VV Eco Up Sparzwerg mit Erdgasantrieb

Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb hat es auf Platz eins der Auto-Umwelt-Liste beim Verkehrs Club Deutschland (VDC) gebracht, und zwar vor den Hybriden aus Japan. Er ist ein Sparer, aber kein Sprinter.
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Von seinen Benzin-Brüdern kaum zu unterscheiden: Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb. Quelle: PR

Von seinen Benzin-Brüdern kaum zu unterscheiden: Der VW Eco Up mit Erdgasantrieb.

(Foto: PR)

BerlinDer VW Eco Up mit Erdgasantrieb hat es auf Platz eins der Auto-Umwelt-Liste beim Verkehrs Club Deutschland (VCD) gebracht, und zwar vor den Hybriden aus Japan. Seit kurzem hat VW ihn im Angebot und nun kann er in der Praxis zeigen, ob er hält, was das Listen-Rang verspricht.

Erdgas ist generell umweltfreundlich, weil es weniger Kohlenstoff als Benzin oder Diesel enthält und schon deshalb nicht so viel CO2 freisetzt. Außerdem kostet Erdgas nach wie vor nur die Hälfte von Benzin, weil der niedrige Steuersatz für Gas bis 2018 festgeschrieben ist. Dazu kommt, dass sich normale Benzinmotoren mit überschaubarem Aufwand für den Betrieb mit Erdgas umrüsten lassen. Man kann sie sogar mit dem chemisch ähnlichem Biogas auf Methan-Basis betreiben. Das setzt nur so viel CO2 frei, wie es die Pflanzen beim Wachstum aufgenommen haben. Das an den deutschen Tankstellen angebotene Erdgas enthält bereits 13 Prozent an Biogas, gewonnen aus Gülle, Mist und anderen Abfällen.

Schade, dass die ersten mit Erdgas betriebenen Pkw-Motoren so lahm waren. Das hatte seinen Grund: Das in den Ansaugstrom geblasene Erdgas verdrängt die gleiche Menge Luft, so dass nicht genug Sauerstoff im Brennraum ankommt. Das begrenzt die Motorleistung. Ausgleichen kann man das durch Aufladung. So lassen Erdgas-Turbomotoren solche Schwächen vergessen. Ein Ausgleich lässt sich auch durch hohe Verdichtung schaffen. Sie ist möglich, weil Erdgas klopffester ist als Benzin. Diesen Weg geht VW am 0,9-l-Dreizylinder Saugmotor des Eco Up.

Nur der Schriftzug auf der Heckklappe unterscheidet die Benzin-Brüdern äußerlich. Die Anzeige an der Instrumententafel macht allerdings die zwei Kraftstoffsorten deutlich: Neben 11 Kilogramm Erdgas in zwei Unterflurflaschen (unter Druck von 200 bar) sind es 10 Liter Benzin, auf die der Fronttriebler umschaltet, wenn das Erdgas zur Neige geht. Bis zehn Grad Minus springt der Motor mit Erdgas an, darunter startet er mit Benzin.

Beim Tritt aufs Gaspedal legt sich der Kleine ins Zeug, der Motor läuft rund und ruhig. Beim Halt an der ersten Ampel stellt ihn das Start-Stopp-System kurzzeitig ab. Er springt problemlos wieder an und beschleunigt willig. Beim Hochdrehen klingt er etwas härter als ein reiner Benziner, was an der von 10,5:1 auf 11,5:1 erhöhten Verdichtung liegt. Der Unterschied bleibt jedoch in Grenzen und auf der Autobahn geht es dann bis Tempo 164. Nur in der Beschleunigung fällt er etwas ab. Das liegt weniger an der Zugkraft als am hohen Gewicht, denn mit seinen Gasflaschen ist der Wagen genau 131 Kilogramm schwerer als ein Benziner. Doch der Unterschied ist minimal und die Zugkraft reicht für sicheres Überholen.

Nach der Testfahrt auf einem Rundkurs mit 10 Prozent Stadt-, 40 Prozent Landstraßen- und 50 Prozent Autobahnbetrieb beträgt der Verbrauch genau 4,3 kg Erdgas pro 100 Kilometer. Das liegt zwar über dem Normwert von 2,9 kg. Dennoch unterbietet der kleine VW die Sprit-Kosten erheblich. Bei Erdgas betragen sie 4,12 Euro pro 100 Kilometer, beim Benziner mit einem Verbrauch von 6,2 Liter Super würden sie auf 9,90 Euro steigen. So hat der Besitzer eines VW Eco Up den höheren Anschaffungspreis zum Benziner mit 60 PS von etwa 1 525 Euro nach 27 000 Kilometern wieder hereingefahren und dabei die Umwelt um 435 Kilogramm CO2 entlastet.

