VW Polo als Gebrauchter Der Käufer verspricht sich mehr, als der Wagen hält

1975 kam er erstmals auf den Automarkt, aus dem der kleine Wolfsburger seitdem nicht mehr wegzudenken ist. Auch als Gebrauchter ist der Polo gefragt. Dabei bietet er gar keine herausragende Qualität, trotz hoher Preise.
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  • dpa
Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem laut TÜV-Report regelmäßig eine erhebliche Anzahl Mängel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) auffällt. Quelle: PR
VW Polo Typ 9N

Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem laut TÜV-Report regelmäßig eine erhebliche Anzahl Mängel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) auffällt.

(Foto: PR)

53.394: So viele VW Polo wurden im ersten Dreivierteljahr 2016 laut Kraftfahrtbundesamt neu zugelassen. Damit ist das Modell aus Wolfsburg weiterhin der beliebteste Kleinwagen in Deutschland - weit vor dem Opel Corsa und dem Skoda Fabia. Auch als Gebrauchter ist er gefragt.

Obwohl der Polo auch aus zweiter Hand vergleichsweise teuer ist. Dabei sticht er noch nicht einmal durch besondere Zuverlässigkeit hervor. Der zwischen 2001 und 2009 gebaute Typ 9N ist ein Auto, bei dem die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) sogar zum Zittertermin wird, so groß ist regelmäßig die Zahl der erheblichen Mängel laut „TÜV-Report 2016”. In Sachen Fahrwerk machen eingerissene Querlenkerbuchsen und die Antriebswellen immer wieder Probleme.

Spätestens ab einem Alter von neun Jahren sorgen neben der Hand- auch die Fußbremse sowie die Bremsschläuche wiederholt für Beanstandungen. Der Nachfolger (6R) schneidet beim TÜV unter dem Strich besser als der Durchschnitt ab. Typische Marotten sind hier Ölverlust und fehlerhafte Lichteinstellung.

Vor diesen Gebrauchtwagen wird gewarnt
Platz 132 bei den Zwei- und Dreijährigen: Chevrolet Captiva
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Als Neuwagen ist der Captiva nach dem Chevrolet-Rückzug nicht mehr erhältlich. Die letzten verkauften Exemplare mussten in diesem Jahr zur ersten Hauptuntersuchung. Im Schnitt kam dabei kein überzeugendes Ergebnis heraus: 11,0 Prozent der geprüften Captivas wiesen laut dem TÜV-Report bereits erhebliche Mängel auf.

Platz 133 bei den Zwei- und Dreijährigen: Kia Sorento
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Kein gutes Ergebnis für Kia: Das große SUV Sorento kommt bei der ersten Hauptuntersuchung bereits auf eine Mängelquote von 11,2 Prozent. Interessant wird aber die Auswertung des TÜV im kommenden Jahr: Denn im jüngst veröffentlichten 2017er Report sind bei den Zwei- und Dreijährigen zwei Generationen des Sorento erfasst.

Ob das neue Modell, das Anfang 2015 auf den Markt kam, wirklich zuverlässiger ist, wird sich also erst im Report 2018 zeigen.

Platz 134 bei den Zwei- und Dreijährigen: Kia Sportage
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Das schlechte Kia-Ergebnis komplettiert der Sportage auf Platz 134. Viele Kunden werden wohl auch durch die umfangreiche Sieben-Jahre-Garantie der Koreaner gelockt. Die werden auch einige der Sportage-Fahrer in Anspruch nehmen müssen: 11,5 Prozent erhebliche Mängel bei der ersten Hauptuntersuchung sind ein desaströses Ergebnis für ein so junges Auto.

Zum Vergleich: Auf eine solche Quote kommt auch ein Audi TT, nur ist dieser dann schon über sieben Jahre alt. Der Durchschnitt in der Altersklasse des Sportage liegt übrigens bei 5,7 Prozent. Interessant wird dann die TÜV-Auswertung, die im Herbst 2018 veröffentlicht wird: Dann wird sich zeigen, ob der Anfang diesen Jahres vorgestellte Nachfolger bei der Hauptuntersuchung genauso auffällig ist.

Platz 122 bei den Vier- und Fünfjährigen: Fiat Panda
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Fiat hat in Deutschland nicht gerade den Ruf, besonders zuverlässige und langlebige Autos zu bauen. Tatsächlich ist der Panda unter den Vier- und Fünfjährigen das einzige Auto der Italiener, das über alle Altersklassen hinweg auf einen der letzten drei Plätze kommt. Dabei weist er eine Mängelquote von 18,4 Prozent bei der zweiten Hauptuntersuchung auf.

Im Umkehrschluss muss man aber auch sagen: Unter die besten Zehn schafft es kein einziges Auto aus dem Fiat-Chrysler-Konzern – egal wie alt.

