Toyota Verso S Das kleine Schwarze

Die Klasse der Micro-Vans ist gut bestückt: Opel Agila, Hyundai ix20, Kia Venga, Honda Jazz und Suzuki Wagon R+ streiten sich um die Käufer. Nur einer fehlt noch in dem wachsenden Segment: der Weltmarktführer Toyota.
Kommentieren
Das hat der Micro-Van zu bieten
Toyota Verso S - 2010
1 von 8

Seit März 2011 wird der Verso S als Nachfolger des bis 2005 gebauten Yaris Verso angeboten. Das "S" kann man als "Small" verstehen: Der Verso ohne "S" bleibt als größere Variante auf Basis des Corolla weiter auf dem Markt. Dieser bietet bis zu sieben Sitze.

Toyota Verso S - 2010
2 von 8

Unter der Haube kommen zwei bekannte Toyota-Motoren zum Einsatz: Ein 1,33 Liter großer Benziner-Saugmotor (99 PS) und der getestete 1,4-Liter-Turbodiesel mit 90 PS. Der Diesel soll auf einen Verbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometer kommen, der Benziner liegt laut Werksangaben bei 5,5 Litern Super.

Toyota Verso S - 2010
3 von 8

Im Gegensatz zu dem aufgeladenen Diesel hat der Benziner eine große Schwäche: der Durchzug. 125 Newtonmeter Drehmoment bei 4.000 Umdrehungen sind zu wenig, spritsparendes Fahren bei niedrigen Drehzahlen ist kaum möglich.

Toyota Verso S - 2010
4 von 8

Der Toyota Verso S ist gerade einmal 3,99 Meter lang. Das reicht gut für vier Erwachsene und kleines Handgepäck. Selbst in der zweiten Reihe wird es dann nicht zu eng.

Toyota Verso S - 2010
5 von 8

Der Kofferraum fasst zwischen 430 und 1.388 Litern. Das ist Golf-Niveau, nur ist der Verso S dabei 20 Zentimeter kürzer.

Toyota Verso S - 2010
6 von 8

Im Innenraum herrscht das schwarze Hartplastik: Die Materialauswahl wirkt etwas lieblos, das macht die Konkurrenz aus Korea in Form des Hyundai ix20 und des Kia Venga besser.

Toyota Verso S - 2010
7 von 8

Die Tasten sind logisch angeordnet, man findet sich schnell zurecht. Serienmäßig kommt der Verso S mit einer 6-Gang-Handschaltung, gegen Aufpreis wird der Benziner mit einer stufenlosen Automatik, der Diesel mit einem automatisierten Schaltgetriebe geliefert.

HamburgWie ein schlichtes Notebook kommt einem dieser Wagen vor. Innen haben die Designer diverse Plastikarten und Oberflächen kombiniert: schwarz, nüchtern. Der Gesamteindruck ist kühl, aber von einem Klapprechner würde ich ja auch kein atemberaubendes Interieur erwarten. Es ist dann nicht schwer, sich im Toyota Verso S zurechtzufinden: Schalter und Knöpfe scheinen am richtigen Platz zu sein. Anders als bei einem neuen Rechner ist alles gleich völlig vertraut.

Der Ästhet in mir ist nicht ganz befriedigt, aber den IT-Techniker kitzelt es: reichlich Multimedia an Bord! Schnell ist das Handy per Bluetooth mit dem System "Toyota Touch" in der Mittelkonsole verbunden. Kein Kabelverhau mehr über dem Lenkrad, keine Suche nach dem passenden Adapter. Drahtlos schwebt die Musik in die Audioanlage. Und nicht nur das: Ein großes Farbdisplay zeigt beim Konfigurieren mein Adressbuch aus dem Telefon. Sogar Fernsehen in seiner praktischsten Form ist vorhanden: Ein Rückfahrmonitor erleichtert das Einparken. Das ist irgendwie schöner als eine piepsende Einparkhilfe und schont den Nacken.

Das Multimediazentrum erwacht, als das Telefon klingelt, auf dem Schirm leuchtet der Name des Anrufers. "Ist heute Segelwetter, was meinst du?" Jemand möchte mit mir an die See fahren. Der Blick durch das riesige Glasdach erübrigt den Wetterbericht. "Ja, sieht gut aus. Wir fahren raus!" Schnell die Rettungswesten, die Segelbekleidung und maritimes Zubehör eingepackt, und los geht es in Richtung Flensburger Förde.

Auf der A7 schnurrt der 1,4-Liter-Turbodiesel kaum wahrnehmbar. Der Motor entfacht kein Leistungsfeuerwerk, fährt sich jedoch extrem geräusch- und vibrationsarm. Im Vergleich zu dem Toyota manövriert sich das angegraute Segelboot wie ein Commodore 64 aus alten Zeiten. Kein Sechsgang-Schaltgetriebe, keine Airbags, kein Schleudertrauma-Schutzsystem oder Bremsassistent. Wir verbringen einen herrlichen Tag auf dem Wasser, aber am Ende müssen wir das Boot dann doch wieder gegen das Auto tauschen.

Den Seegang noch im Körper, steigen wir in den Toyota. Die luftige, geräumige Atmosphäre unter dem Glasdach gibt uns noch ein wenig das Gefühl, wir seien weiterhin auf der Ostsee, doch beim Ausparken flackert sofort der Monitor auf. Der digitale Alltag hat uns wieder.

Technische Daten

Motorbauart: 1,4-Liter-Turbodiesel
Leistung: 66 kW (90 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 12,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
CO2-Emission: 113 g/km
Durchschnittsverbrauch: 4,3 Liter
Basispreis: 19.300 Euro

Dirk Mausch ist IT-Manager bei der ZEIT.

  • Dirk Mausch
Startseite

0 Kommentare zu "Toyota Verso S: Das kleine Schwarze"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%