Studie zum autonomen Fahren Roboter-Autos sparen Milliarden

Das autonome Fahren soll die Unfallzahlen senken und die Staubelastung lindern. Eine Studie beziffert nun die möglichen volkswirtschaftlichen Gewinne.
  • Holger Holzer
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Studie zum autonomen Fahren - Roboter-Autos sparen Milliarden Quelle: Daimler
Sicher und günstig

Autonome Autos sollen die Fortbewegung in Städten revolutionieren.

DüsseldorfDas autonome Fahren soll den Straßenverkehr kostengünstiger, zuverlässiger und sicherer machen. Mit mindestens 8,3 Milliarden Euro pro Jahr ab 2030 beziffert der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) die künftigen positiven Effekte für die deutsche Volkswirtschaft. Langfristig sei durch die fortschreitende Automatisierung der Fahrzeuge mit weiteren Kostensenkungen in Höhe von mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr zu rechnen, prognostiziert eine nun veröffentlichte Studie.

Für die größten Einsparungen könnte demnach der Sicherheitsgewinn durch die Einführung autonom fahrender Autos sorgen. Für Deutschland sei eine Verringerung der Unfall- und Opferzahlen um rund 10 Prozent denkbar. Die Studie beziffert den volkswirtschaftlichen Langfristeffekt auf bis zu 5,7 Milliarden Euro. Bereits 2030 soll er bei 1,8 Milliarden Euro liegen.

Weitere 4,1 Milliarden Euro resultieren langfristig aus Zeitkosten-Ersparnissen: Der Computer lenkt nicht nur sicherer, sondern auch effizienter, was Staus auf Autobahnen um 20 Prozent und im nachgeordneten Verkehr um 15 Prozent reduzieren könnte. Der Effizienzgewinn würde auch die Kraftstoffkosten um bis zu 2,1 Milliarden Euro pro Jahr drücken, was nicht zuletzt die Transportwirtschaft entlasten würde.

Zehn gute Ideen für das Auto der Zukunft
1: Geteilte Kosten
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Beim Autosalon Paris präsentierte VW 2016 den „I.D.“, ein Konzeptauto mit rein elektrischem Antrieb. Da das Auto autonom fahrende E-Mobil wohl deutlich teurer sein wird als etwa ein Golf, wurde es von Anfang an für Sharing- und Mitfahr-Lösungen konzipiert.

Der Hintergrund: Da junge Neuwagenkäufer immer seltener werden, arbeiten mittlerweile alle großen Hersteller daran, sich zu Mobilitätsanbietern zu wandeln. Nutzen statt besitzen lautet das Motto. Der Hersteller vermietet immer öfter statt zu verkaufen.

2: Hoch verdichtete Motoren
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Ein Beispiel, das nicht alles in Richtung Hybrid- und Donwsizing laufen muss, zeigt der japanische Autobauer Mazda mit den so genannten HCCI-Motoren, das steht für Homogeneous Charge Compression Ignition.

Der erste serienreife Benziner, der - wie ein Diesel - den Treibstoff in der Brennkammer durch extreme Kompression selber zündet, soll im kommenden Jahr vorgestellt werden. Mazda verspricht eine Spritersparnis von bis zu 30 Prozent gegenüber aktuellen Modellen.

3: Level-3-Autonomie
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Wie schön wäre es, bei einer Autofahrt die Hände auf die Beine legen zu können? In drei bis vier Jahren, so heißt es in einem Bericht des Magazins „Chip“, aus dem auch die weiteren hier genannten Auto-Zukunftsideen stammen, sollen Fahrzeuge unterwegs sein, die den Fahrer streckenweise aus der Verantwortung nehmen können.

Beim autonomen Fahren gibt es, darauf hat sich die Industrie geeinigt, ein fünftstufiges System, mit dem die verschiedenen Arten des autonomen Fahrens klassifiziert werden. Bei Level 3 übernehmen die Systeme die Fahrt schon fast komplett, inklusive Überholmanöver und Ausweichen. Einige aktuelle Premiummodelle der Oberklasse und oberen Mittelklasse absolvieren diese Aufgaben sogar jetzt schon teilweise.

4: Oberleitung für Laster
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Nach langer Vorplanung würde es konkret, meldet "Chip": Die Oberleitungs-Lkw kämen - zumindest auf zwei deutschen Autobahnen. In den Fahrzeugen ist ein Akku für 50 bis 80 Kilometer verbaut. Klar ist aber auch: So können nur Bruchteile des gesamten Lastverkehrs elektrifiziert werden.

5: Platooning
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Beim so genannten Platooning koppeln sich miteinander vernetzte Lastwagen zur Kolonnenfahrt zusammen, fahren mit minimalem Abstand hintereinander her. Vorteil: Das spart Energie, denn Luftwiderstand und Verbrauch sinken. Die miteinander verbundenen Fahrzeuge können außerdem autonom fahren - einzig ganz vorne im Lkw muss ein menschlicher Fahrer sitzen.

Nachteil: Zu geringe Bremswege, und ein Mindestabstand, den die Straßenverkehrsordnung in ihrer jetzigen Form gar nicht zulässt. Und wenn dann ein Reisebus mit 100 km/h die komplette 80-km/h-Kolonne überholt, dann zieht sich das kilometerweit.

6: Wohnung mit Autoanteil
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Ein interessantes Modell für Megacitys: In Zukunft könnten die Betreiber von Wohnanlagen eine kleine Pkw-Flotte zur Verfügung stellen, die von den Mietern zu günstigen Konditionen genutzt werden kann.

7: Extreme Leistung
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Der abgebildete Motor des Schweizer Unternehmens Brusa ist ein so genannter Asynchronmotor, der mit hohen Drehzahlen arbeitet und extreme Leistungsdichten erreicht. Er leistet maximal 220 Kilowatt (was etwa 300 PS entspricht) und ist so klein, dass problemlos ein Motor mit Untersetzung pro Rad verbaut werden kann. Getestet wird das bereits erfolgversprechend seit 2013 in der Schweiz, etwa an einem 18-Tonner-Lkw von Coop.

Zusätzlich profitieren würde diese vom sinkenden Bedarf an Fahrern: Ja nach Szenario verringert sich die Zahl der Arbeitsplätze um 10 bis 60 Prozent. Die Betriebskostenersparnisse liegen der Studie zufolge bei 2,5 Milliarden Euro.

Die Industrievertreter sehen allerdings nicht nur positive Effekte des autonomen Fahrens. So würde die Attraktivität des Individualverkehrs durch die Automatisierung möglicherweise steigen und einige Einspareffekte, vor allem bei Kraftstoff und Zeitkosten, abschwächen. Der Mehrverkehr könnte bis zu 27 Prozent betragen. Zudem ist mit steigenden Fahrzeugkosten sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr zu rechnen.

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