Platz 123 bei den Vier- und Fünfjährigen: Renault Kangoo
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Der Titel mit den unzuverlässigen Autos sollte eigentlich Renault anhaften: Der Kangoo auf Platz 123 der Vier- und Fünfjährigen wird nicht das letzte Modell von Renault oder Dacia sein, das wir in dieser Liste der TÜV-Report-Verlierer finden werden. Mit 18,5 Prozent erheblicher Mängel muss sich der Kastenwagen aber nur knapp dem Fiat Panda geschlagen geben.

Platz 124 bei den Vier- und Fünfjährigen: Dacia Logan
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Nächster Vertreter von Renault-Dacia: Fast jeder vierte Dacia Logan (22,4 Prozent) fällt bereits bei der zweiten Hauptuntersuchung durch. Damit ist er doppelt so schlecht wie der Durchschnitt in dieser Altersklasse. Kurz gesagt: Billiges Auto, viele Mängel.

Zu seiner Entlastung muss man aber auch erwähnen, dass der Logan in dieser Zeit deutlich mehr gefahren wurde: Er kommt in der Statistik auf 72.000 Kilometer, ein nur unwesentlich besser platzierter Fiat Panda hingegen nur 50.000 Kilometer. Dennoch: Obacht beim Kauf eines gebrauchten Dacia, der jeweilige Zustand des Fahrzeugs ist entscheidend.

Platz 115 bei den Sechs- und Siebenjährigen: Renault Kangoo
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Je älter ein Kangoo wird, desto anfälliger wird er auch. Nur zwei Jahre später ist die Mängelquote von 18,5 Prozent auf 27,3 Prozent gestiegen.

Zwar war der Kastenwagen dann schon im Schnitt 94.000 Kilometer unterwegs – ein Toyota Avensis, wahrlich auch kein Premium-Auto, kommt bei ähnlicher Laufleistung jedoch nur auf 8,1 Prozent erhebliche Mängel.

Einen Lichtblick für den älteren Polo skizziert der ADAC. Zwar berichtet auch der Club, dass das Modell nicht ganz halte, was sich der Käufer verspricht. In den letzten Jahren der Bauzeit habe sich der Kleinwagen aber zu einem pannensicheren Auto entwickelt.

Zu Einsätzen der Pannenhelfer führten demnach vor allem übergesprungene Motorsteuerketten bei 1,2-Liter-Benzinern der Bauzeit bis Ende 2005, defekte Stabzündspulen bei Benzinern ab 2005 und blockierte Feststellbremsen (2007 bis 2009).

Mittlerweile fährt der 1975 erstmals verkaufte VW Polo in der fünften Generation. Die erhielt 2014 ein Facelift, das unter anderem optional LED- statt Bi-Xenon-Technik für die Scheinwerfer brachte, dazu ein aufgefrischtes Äußeres und eine Überarbeitung der Motoren, die seitdem sämtlich die Abgasnorm Euro 6 erfüllen.

Der Typ 9N, die Vorgängergeneration des als Drei- und Fünftürer gebauten Modells, erhielt 2005 ihr Facelift. Das brachte unter anderem ein neu abgestimmtes Fahrwerk, neu als Extra erhältlich war eine Einparkhilfe.

Wie für ein Massenmodell erwartbar, ist die Auswahl unter der Motorhaube groß. Polo-Generation Nummer vier wurde mit Ottomotoren gebaut, die je nach Fertigungsjahr und Ausführung zwischen 40 kW/55 PS und 132 kW/180 PS abgeben. Die Diesel decken eine Spanne von 47 kW/64 PS bis 96 kW/130 PS ab.

Die fünfte Generation bringt es bei den Ottomotoren auf 44 kW/60 PS bis 162 kW/220 PS, die Selbstzünder auf 55 kW/75 PS bis 77 kW/105 PS. 2010 bis 2013 war auch eine 63 kW/86 PS beziehungsweise später 60 kW/82 PS starke Autogas-Variante (Bifuel) im Programm.

Wer diesen vergleichsweise exotischen Antrieb sucht, muss laut Schwacke-Liste rund 7000 Euro einplanen. Für etwa diesen Preis sollte demnach ein Polo 1.4 Bifuel Trendline (Dreitürer) mit 63 kW/86 PS von 2010 aufzutreiben sein, der um die 77 000 Kilometer auf dem Tacho hat.

Wer einen älteren Diesel als Fünftürer favorisiert, muss im Falle eines 1.9 TDI Trendline (Fünftürer) mit 74 kW/100 PS von 2007 mit 4600 Euro rechnen (156 500 Kilometer). Noch 8400 Euro kostet im Durchschnitt ein zwei Jahre jüngerer Polo 1.8 GTI Cup Edition mit 132 kW/180 PS, der rund 89 000 Kilometer hinter sich haben dürfte.

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