mit Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Diese Wahl hat man beim gleichstarken Einliter-Dreizylinder-Basis-Benziner nicht, erst die Version mit 85 kW/115 PS kann auch mit DSG geordert werden. Beim Top-Modell mit 1,5-Liter-Vierzylinder 110 kW/150 PS ist der Doppelkuppler Standard.

Mehr Komfort
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Wie schon der Seat Arona basiert der T-Cross auf dem Baukastensystems des Standard-Modells Polo. VW setzt aber auf deutlich mehr SUV-Charme: Während man im Arona recht tief sitzt, ist das Gestühl im T-Cross zehn Zentimeter höher als im Polo montiert. Abstriche muss man bei der Verarbeitung machen: Klappt man die geteilte Lehne um, bleibt ein Spalt zwischen Kofferraumboden und der nahezu brettebenen Rückbank.

Viel Stauraum und viel Technik
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Der 4,11 Meter lange T-Cross bietet bei umgeklappter Rückbank 1281 Liter Stauraum. Technisch gibt es das neueste vom Neusten, etwa ein 8-Zoll-Infotainment- und ein Beats-Soundsystem. Auffahrwarner und Spurhalter sind immer an Bord, gegen Geld gibt es weitere Assistenzsysteme zur Auswahl.

Als BMW und Mercedes längst mit X5 und M-Klasse um Kundschaft warben, war der VW Touareg erst eine Bleistiftzeichnung. Auch bei den Kompakt-SUV hat sich Wolfsburg lange Zeit gelassen: Honda CR-V, Kia Sportage oder Nissan Qashqai kamen vor dem Tiguan.

Mittlerweile sind vor allem kleine SUV wie Mini Countryman, Hyundai Kona oder Opel Crossland X beliebt – und auch hier hat VW noch nichts im Angebot. Das ändert sich im kommenden Frühjahr: Dann geht der 4,11 Meter lange T-Cross an den Start – und der kommt zwar spät, macht aber wieder einmal fast alles richtig.

Ein Geheimnis ist das SUV auf Polo-Basis schon lange nicht mehr, bereits vor zwei Jahren hat VW auf dem Genfer Autosalon mit der Cabrio-Studie T-Breeze sein Interesse am Mini-SUV-Markt bekundet. Spätestens seit Seat im vergangenen Jahr mit dem Arona in diesem Segment angreift, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Konzernmutter nachzieht; gleiches gilt übrigens auch für Skoda und Audi.

Wie die Standard-Modelle Seat Ibiza und VW Polo basieren auch die SUV bei Seat und VW auf dem Modularen Querbaukasten. Anders als Seat baut VW aber auf deutlich mehr SUV-Charme: Während man im Seat SUV Arona recht tief sitzt, ist das Gestühl im T-Cross zehn Zentimeter höher als im Polo montiert.

SUV-typisch praktisch zeigt sich der T-Cross auch im Fond, die Rückbank ist um 15 Zentimeter verschiebbar, das Kofferraumvolumen variiert so zwischen 385 und 455 Litern; Sitzen kann in Reihe zwei allerdings niemand mehr, wenn das Möbel ganz nach vorne gerückt ist; sonst aber reisen selbst Hinterbänkler ziemlich bequem und die 1,56 Meter Höhe bietet viel Kopffreiheit.

Abstriche muss man bei der Verarbeitung machen: Klappt man die geteilte Lehne um, bleibt ein Spalt zwischen Kofferraumboden und der nahezu brettebenen Rückbank. Der Stauraum wächst dafür auf 1281 Liter an, optional lässt sich auch noch der Beifahrersitz nach vorne falten.

VW setzt auf den Diesel

Punkten will der T-Cross im Interieur unter anderem mit bunten Farben; eine weiche Kunststoffoberfläche für das Armaturenbrett ist dagegen in keiner der fünf Ausstattungslinien vorgesehen. Zu den bekannten Versionen Trend-, Comfort-, High- und R-Line ist die Design-Line neu hinzugekommen. Außerdem gibt es die neueste Konzern-Technik, sprich eine digitale Instrumententafel, 8-Zoll-Infotainment-System, induktive Smartphone-Ladeschale, bis zu vier USB-Anschlüsse und ein Beats-Soundsystem.

Dass der T-Cross auf Wunsch immer online ist, ist inzwischen fast so selbstverständlich, wie die umfangreiche Ausrüstung mit Assistenzsystemen: Auffahrwarner und Spurhalter sind immer an Bord, gegen Geld gibt es Totwinkel-Überwachung, Querverkehr-Warner, Notbremsfunktion oder Abstandstempomat.

Obwohl er mit seinem großen Kühlergrill, den markanten LED-Leuchten und der hohen Motorhaube optisch durchaus in die Fußstapfen des Touaregs tritt und mit 184 Millimetern Bodenfreiheit zumindest auf Schotterwegen keine Probleme hat, spielt Allradantrieb in dieser Klasse keine Rolle. Wohl aber der Diesel: Der 1.6 TDI leistet 70 kW/95 und ist wahlweise als Handschalter oder mit Doppelkupplungsgetriebe zu haben, für das ein neuer, beleuchteter Gangwahlhebel entwickelt wurde.

