Spurstangen-Problem Neuerlicher Toyota-Rückruf

Toyota muss erneut zahlreiche Fahrzeuge in die Werkstätten rufen: 1,5 Millionen Autos könnten Problemen an den Spurstangen bekommen. In Deutschland sind rund 76.000 Wagen betroffen.
Update: 02.08.2012 - 14:42 Uhr 7 Kommentare
Besonders Toyotas RAV4 ist vom Rückruf betroffen. Quelle: dapd

Besonders Toyotas RAV4 ist vom Rückruf betroffen.

(Foto: dapd)

KölnToyota ruft erneut zahlreiche Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Bei weltweit 1,5 Millionen Wagen sollten die Spurstangen an der Hinterachse überprüft werden, kündigte die deutsche Tochter des japanischen Autobauers am Mittwoch in Köln an.

In Deutschland sind etwa 76.000 Fahrzeuge betroffen, 54.800 RAV4 aus dem Bauzeitraum November 2005 bis August 2010, 19.050 Auris aus dem Zeitraum November 2008 bis Januar 2011 sowie 2.010 Auris D-Cat aus dem Produktionszyklus Februar 2007 bis Februar 2011. Das Kraftfahrtbundesamt will Toyota bei der Rückrufaktion unterstützen. In Kürze werde das KBA die Halter der entsprechenden Fahrzeuge informieren und sie bitten, sich mit ihren Händlern in Verbindung zu setzen, hieß es.

In den Werkstätten müssen die Spurstangen an den hinteren Stoßstangen fixiert werden, da sie sonst die Position des Hinterrades beeinflussen könnten. In Europa seien aber derzeit keine Unfälle in diesem Zusammenhang bekannt, hieß es weiter. Laut dem Hersteller muss eine Einstellhülse mit zwei Muttern mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden.

Bleibe diese Fixierung aus, könne in der Folge Spiel entstehen und sich die Position des Hinterrades auf die Spur verstellen. Der Check der Spurstange dauert etwa 30 Minuten. Liegt das Anzugsmoment nicht im vorgeschriebenen Bereich, tauscht Toyota das gesamte Bauteil aus, was etwa zwei Stunden in Anspruch nimmt.

An den Hinterachsen der Modelle RAV4, Avensis und Auris muss Toyota das Anzugsdrehmoment zweier Muttern überprüfen. Quelle: Pressefoto

An den Hinterachsen der Modelle RAV4, Avensis und Auris muss Toyota das Anzugsdrehmoment zweier Muttern überprüfen.

(Foto: Pressefoto)

In den USA, dem größten Auslandsmarkt von Toyota, sind rund 778.000 Wagen betroffen, hauptsächlich RAV4 der Modelljahre 2006 bis 2011, aber auch 18.000 Lexus HS 250h des Modelljahres 2010. Auch hier werden die Besitzer benachrichtigt.

Seit den Problemen vor zwei Jahren mit festklemmenden Gaspedalen und fehlerhaften Bremsen ist Toyota sehr sensibel bei Fehlern und hat bereits mehrfach freiwillig Rückrufe gestartet. So soll ein neuerlicher Image-Schaden vermieden werden. Viele der gemeldeten Vorfälle von damals entpuppten sich zwar später als Fehler der Fahrer, doch bei Toyota brachen die Verkäufe ein.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • mid
Startseite

Mehr zu: Spurstangen-Problem - Toyota ruft weltweit 1,5 Millionen Autos zurück

7 Kommentare zu "Spurstangen-Problem: Toyota ruft weltweit 1,5 Millionen Autos zurück"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie kann man denn einen Jahresabsatz mit Rückrufaktionen ins Verhältnis setzen. Kopschüttel. Dazu sollte man den Gesamtfahrzeugbestand eines Herstellers vergleichen. Vielleicht einfach mal bei Google: Möhren des Jahres eingeben.
    Dort sind die wahren Verlierer zu finden.

