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Tesla Roadster Fahrspaß mit gutem Gewissen

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Aber nicht nur der Antritt ist begeisternd. Fast noch mehr beeindruckt die absolute Ruhe aus dem Motorraum. Natürlich muss man sich daran zunächst ebenso gewöhnen wie manch erschreckter Radfahrer an der Ampel. Doch wo sonst die Auspuffrohre röhren wie brünftige Hirsche, hört man hier allenfalls ein Surren, das alsbald im Abrollgeräusch der Reifen und dem Rauschen des Fahrtwindes untergeht. Im Tesla fährt man nicht durch die Stadt, man segelt! Und auch auf der Autobahn kann man sich plötzlich wieder mit seinem Nachbarn in normaler Lautstärke unterhalten.

Wo andere Autos einen Tank haben, steckt beim Tesla das riesige Batteriepaket, das nahezu den gesamten Kofferraum einnimmt und gerade noch Platz lässt für das herausnehmbare Stoffverdeck und ein, zwei Reisetaschen. Von einer aufwendigen Elektronik gesteuert und einer speziellen Flüssigkeit gekühlt, soll sie genügend Kapazität für 365 Kilometer bieten. Ein Ladezyklus an der Steckdose dauert je nach Stromstärke zwischen 3,5 und 16 Stunden, kostet nicht einmal zehn Euro und entscheidet über die Schadstoffbilanz des Sportlers. Denn auf der Straße ist der CO2-Ausstoß zwar gleich null, doch nur wer "grünen" Strom zapft, darf wirklich guten Gewissens Gas geben.

Bislang gilt die Batterie als Knackpunkt eines Elektroautos, weil ihre Kapazität über die Lebensdauer abnimmt. Kritiker fürchten deshalb, dass der Roadster schnell an Tempo und Reichweite einbüßt. Tesla dagegen garantiert eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren oder rund 160 000 Kilometern. Danach müsse man Beeinträchtigungen hinnehmen oder für etwa 15 000 Euro einen neuen Akku kaufen. Zwar müssen auch Verbrenner zum Service, doch wenn die Preise bis dahin nicht sinken, verliert der Stromer spätestens dann an Sex-Appeal.

Neben den offenen Fragen zur neuen Technik hat der Roadster auch ein paar handwerkliche Schwächen, die Tesla bis zur Markteinführung aber beheben will: Denn bislang stehen - Sitzheizung hin, Lederpolster her - Verarbeitungsqualität und Materialauswahl im krassen Widerspruch zum Preis. Und auch das Fahrwerk dürfte etwas komfortabler abgestimmt sein.

Davon unbenommen ist und bleibt der Tesla ein faszinierendes Auto, das mehr Spaß macht als jeder konventionelle Sportwagen. Natürlich wird ein Stromer für 120 000 Euro weder die Massen erreichen, noch die Welt verändern, sondern allenfalls als Lustobjekt für Reiche mit reinem Gewissen dienen. Und ein Auto für alle Lebenslagen ist der Tesla mit zwei viel zu engen Sitzen, einem Witz von Kofferraum und unter 400 Kilometern Reichweite auch nicht. Doch als Botschafter für Fahrspaß ohne Risiken und Nebenwirkungen ist er wichtiger denn je.

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