VW engagiert sich mit gutem Grund für Erdgas. Dank des geringeren CO2-Ausstoßes um 16 Gramm pro Kilometer sinkt mit jedem verkauften Eco Up der Verbrauch der gesamten Flotte. Und ehe die Elektroautos so richtig in Schwung kommen, könnten ihnen das Erdgas den Rang ablaufen.

Technische Daten VW Eco Up

Viersitziger Kleinstwagen
Länge: 3,54 m
Breite: 1,65 m
Höhe: 1,49 m
Radstand: 2,42 m
Leergewicht: 1.031 Kilo
Gepäckraum: 213 Liter
Motor: 0,9-l-Dreizylinder-Erdgasmotor
Leistung: 50 kW / 68 PS
max. Drehmoment: 90 Newtonmeter bei 3.000 - 4.300 U/min
Beschleunigung 0 - 100 km/h: 16,3 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 164 km/h
Normverbrauch: 2,9 kg Erdgas/ 100 km
CO2-Ausstoß: 79 g/km
Preis: ab 12.950 Euro

 
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8 Kommentare zu "VV Eco Up: Sparzwerg mit Erdgasantrieb"

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  • Tesla, klar. Aber versuchen Sie mal einen in EU zu kaufen... oder noch schlimmer zu importieren.

    Da bau ich mir doch lieber einen Wagen um auf Elektro bzw. mache gleich meine eigene Leichtbau-Plattform, die mehr kann als fahren.

  • Elektroautos mit 250 Kilometer Reichweite gibt es längst. Schon mal was von Tesla gehört?

  • Hm, dann wäre es wohl nun an der Zeit meine Macht zurückzunehmen und mein nächstes Gefährt selbst zu bauen. Das kostet auch nicht mehr als ein Fahrzeug von einem beliebigen Hersteller, der eh nur noch das Karösschen auf die Fertigplattform von Magna und anderen draufsetzt.

  • und ich warte auf ein Smartphone mit einer "Reichweite" von einer Woche.
    Es gibt eben technische Limitierungen, die nicht einfach ignoriert werden können. Der Hype, der vor allem von der Politik um das Elektrofahrzeug erzeugt wurde, weicht eben langsam der Realität. Ich bin sicher, E-Fahrzeuge werden sich etablieren. Als Stadtfahrzeuge und aufgrund der hohen Kosten für den Energiespeicher mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst für Mobility Dienste (Car-Sharing usw.)

  • Es ist schon interessant. Wird ein neuer SUV vorgestellt, die sich im übrigen außerhalb Europas hervorragend verkaufen, heißt es: Wer braucht denn diese Fahrzeuge. Können sie nicht Fahrzeuge für die Mehrheit der Bevölkerung bauen?
    Wird ein sparsames kleines Fahrzeug vorgestellt, kommt die Frage warum man nicht die großen Fahrzeuge optimiert. Da soll jemand schlau werden.

  • Warum sollte ich so ein Mikroauto kaufen wollen, auch wenn es noch so eine bedeutungslose Liste anführt? Wo lad ich da meinen Einkauf rein? Kann man ja noch nicht mal 'ne kleine Palette reinstellen. Wenn es nur um die Personen-Fortbewegung geht, dann reicht auch ein Südwester mit Elektrofahrrad und wasserdichtem Rucksack, was insgesamt zig tausend Euro billiger kommt.

    Die VW Gruppe zeichnet sich vor allem durch eins aus: schlechtes strategisches und fehlendes kundenorientiertes Denken. Wer will denn noch an die Tankstelle? Wo bleibt Elektro mit 250km Reichweite?

  • Man fragt sich, wieso Volkswagen den Spritverbrauch eines Mini-Autos optimiert, nicht aber die den Spritverbrauch der fetten Modelle, bei denen tatsächlich was zu verbessern wäre. Kopfschütteln!

  • Man fragt sich, wieso Volkswagen den Spritverbrauch eines Mini-Autos optimiert, nicht aber die den Spritverbrauch der fetten Modelle, bei denen tatsächlich was zu verbessern wäre. Kopfschütteln!

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