Diese Wahl hat man beim gleichstarken Einliter-Dreizylinder-Basis-Benziner nicht, erst die Version mit 85 kW/115 PS kann auch mit DSG geordert werden. Beim Top-Modell mit 1,5-Liter-Vierzylinder 110 kW/150 PS ist der Doppelkuppler genauso Standard, wie der Otto-Partikelfilter bei allen Benzinern.

Auf diese Assistenten wollen wir nicht mehr verzichten
Fünf Beispiele für sehr sinnvolle Assistenzsysteme, die gar nicht unbedingt teuer sein müssen:
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Adaptiver Tempomat:

Die Adaptive Cruise Control (ACC) genannte Funktion (ca. 600 Euro beim VW Golf) hält nicht nur die Geschwindigkeit wie ein Tempomat, sondern auch den vorgegebenen Abstand zum Vordermann, mithilfe von Radar-, Lidar- und/oder Kamerasensoren.

Bremst der Vordermann, verzögert auch das eigene Fahrzeug, ebenso fährt es automatisch schneller. Die aufwendigsten heutigen Systeme können im Stop-and-Go-Verkehr auch selbstständig wieder anfahren. Neben mehr Komfort bringt der Abstands-Tempomat einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn.

Fernlicht-Assistent:
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Ist der Fernlicht-Assistent eingeschaltet, blendet das Auto je nach Verkehrssituation selbstständig ab und wieder auf. Diese relativ einfachen Systeme gibt es ab etwa 150 Euro. Voraussetzung ist eine Frontkamera, die entgegenkommende Autos und Motorräder ebenso wie vorausfahrende Fahrzeuge erkennt.

Bei den aufwendigeren, adaptiven Systemen bleibt das Fernlicht selbst in diesen Situationen an und sorgt für gute Ausleuchtung. Nur in dem Bereich, wo das Licht andere Verkehrsteilnehmer stören könnte, wird ausgeblendet.

Totwinkel-Assistent:
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Das System, auch Blind-Spot-Assist genannt (ca. 400 Euro beim VW Golf) überwacht den sogenannten „Toten Winkel“, also jenen Bereich, den der Fahrer über die Spiegel nicht einsehen kann.

Nähert sich hier ein Fahrzeug, zeigt es der Assistent an, meist über ein Lämpchen im Außenspiegel. Setzt der Fahrer trotzdem zum Spurwechsel an, wird er vor einer drohenden Kollision gewarnt, meist optisch, akustisch und/oder durch Vibrationen im Lenkrad.

Notbrems-Assistent:
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Aktive Notbrems-Assistenten erkennen mit Hilfe von Sensoren (Radar, Kamera) eine kritische Situation, zum Beispiel einen drohenden Auffahrunfall mit dem Vordermann. Sie warnen den Fahrer (optisch, akustisch, Bremsruck), reagiert er nicht, leiten sie eine Notbremsung ein.

Je nach Hersteller und Fahrzeugklasse sind die Systeme bereits Serie oder können für wenige hundert Euro hinzu gebucht werden. Die aufwendigsten Systeme, zum Beispiel von Volvo, Mercedes oder Lexus erkennen Fußgänger auf Kollisionskurs und bremsen selbstständig.

Einpark-Assistent:
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Es gibt verschiedene Systeme – von der Rückfahrkamera, die zeigt, wie das Fahrzeug mit dem jeweils aktuellen Lenkrad-Einschlag in die Lücke steuern würde bis zu Systemen, die im Vorbeifahren den Parkplatz vermessen und dann den Wagen selbstständig in die Lücke zirkeln, der Fahrer muss nur noch Gas geben und bremsen. Sie sind bereits ab einigen hundert Euro erhältlich.

Die schwächeren Polo-Motoren mit 48 kW/65 PS und 55 kW/75 PS sind für den T-Cross nicht vorgesehen, ob die Palette nach oben erweitert wird, steht noch genauso in den Sternen wie mögliche alternative Antriebe.

Erst im Herbst ungetarnt

Die erste Testrunde mit dem noch getarnten T-Cross haben wir mit dem stärksten Einliter-Otto unter der Haube gedreht, der wie in allen anderen Konzern-Modellen kernig klingt, aber ausreichend Kraft zur Verfügung stellt, um mit rund 200 Newtonmetern Drehmoment das vermutlich an die 1.200 Kilogramm schwere SUV ausreichend flott zu bewegen.

Schon im Protoypen merkt man: Fahrwerk und Lenkung werden eher SUV-typisch komfortabel abgestimmt, am finalen Setup feilen die Ingenieuren allerdings noch.

Das gilt übrigens auch für die Verbrauchswerte, und natürlich für den Preis: Der dürfte – wie bei Seat Ibiza und Arona – wohl gut zweitausend Euro über den Polo-Tarifen liegen. Heißt: Für unter 19.000 Euro wird kein T-Cross zu haben sein. Es bleibt aber noch ein bisschen Zeit zum Sparen: Erst im Herbst will VW den T-Cross ungetarnt zeigen, und in den Handel kommt das SUV nicht vor Mai 2019.

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