  • Klar, bei VW gab es in Verbindung mit der Steuerketten-Thematik Rückrufe, diesbezgl. sollte man sich schon informieren, bevor man lästert. Die Rückrufquoten in den USA sprechen übrigens Bände.
    Die Medien informieren im Übrigen nur über den Rückruf, wofür sie zum Teil ja auch da sind. Die ganzen Toyota-Fahrer, die sich hier weg. dieses Artikels und auch auf anderen Nachrichten-Seiten aufspielen, können einem nur leid tun. Einfach lesen, kommentarlos hinnehmen und ggf. (wieder einmal) nächste Werkstatt aufsuchen!

  • Wie gesagt: Immer gerecht bleiben. Toyota hat beim Thema Sicherheit eine hohe Sensibilität und seine internen Qualitätskontrollkriterien noch einmal drastisch verschärft (das verfolge ich sehr genau, denn Sicherheit ist mir verdammt wichtig) und präventive Rückrufaktionen zum Teil der Firmenpolitik gemacht, was möglicherweise schlecht fürs Image, aber gut für die Kunden ist, und die hammerharten Untersuchungen in den USA (dort werden die Anwälte der Kläger an den erstrittenen Zahlungen satt beteiligt, was die dortige Klagefreudigkeit erklärt) haben ergeben, dass es sich fast ausschließlich um Fahrerfehler handelte, wie im Artikel übrigens richtig angemerkt. Anschließend kam es auch bei deutschen Herstellern, u.a. bei VW, mehrfach zu Rückrufaktionen, ohne dass die Hersteller ähnlich gebashed worden wären wie Toyota. Mir ist es egal, was Sie für ein Auto kaufen, und wenn Sie einen Dacia fahren möchten, dann man viel Spaß. Ich bin und bleibe erst mal Toyota-Fan.

  • Oh nein Toyota ist erst so sensibel, weil sie in Amerika drei Jahre von den Problemen wussten,aber nix machen wollten aus Angst nicht mehr die NUmmer 1 zu sein.
    Und zum Thema VW und andere Marken: Schon komisch, dasses bei Toyota IMMER sicherheitsrelevante Sachen sind. Eine übergesprungene Steuerkette ist nicht mit einem abbrennenden Gurtstraffer oder einem den Fahrer verletztenden Airbag zu vergleichen (googeln Sie ein bisschen, dann wissen Sie was ich meine). Und ganz freiwillig glaub ich auch nicht, wenn die nicht zurückrufen müssten, würden die es auch nicht tun. Wenn Japaner eins verstehen, dann ist es Sachen herabzuspielen und zu verharmlosen (siehe Fukushima und die tatsächlichen Fakten dazu). Aber jeder muss wissen, was er macht bzw. kauft. Und für mich wäre Toyota das allerletzte an Auto, was ich mir kaufen würde und wirklich das allerletzte, vorher würde ich noch Dacia fahren.

  • Danke, ich hatte mich schon gewundert was die Stoßstange mit der Hinterradführung zutun haben soll.

  • Richtig! Bei VW kacken reihenweise Motoren, Getriebe u.s.w. ab. Aber da macht keiner gross Alarm.
    Uebrigens sollte man als Journalist erst mal Stoss- von Spurstangen unterscheiden können ;-)

  • Und was ist mit den zahlreichen Rückrufaktionen von VW & Co.? Auf Toyota wird ständig eingeprügelt, obwohl deren meiste Rückrufaktionen rein präventiv waren und Unfälle fast immer auf ein falsches Fahrverhalten der Autolenker zurückgingen. Toyota ist schlicht verantwortungsbewusst. Da kenne ich ganz andere Autostorys. Ich fahre schon lange einen Lexus und bin sehr zufrieden mit dem Auto und mit dem guten Kundenservice, nachem ich mit meinem BMW ständig Probleme hatte. Sollte wohl auch mal gesagt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%