Sportwagen-Projekt von Zeppelin Ein Oldtimer namens Gaylord

Gaylord Gladiator hieß ein ambitioniertes Sportwagen-Projekt der 1950er-Jahre. Gebaut wurde er bei Zeppelin in Deutschland. Dorthin kehrt er nun zurück.
  • Mario Hommen
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  • Spotpress
Sportwagen-Projekt von Zeppelin: Ein Oldtimer namens Gaylord Quelle: Zeppelin GmbH
Luxusauto der Superlative

Ursprünglich war angedacht, den Gaylord Gladiator bei Zeppelin in Friedrichshafen in Kleinserie zu produzieren

Wer an historische Preziosen der Firma Zeppelin denkt, würde wohl Luftschiffe oder Baumaschinen erwarten. Doch ein Luxussportwagen? Und dann noch ein Gaylord? Ja, doch, so lautete der Name einer Automarke, deren einziges Modell in den 50er-Jahren in Friedrichshafen produziert wurde.

Auftraggeber waren die amerikanischen Millionäre Ed und Jim Gaylord, die mit dem Modell Gladiator ein Luxusauto der Superlative auf den Markt bringen wollten. Die Zeppelin-Tochter FIF erhielt 1957 den Auftrag zur Produktion einer Kleinserie.

Doch bereits nach einem Exemplar endete das ambitionierte Abenteuer. Der FIF-Gladiator blieb viele Jahrzehnte in den USA, um jetzt in seine ursprüngliche Heimat, ins Zeppelin-Museum Friedrichshafen zurückzukehren. Dort können Interessierte das Fahrzeug, ein Chassis und historische Dokumente dieses einzigartigen Kapitels der Autogeschichte bewundern.

Das Design des Gaylord Gladiator war eigenwillig Quelle: Zeppelin GmbH
Extravagantes Heck

Das Design des Gaylord Gladiator war eigenwillig.

Den Gaylord-Büdern schwebte nichts weniger als der Bau eines ultimativen Sportwagens vor, der keinen Vergleich scheuen sollte. Bereits die Motorisierung war souverän, denn der Sechsliter-V8 von Cadillac stellte eine für die damalige Zeit üppige Leistung von 213 kW/290 PS zur Verfügung. Sogar eine Kompressorvariante mit mehr als 400 PS war angedacht.

Auch die Technik war für ihre Zeit in mehrfacher Hinsicht richtungsweisend. Der mit Leder und viel Holz dekorierte Innenraum bot Fensterheber, elektrisch verstellbare Sitze, eine adaptive Servolenkung und eine Klimaanlage.

Als Besonderheit bot der Gaylord Gladiator ein per Knopfdruck im Kofferraum versenkbares Coupédach Quelle: Zeppelin GmbH
Versenkbares Dach

Als Besonderheit bot der Gaylord Gladiator ein per Knopfdruck im Kofferraum versenkbares Coupédach.

Höhepunkt war jedoch das per Knopfdruck im Kofferraum versenkbare Coupédach. Vor 60 Jahren war das ein unerhörter Luxus, der allerdings auch unerhörte Preise provozierte. Für die Kleinserie von 25 Gladiatoren war ursprünglich ein bereits stolzer Stückpreis von 10.000 US-Dollar angedacht.

Der Gaylord Gladiator bot einen noblen Innenraum Quelle: Zeppelin GmbH
Edelholz ab Bord

Der Gaylord Gladiator bot einen noblen Innenraum.

Umgerechnet war der Gaylord damit bereits 10.000 D-Mark teurer als ein Mercedes 300 SL, der etwa 32.000 D-Mark kostete. Damit sich die Gladiator-Produktion rechnet, hätte der Preis pro Fahrzeug allerdings auf 17.500 US-Dollar steigen müssen.

Am Ende siegte die Vernunft. Das Projekt wurde eingestampft und der fertige Gladiator sowie ein Chassis gingen in den Besitz der Familie Gaylord über. Später landete das Duo bei einem Sammler in Arizona, der es 2017 der Firma Zeppelin zum Kauf anbot.

Die Geschäftsführung von Zeppelin war von diesem historischen Schatz begeistert und ließ sich auf den Deal ein. Mittlerweile sind die perfekt restaurierten Unikate im Zeppelin-Museum Friedrichshafen angelangt. Dort werden sie bis November 2018 zunächst im Rahmen der Ausstellung „Innovation! Zukunft als Ziel“ präsentiert. Später wird der Gladiator als Dauerleihgabe in die Dauerausstellung des Museums integriert.

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1 Kommentar zu "Sportwagen-Projekt von Zeppelin: Ein Oldtimer namens Gaylord"

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  • Die mir bekannten Konzeptbilder und auch Fotos zeigen bratpfannengrosse Einzelscheinwerfer. Gibt es evtl. doch mehrere Expemplare ?

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