Volvo XC90 im Fahrtest Dieser Riese bremst auch für Radfahrer

Der XC90 ist das erste Modell der Schweden mit neuer Plattform, der künftigen Basis für alle Volvos. Das 4,95-Meter-Schiff steckt voller moderner Elektronik und will etablierten SUV-Bestsellern Paroli bieten.
  • Peter Maahn
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Der XC90 ist der erste Volvo auf der neuen eingenen Plattform Quelle: Volvo
XC90

Er ist das erste Modell auf der neuen eigenen Plattform, die die Basis für alle künftigen Volvos sein soll.

Wer so ganz privat eine Umfrage nach den bekanntesten Marken und Namen aus Schweden startet, wird wohl immer die gleichen Kandidaten hören: Ganz bestimmt Abba, natürlich auch Ikea und H&M, vielleicht erscheinen auch noch die Hasselblad-Kamera oder die SEB-Bank auf der Hitliste. Platz Eins wird aber stets für Volvo reserviert sein, seit nunmehr fast 100 Jahren in aller Welt der schwedische Botschafter schlechthin. Und ausgerechnet die Göteborger Autobauer erfinden sich jetzt unter chinesischer Regie völlig neu.

Mit Kristallglas und Diamantschliff auf Kundenfang
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Beim neuen XC90 hat Volvo 90 Prozent aller Bauteile erneuert. Das Fahrzeug kommt in der Basisausstattung für rund 50.000 Euro auf den Markt, die First Edition wird rund 91.000 Euro kosten. Beibehalten wurde die typische geschwungene Form der Rückleuchten.

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Volvo heute: Der neue XC90. Die zweite Generation des Luxus-SUV wartet mit einer Vielzahl an Sicherheits- und Assistenzsystemen auf. Vor allem neue Kunden in Asien und Amerika will die Marke so erobern.

Zweite Generation des Volvo XC90 - Innen alles anders
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Nicht nur mit der Materialauswahl soll der Siebensitzer Akzente setzen.

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Die neuen T-förmigen Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ des Volvo XC90 sollen an den nordischen Donnergott erinnern. Wesentlichere Neuerungen sind für den Laien nicht so leicht zu erkennen.

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Auffälligste Änderung im Cockpit: Die zuletzt in allen Modellen der Marke als prägendes Element eingesetzte „freischwebende“ Mittelkonsole mit ihren vielen Knöpfchen ist verschwunden.

Dominiert wird das Cockpit stattdessen von einem großen, hochkant stehenden Bildschirm, über den Navigation, Infotainment-Systeme und Klimaanlage mittels Gesten und Berührungen gesteuert werden.

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Den Mittelpunkt des Interieurs bildet ein Touchscreen in der Mittelkonsole, der wie ein Tablet funktioniert und das Herzstück des neuen Bordbediensystems bildet. Es kommt fast ohne Knöpfe aus und bietet Autofahrern Zugang zu internetbasierten Diensten.

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Der eigentliche Clou des neuen XC90 steckt aber unter dem Blech, kommt beim SUV doch erstmals Volvos neue flexible Produktarchitektur SPA zum Einsatz, die ähnlich wie etwa die MQB- und MLB-Baukästen des VW-Konzerns künftig zahlreiche unterschiedliche Modelle auf einer einzigen Plattform ermöglichen soll. Das senkt Entwicklungs- und Produktionskosten.

Es geht um den großen XC90, der gut 13 Jahre nahezu unverändert gebaut wurde und jetzt  endlich einen Nachfolger bekommt. Beim knapp fünf Meter langen SUV schwelgen Volvos Spitzenmanager nur in Superlativen: Das "weltweit sicherste Auto" seiner Klasse, das SUV mit der "besten Aerodynamik" und zudem mit dem "geringsten Gewicht".

Von "einem der wichtigsten Tage der Unternehmensgeschichte", spricht denn auch Volvo-Präsident Hakan Samuelsson, wenn der dicke Fünftürer bald in Richtung Kunden rollt. "Dieses Modell bereitet den Weg für viele neue und aufregende Volvo-Modelle in den kommenden Jahren".

Nach seiner Reise über die großen Autoausstellungen in aller Welt wird es nun also ernst für den XC90. Im spanischen Katalonien steht er für seine Jungfernfahrt bereit.

Innen geht es edel zu Quelle: Volvo
Volvo XC90

Innen geht es edel zu

Der erste Gedanke: Alter Schwede, ist der Neue groß. Mit seinem Gardemaß von 4,95 Metern ist der XC90 der längste PKW in der Volvo-Geschichte, hat Platz für sieben Erwachsene und tritt mit neuem Selbstbewusstsein gegen die anderen SUV-Riesen wie den Audi Q7 oder den Mercedes ML an, hat aber auch die noch größeren Amerikaner wie den Cadillac Escalade oder den Lincoln Navigator im Fadenkreuz.

Dabei herrscht unter der Haube stets nordische Zurückhaltung. wenn auch nur auf den ersten Blick. Alle lieferbaren Triebwerke – ob Benziner oder Diesel - begnügen sich mit zwei Litern Hubraum und vier Zylindern. Doch aus den Daten spricht alles andere als Bescheidenheit.

So kommt der Bi-Turbo-Diesel D5 auf ordentliche 165 kW/225 PS bei einer Durchzugskraft von 470 Newtonmetern. Wer es einen Hauch sportlicher braucht, bestellt den Benziner mit Kompressor plus Turbo und kann sich dann über 235 kW/320 PS freuen.

Das Spitzenmodell der neuen XC90-Generation ist mit einer Papierform von 2,7 Litern auf 100 Kilometer der Kostverächter schlechthin, obwohl er mit glatten 295 kW/400 PS aufwartet. Erreicht wird das durch die Kraft von zwei Herzen, dem erwähnten Benzin- und einem Elektromotor.

Die Batterien des Stromers können an der Steckdose wieder aufgeladen werden, was diesen Volvo als Plug-In-Hybrid ausweist. Gut 40 Kilometer weit kann das rund 2,4 Tonnen schwere Gefährt rein elektrisch unterwegs sein. In den Allrad-Modus gewechselt, versorgt jedes Triebwerk eine Achse.

Wer also häufig abseits fester Straßen unterwegs sein will, wird die Batterie schnell leersaugen. Weil der Benziner dann ständig mit der Aufladung beschäftigt ist, steigt natürlich auch der Verbrauch entsprechend.

Erhabene Sitzposition, überlegene Übersicht
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