Spritspar-Innovationen So genügsam könnten wir bald fahren

Brennstoffzellenautos und Plug-in-Hybride erkaufen geringen Spritverbrauch mit hohen Anschaffungskosten. Doch Spritspartechnik gibt es auch eine Nummer günstiger, wie ein Blick auf aktuelle Technik-Innovationen verrät.
  • Holger Holzer
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Spritspar-Innovationen - So genügsam sollen wir bald fahren Quelle: Bosch
Spritspar-Innovationen

Autohersteller kämpfen bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes um jedes Gramm.

Angesichts immer strengerer Grenzwerte kämpfen die Autohersteller bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes um jedes Gramm. Allein mit teurer Exoten-Technik wie der Brennstoffzelle oder dem Plug-in-Hybridantrieb wird der durchschnittliche Flottenverbrauch nicht so stark sinken wie nötig. Gut, dass es auch technische Innovationen mit mehr Massenmarktpotential gibt. Wir nennen fünf besonders erfolgversprechende Trends, die kurz vor Markteinführung stehen.

Segeln mit der elektronischen Kupplung

Es klingt nach blauem Himmel, klarem Wasser und sauberer Luft: das „Segeln“ mit dem Auto. Und ein bisschen was ist da auch dran, denn der Verbrennungsmotor wird bei dieser Betriebsform kurzzeitig komplett ausgeschaltet. Das Auto rollt, solange es die Umstände zulassen ohne Antrieb, aber auch ganz ohne Emissionen.

Damit die Reibung im Motor dieses saubere Gleiten nicht unnötig abbremst, wird dieser über die Kupplung kurzerhand von den frei laufenden Rädern getrennt. Das Problem: Bislang funktioniert das nur bei Automatikfahrzeugen. Bei Autos mit Handschaltung müsste schon der Fahrer auf das Kupplungspedal treten und den Motor manuell ausschalten – was aus vielerlei Gründen nicht zu empfehlen ist.

So sauber sind die Autobauer
Platz 10 - Mazda
1 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 128,2 Gramm / 100 Kilometer

Die Japaner können den durchschnittlichen CO2-Ausstoß auch ohne eigenes Elektroauto im Jahresvergleich um 4,4 Prozent senken – und ziehen damit an Hyundai und General Motors (Opel) vorbei.

*Stand: 2014, Quelle: Studie "How clean are Europe's cars?", Transport & Environment

Platz 9: Volvo
2 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 126,5 Gramm / 100 Kilometer 

Trotz einem weiterhin hohen Anteil von SUV bei den Verkäufen konnten die Schweden ihre Emissionen um 3,3 Prozent senken – und damit deutlich stärker als der Markt.

Platz 8 - Volkswagen
3 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 125,8 Gramm / 100 Kilometer 

Europas Marktführer hat die gesetzlichen Vorgaben zwar übererfüllt. Doch 2014 konnte der CO-Ausstoß prozentuell nicht so stark gesenkt werden wie bei der Konkurrenz – trotz etlicher neuer Modelle.

Platz 7 - Suzuki
4 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 123,8 Gramm / 100 Kilometer 

In der Zulassungsstatistik fahren die Japaner unter dem Radar. In puncto CO2-Reduktion landen sie immerhin auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6 - Ford
5 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 121,7 Gramm / 100 Kilometer 

Ungünstige Entwicklung bei Ford. Die Kölner haben sich beim durchschnittlichen CO2-Ausstoß der Flotte im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht verschlechtert.

Platz 5 - Fiat
6 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 116,4 Gramm / 100 Kilometer 

Die Italiener haben ihren günstigen Flottenausstoß vor allem dem hohen Anteil an Kleinwagen zu verdanken. In puncto Reduktion gab es im Vergleich zum Vorjahr kaum Fortschritte.

Platz 4 - Nissan
7 von 10

Durchschnittlicher CO2-Ausstoß: 115 Gramm / 100 Kilometer* 

Die Japaner haben im Jahresvergleich den größten Fortschritt gemacht, der bisher bei einem Autobauer gemessen wurde. Der CO2-Ausstoß wurde um satte 12,1 Prozent reduziert. Schuld sind vor allem der Qashqai und der Juke, die jetzt deutlich sparsamer unterwegs sind

Die elektronische Kupplung umgeht das Problem dadurch, dass die starre mechanische Verbindung zur Kupplung selbst gekappt und durch elektrische Stellmotoren ersetzt wird. Sie können die Kupplung auch unabhängig vom direkten Befehl des menschlichen Fußes schließen und öffnen. Das passiert nicht nur beim Segeln, sondern etwa auch beim Halt an der Ampel.

„Messungen zeigen, dass unter realen Betriebsbedingungen ein Verbrauchsvorteil von 10 Prozent möglich ist“, rechnete Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulander unlängst auf dem Wiener Motorensymposium vor, dem europaweit wichtigsten Branchentreffen zum Thema Fahrzeug-Antrieb. Weil das ein verlockender Wert ist und die Technik ohne großen Aufwand in allen Fahrzeug-Preis und –Größenklassen genutzt werden kann, könnte sie über kurz oder lang zum Standard bei Fahrzeugen mit Handschaltung werden. Erste Autos werden für 2017 erwartet.

Kühl und sparsam mit Wassereinspritzung

Das sogenannte Downsizing funktioniert bislang am besten in der Theorie. In der Praxis enttäuscht der Realverbrauch der geschrumpften und mit Turbos versehenen Benzinmotoren jedoch häufig komplett. Das liegt vor allem an ihren schlechten Trinksitten bei schneller Fahrt: Dann nämlich werden die kleinen Triebwerke so ungemein heiß, dass die Motorsteuerung flüssiges Benzin zur Kühlung in die Zylinder spritzen muss. In Effizienz-Hinsicht ein Sündenfall.

Einen ähnlich coolen Effekt ohne Mehrverbrauch verspricht nun die Wasser-Einspritzung. Die schon seit Jahrzehnten immer wieder diskutierte Technik dürfte 2017 endlich in Serie gehen. Zunächst bei den Sportwagen BMW M3 und M4 – weil sie nämlich neben Verbrauchs- auch Leistungsvorteile bringt. Das eingespritzte Wasser – BMW gewinnt es aus Kondensation in der Klimaanlage – kühlt auch die Ansaugluft und steigert die Leistungsausbeute des Motors, verhindert Klopfen und schont den Katalysator.

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