VW Passat Variant TDI 4Motion im Test Schon fast was für den Vorstand

Mit dem Passat geht VW einen Schritt Richtung Premium. Vor allem wenn der große Diesel an Bord ist, zielt die Mittelklasse auf BMW, Mercedes und Konzernschwester Audi. Kann der Passat es mit den Top-Marken aufzunehmen?
  • Peter Eck
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240 PS und Allradantrieb: Der Selbstzünder hat es wirklich in sich. Er ist der stärkste 2,0-Liter-Diesel, den es bei VW je gegeben hat. Quelle: vw

240 PS und Allradantrieb: Der Selbstzünder hat es wirklich in sich. Er ist der stärkste 2,0-Liter-Diesel, den es bei VW je gegeben hat.

(Foto: vw)

Es ist die für Wolfsburger Autos typische Zurückhaltung, die wir schon Polo, Golf oder vom bisherigen Passat kennen: Die neue, erst seit Ende letzten Jahres erhältliche Mittelklasse kommt auf den ersten Blick mal wieder sehr zurückhaltend daher. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich die optischen Raffinessen, wie die sich aus dem Kotflügel durch beiden Türgriffe bis in die Rückleuchten ziehende Karosseriefalz, die leicht erhabene Motorhaube oder der sehr hochwertig wirkende und geschickt in die Scheinwerfereinheiten überführte Kühlergrill. Das kann nicht jeder so und ist produktionstechnisch recht aufwendig.

Dass unser Passat so edel wirkt, hat natürlich auch mit der Modellvariante zu tun. Vor uns steht der Variant, also der Kombi, mit stärkstem Dieselmotor in Highline-Ausstattung und mit vielen weiteren Extras an Bord. Übrigens ging es uns mit dem Innenraum ähnlich wie bei der Außenoptik. Auf den ersten Blick wirkt der vor allem gewohnt aufgeräumt, die Hochwertigkeit der Materialien offenbart sich erst im Gebrauch.

Was der neue VW Passat zu bieten hat
Weltpremiere neuer VW Passat
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Der Passat sei Oberklasse im Mittelklasseformat, sagte VW-Chef Martin Winterkorn bei der Passat-Premiere Anfang Juni 2014 in Potsdam. "Weil er ein Auto mit Premium-Anspruch, aber ohne Premium-Kosten ist."

Das inzwischen schon in achter Generation gebaute Auto ist hierzulande vor allem ein Firmenwagen. Mit zuletzt weltweit rund 1,1 Millionen Verkäufen pro Jahr ist der Passat wichtigste Baureihe des Zwölf-Marken-Konzerns.

Woman films new Volkswagen Passat during its launch ceremony at Volkswagen Design Center in Potsdam
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Die Erwartungen an den Passat sind gewaltig, auch wegen der Erfolge der Vergangenheit: Von den sieben Vorgänger-Generationen wurden seit 1973 über 22 Millionen Einheiten gebaut. Damit hat der Passat den Käfer überholt und ist auf den Fersen des Golf.

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Natürlich folgt Volkswagen dem Leichtbau und wird den nächsten Passat auch dank neuer Fügetechniken um bis zu 85 Kilogramm leichter machen. Gleichwohl stemmen sich die Wolfsburger gegen den Trend, die nächste Modellgeneration deutlich größer zu machen als den Vorgänger.

Der neue Passat, der im Oktober auf dem Pariser Autosalon Premiere haben und noch vor Jahresende auf den Markt kommen wird, ist sogar den Hauch von zwei Millimetern kürzer.

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Da der Vorderbau aber gleich vier Zentimeter kürzer wird und der Radstand sich vergrößert, wächst der Innenraum spürbar. Aber nicht nur deswegen spricht VW-Vorstand Dr. Heinz-Jacob Neußer von einem „Klassensprung“. Der Passat der achten Generation (intern B8 genannt) wird künftig eine halbe Liga höher spielen.

Mit neuen Technologien sollen nicht nur Kunden aus der nächst höheren Fahrzeugklasse, sondern vor allem auch von den etablierten Premiumwettbewerbern aus München und Stuttgart abgeworben werden ...

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Ein Beispiel ist die komplett digitale Instrumenteneinheit wie sie zunächst im Audi TT ihre Premiere feiern wird. Außerdem gibt es ein neues Head-Up-Display auf einer ausfahrbaren Glasscheibe im Sichtfeld des Fahrers. Die soll laut VW sogar verschmutzungsresistent sein. 

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Ein weiteres Beispiel ist der neu entwickelte 2,0-Liter-Biturbo, der mit seinen 176 kW / 240 PS bis zu 500 Newtonmeter Drehmoment stemmt und sich unter anderem durch hervorragende Laufruhe auch im niedrigtourigen Bereich auszeichnen soll.

Dazu trägt ein mit dem Zwei-Massen-Schwungrad gekoppeltes Pendel mit gegensätzlicher Schwingung bei. Der Normverbrauch wird mit 5,3 Litern angegeben. Die Motoren werden – auch dank Zylinderabschaltung – bis zu einem Fünftel sparsamer sein, und erstmals wird es den Passat auch als 211 PS starken Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 50 Kilometern geben. 

The new Volkswagen Passat is introduced during the launching ceremony in Potsdam
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Alle Motoren werden – auch dank Zylinderabschaltung – bis zu einem Fünftel sparsamer sein.

Und damit wären wir auch gleich bei der vielleicht größten Stärke der Wolfsburger Mittelklasse. Der Passat ist nagelneu und natürlich damit so gut wie nie, aber er trägt auch weiterhin nicht dick auf, sondern pflegt eine für süddeutsche Premiumfahrzeug-Fahrer vielleicht sogar schon zu starke Zurückhaltung.

Wenn wir mal vom Motor absehen. Denn der Selbstzünder hat es wirklich in sich. Er ist der stärkste 2,0-Liter-Diesel, den es bei VW je gegeben hat. 240 PS sind ein Wort und eine Leistung, die hier sicherheitshalber durch den serienmäßigen Allradantrieb im Zaum gehalten wird. Bis zu 500 Newtonmeter Drehmoment sorgen für gefühlt sofortige Antwort auf den Gasbefehl und ein souveränes Fahrgefühl.

Trotz des scharfen Antriebs verleitet der Passat auch in dieser Version nicht zum Rasen. Er überzeugt vielmehr gerade dann, wenn man das adaptive Fahrwerk auf „Comfort“ gestellt hat. So gleitet der VW ohne Aufhebens wunderbar leicht dahin, schluckt selbst (kleinere) Schlaglöcher fast komplett und wirkt dabei doch nicht im mindesten schaukelig.

Trotz des scharfen Antriebs verleitet der Passat auch in dieser Version nicht zum Rasen Quelle: vw

Trotz des scharfen Antriebs verleitet der Passat auch in dieser Version nicht zum Rasen

(Foto: vw)

Hinzu kommen perfekte Sitze und derart minimierte Windgeräusche, wie sie vielleicht in diesem Segment ansonsten nur die C-Klasse von Mercedes zu bieten hat. Das alles ist also wirklich verdammt nah an der Oberklasse, wobei die Erwartungen bei einem Grundpreis von 44.975 Euro (Comfortline) natürlich auch hoch sein dürfen.

KurzcharakteristikVW Passt Variant TDI 4Motion
Alternative zu?Audi A4 Avant, Ford Mondeo Turnier, Mercedes C-Klasse T-Modell
Passt zu?Mit großem Diesel schon fast für den Vorstand
Sieht gut aus?Etwas kastig, aber sehr edel
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