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Technischer Hintergrund Was es mit dem „Thermofenster“ auf sich hat

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Knapp über Zimmertemperatur

Abgasbetrug – Hat Daimler alle hinters Licht geführt?

Dass die Hersteller ihre Systeme auf Bedingungen knapp über Zimmertemperatur optimiert haben, dürfte kein Zufall sein. Der gesetzliche Standardtest NEFZ findet im Labor bei 23 Grad Außentemperatur statt. Und unter diesen Temperaturen liefern alle getesteten Modelle bessere Werte ab.

Nach der Argumentation vieler Hersteller wird dieses Verfahren genutzt, um Bauteile im Motor zu schützen. Außerdem müssten auch die Abgasreinigungssysteme erst auf Temperatur gebracht werden, heißt es. Doch wie weit die Hersteller diese Lücke, die der Gesetzgeber ihnen einräumt, ausnutzen dürfen, ist durchaus umstritten. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags halten das Vorgehen der Hersteller für illegal, und teilen damit die Haltung einiger Umweltverbände. Und auch das Verkehrsministerium will die Problem mit den „Thermofenstern“ auf europäischer Ebene schließen.

Daimler hatte sich – wie andere auch – aber mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) schon darauf geeinigt, 247.000 Fahrzeuge zurückzurufen, um diese Technik anzupassen. Porsche hat beispielsweise den Macan mit 3.0l V6-Diesel umgerüstet.

Bei 10.500 betroffenen Fahrzeugen hatte die Untersuchungskommission von Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und Verkehrsministerium Zweifel, ob die gewählten so genannten „Thermofenster“ in vollem Umfang durch den Motorschutz gerechtfertigt sind. Die betroffenen Hersteller wurden aufgefordert, das Temperaturfenster auf das tatsächlich notwenige Maß zu begrenzen. Beim Macan wurde das Thermofenster etwa von 17 auf fünf Grad Außentemperatur geändert.

Auf eine Klage der Deutschen Umwelthilfe, Verbraucher seien mit Werbung über saubere Dieselmotoren in die Irre geführt worden (Az: 35 O 76/13 KfH), hatte Daimler kürzlich mit einer Unterlassungserklärung reagiert. Broschüren mit der Aussage, dass bei der neuen C-Klasse die Stickoxid-Emissionen durch die Abgas-Nachbehandlung um bis zu 90 Prozent reduziert werden könnten, wurden zurückgerufen.

Das Ende der Fahnenstange ist das für Daimler aber nicht. In den USA haben Autobesitzer eine Sammelklage angestrengt und dem Hersteller manipulierte Werte des Schadstoffs Stickoxid und irreführende Werbung vorgeworfen. Und das Justizministerium in Washington hatte den Hersteller aufgefordert, das Zustandekommen der offiziellen Abgaswerte in den USA intern und unter Einbeziehung der Aufseher zu prüfen. Mit der Untersuchung beauftragte Daimler externe Anwälte, die seit gut einem Jahr im Haus unterwegs sind. Geleitet wird die Prüfung aber von der internen Revision des Autobauers. Daimler hält sich mit Aussagen zu den Verfahren zurück.

  • fgh
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