Porsche Cayenne E-Hybrid

Die neue E-Version des Cayenne verfügt über mehr elektrische Reichweite.

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SUV-Fahrbericht Rasen mit elektrischer Hilfe - der Porsche Cayenne E-Hybrid

Als Hybrid soll selbst der Porsche Cayenne zum Spritsparer werden. Bei der Testfahrt verbraucht er fast drei Mal so viel Benzin wie beworben.
  • Peter Maahn
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  • Spotpress

Ehrlich sind sie ja, die Porsche-Leute. Bei der Entwicklung der neuen Hybrid-Version des Cayenne stand mitnichten der geringere Verbrauch des Doppelherz-SUV im Vordergrund. „Leistungsorientierte Hybridstrategie“ nennen sie Bestreben, die zusätzliche Kraft eines Elektromotors zum Wohle der traditionell PS-hungrigen Kundschaft zu nutzen.

Der Stromschub kommt vor allem der Durchzugskraft zu Gute. 700 Newtonmeter stehen im Datenblatt. Damit liegt der E-Hybrid nur 70 NM hinter dem fast 50.000 Euro teureren Flaggschiff der Cayenne-Familie mit seinem 4-Liter-Achtyzlinder und 404 kW/550 PS.

Der E-Cayenne ist im „Sport-Plus“-Modus unterwegs, der zuvor mit einem kleinen geriffelten Rädchen auf der rechten Lenkradspeiche ausgewählt wurde. Jetzt kooperieren die beiden Motoren ganz im Sinne der neuen Strategie, stillen den Leistungshunger und reagieren beim geringsten Zucken des rechten Fußes. Die erwähnte Durchzugskraft tritt praktisch ohne Gedenksekunde in Aktion. Eine ausgeklügelte Elektronik sorgt dafür, dass im Hintergrund der Ladezustand der Batterie ganz nebenbei immer bei Laune gehalten wird.

Der Cayenne E-Hybrid: Stromer und Sprinter Quelle: Porsche
Der Cayenne E-Hybrid

Die Neuvorstellung verfügt über einen Drehmoment von 700 Newtonmetern.

Denn das nur durch das recht streng kontrollierte Tempolimit gezügelte Spaßerlebnis im Cayenne fordert den Akku, der im Vergleich zum Vorgänger um 43 Prozent an Power zugelegt hat. Deshalb also das ständige Nachladen durch den Verbrenner, was natürlich den 75-Liter-Benzintank zusätzlich zum glühenden Turbo beansprucht. Nun gut, wer mindestens 90.000 Euro nach Zuffenhausen überwiesen hat, wird sich nicht von der Benzin-Preistafel schocken lassen. Schließlich sitzt er in einem echten Sportwagen, der sich als SUV verkleidet hat.

Aber sind die Porsche-Fahrer wirklich so heiß auf üppige Leistung, wie die Marktstrategen zu wissen glauben? Manche sicher, aber die Mehrheit der Kunden, die im Schnitt die „Fünfzig“ hinter sich gelassen haben, werden schnell eine weitere Qualität entdecken und lieben lernen.

Nach Teil Zwei der ersten Testfahrt im Cayenne E-Hybrid meldet der Bordcomputer Erstaunliches: Fahrtstrecke 326 Kilometer, Benzinverbrauch 10,8 Liter im Schnitt, Durchschnittsgeschwindigkeit 88 km/h (inklusive Ortsdurchfahrten, kurvigen Landstraßen und auch ein wenig Autobahn). Beworben wird der SUV mit einem Normverbrauch von 3,2 bis 3,4 Litern auf 100 Kilometern. Der Verbrauch bei der Testfahrt ist also etwa dreimal so hoch.

Immerhin: Auf 111 Kilometern war der Sechszylinder-Benziner im vorläufigen Ruhestand, der E-Motor war allein für den Vortrieb zuständig. Im Alltagsbetrieb auf der Kurzstrecke könnte so ein 462-PS-Hybrid also verträglich bewegt werden. Natürlich nur, wenn als Fahrmodus „Hybrid Auto“ gewählt und auf sinnlose Sprints zwischen zwei Ampeln verzichtet wird. Und wenn der Akku regelmäßig geladen wird.

Die grünen Bremssättel sind charakteristisch für die Hybrid-Modelle bei Porsche Quelle: Porsche
Bremssättel als Erkennungszeichen

Die grünen Bremssättel sind charakteristisch für die Hybrid-Modelle bei Porsche

Hilfreich ist, dass der Cayenne auch das typische „Segeln“ beherrscht. Wird der Gasfuß entlastet, koppelt sich der Benziner in Bruchteilen von Sekunden vom Antrieb ab und wird stillgelegt. Der Fahrer merkt von dem ständigen Wechselspiel der Elektronik kaum etwas.

Auch das Zusammenspiel mit dem Navigationssystem gelingt. Der „kluge“ Cayenne berechnet Fahrstil, Entfernung bis zum Ziel oder auch die Beschaffenheit des gerade befahrenen Geländes. Daraus ermittelt er die jeweils sinnvollste Antriebsart ohne, dass ständig irgendwelche Knöpfe gedrückt werden müssen. Entgegen der erwähnten offiziellen Strategie steht dabei dann nicht die Leistung, sondern eben das effiziente Fortkommen im Vordergrund. Na also, geht doch.

Die Preisliste hält natürlich noch einige Optionen bereit. Die elektronische Fahrwerksregelung ist serienmäßig, gegen Aufpreis gibt es erstmals bei Porsche ein Head-Up-Display und fast alle bekannten Assistenzsysteme. Pfiffig ist dabei ein System, das entlang von Bordsteinen vor Berührungen warnt und so die teuren Alu-Räder vor unschönen Kratzern bewahren kann. Zu haben ist sind auch Helfer, die das Rückwärtsfahren mit Anhängern steuern oder beim Öffnen der Türen vor Verkehr von hinten warnen. Demnächst wird auch das ferngesteuerte Einparken per Smartphone-App möglich sein.

Das Typenschild am Heck gibt Aufschluss über den Motor Quelle: Porsche
Sechszylinder-Benziner und E-Motor

Das Typenschild am Heck gibt Aufschluss über die Hybridvariante.

Unterm Strich also ein edles SUV, das auch mal ins Gelände abbiegen kann und seinen betuchten Nutzern Raumgefühl, hohe Sitzposition und viel Komfort bietet. Wohl kaum ein anderer E-Hybrid wird mit dem Einstiegspreis von knapp 90.000 Euro den Besitzer wechseln. Gut 20.000 Euro werden noch dazu kommen, wenn man bei den Aufpreisoptionen zugreift.

Vor allem die vielen Diesel-Fans solcher Autos wird die Hybrid-Alternative zum reinen Benziner reizen, denn ein Selbstzünder ist derzeit nicht im Programm. Beim Panamera hat der Anteil der Hybrid-Version schon gut 60 Prozent erreicht.

Der Innenraum unterscheidet sich nur marginal vom "normalen" Cayenne Quelle: Porsche
Das Interieur

Der Innenraum unterscheidet sich nur marginal vom "normalen" Cayenne.

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