VW Polo GTI im Test Auf der Suche nach dem verlorenen Gefühl

Der Golf ist eine Ikone, als GTI sogar eine der ganz besonderen Art. Für manche Autofahrer ist der Kompaktsportler aber über die Jahre viel zu erwachsen geworden, zu schwer, zu teuer. Die lockt der neue Polo GTI.
  • Peter Eck
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Praktisch vom ersten Gasstoß an geht der 1,8-Liter-Turbobenziner bissig zur Sache Quelle: vw

Praktisch vom ersten Gasstoß an geht der 1,8-Liter-Turbobenziner bissig zur Sache.

(Foto: vw)

Das Kürzel GTI steht bei Autofahrern für die sportliche Speerspitze gängiger Volumenmodelle, im Volksmund werden sogar häufig Nicht-VW-Modelle so bezeichnet. Obwohl die Schreibweisen der Wettbewerber für deren Leistungs-Träger meist mehr oder weniger stark abweichen. Bei älteren Autofahrern ruft die Buchstabenkombination GTI darüber hinaus nicht selten sogar nostalgische Gefühle hervor, schließlich gilt vielen der erste Golf GTI von 1976 als der einzig wahre. Damals waren dessen 110 PS in einem bürgerlichen Kompaktwagen eine Sensation.

Heute stehen wir vor dem Polo GTI, der nicht nur ebenfalls das sportliche Kürzel trägt, sondern sich von seinen Abmessungen her (knapp 4 Meter Gesamtlänge) viel eher mit dem Ur-GTI vergleichen lässt, als der aktuelle Golf GTI. Ein genauerer Blick offenbart allerdings auch gleich die Unterschiede: Im ersten Golf GTI mussten die 110 PS nur 810 Kilo Leergewicht bewegen. Der seit Februar in Deutschland erhältliche Polo GTI wiegt knapp 1,3 Tonnen, für deren Beschleunigung allerdings auch satte 192 Pferdestärken bereitstehen.

Die Stärken des Power-Polo liegen natürlich auf den schnellen Strecken, die dazu noch gerne kurvig ausfallen dürfen Quelle: vw

Die Stärken des Power-Polo liegen auf schnellen Strecken, die gerne kurvig ausfallen dürfen.

(Foto: vw)

Trotz dieser Unterschiede hofften wir insgeheim, dass uns der Polo in GTI-Ausführung vielleicht ein wenig vom lange verlorenen Gefühl einer spielerischen Leichtigkeit zurückbringen würde. Ein Gefühl, dass der perfekte Straßenrenner Golf GTI einem Alt-GTI-Nostalgiker trotz überzeugender Leistungswerte nicht mehr geben kann.

Es muss nicht unbedingt erwähnt werden, dass unser in rot gekleideter GTI der stärkste Polo aller Zeiten ist – sieht man von Rallye-Derivaten wie dem Polo R WRC (220 PS) mal ab. Es muss allerdings unbedingt erwähnt werden, dass er in diesem Dress und mit den üblichen GTI-Insignien wie speziellen Stoßfängern und dem eigenständigen Kühlergrill, den ausgestellten Türschwellern und den 17-Zoll-Leichtmetallrädern richtig scharf aussieht.

Ein Eindruck, der sich im Innenraum zunächst nicht einstellt. Natürlich gibt es auch hier die zu erwartenden Zutaten: straffe Stoffsitze, eine Pedalerie in Alu-Optik und ein Lederlenkrad mit roten Ziernähten zum Beispiel. Doch es dominiert der nüchterne Cockpit-Aufbau des Serienmodells. Was wir übrigens nicht unbedingt als Nachteil empfunden haben.

Im Innenraum gibt es die zu erwartenden Zutaten: straffe Stoffsitze, eine Pedalerie in Alu-Optik und ein Lederlenkrad mit roten Ziernähten zum Beispiel Quelle: vw

Im Innenraum gibt es straffe Stoffsitze mit Karomuster, eine Pedalerie in Alu-Optik und ein Lederlenkrad mit roten Ziernähten.

(Foto: vw)

Jetzt aber los auf die Straße. Denn Herzstück des Polo GTI ist natürlich sein Motor, der 1,8-Liter-Turbobenziner stammt aus der gleichen Familie, wie der stärkere 2,0-Liter im Golf GTI. Das verheißt nicht nur Gutes, das ist gut. Denn praktisch vom ersten Gasstoß an geht das Aggregat bissig zur Sache.

Was bei einem Blick auf die Daten nicht wundert: Die maximalen 320 Newtonmeter stehen fast über das gesamte im Alltag genutzte Drehzahlbank zur Verfügung, exakt zwischen 1.450 und 4.200 Umdrehungen und knapp darunter oder darüber drückt ebenfalls noch mehr als genug Kraft auf die Kurbelwelle.

Wie VW den Golf ständig neu erfindet
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Er läuft und läuft und läuft. 30 Millionen Golfs hat Volkswagen inzwischen verkauft. Begonnen hat alles im Frühjahr 1974. Von da an wurde der Golf I bis zum Sommer 1983 über 6,2 Millionen Mal hergestellt. Er brachte frischen Wind in das VW-Modellprogramm.

Das Modell war der Nachfolger des VW Käfers, allerdings wurde letzterer weiterhin verkauft. Die typische Schrägheck-Karosserie hat der italienische Designer Giorgio Giugiaro entworfen, sie prägte auch alle Nachfolgemodelle...

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Innenraum der ersten VW-Golf-Generation.

Volkswagen Wachablösung im Werk Wolfsburg: Käfer und Golf
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Volkswagen Wachablösung im Werk Wolfsburg: Käfer und Golf

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Frontansicht VW Golf I

Volkswagen Modellprogramm 1975
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Volkswagen Modellprogramm 1975

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Er war ein Jugendtraum für viele. Der erste Golf GTI kam mit nur rund 800 Kilo Gewicht und 110 PS auf beeindruckende Fahrleistungen. Heute stehen unverbastelte Exemplare hoch im Kurs.

Volkswagen Golf GTI ab 1976
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Volkswagen Golf GTI ab 1976

Schon nach wenigen Metern freuen wir uns darüber, dass unser Wunsch nach einem Handschaltgetriebe erhört und unser Polo nicht mit dem ebenfalls erhältlichen DSG-Getriebe ausgerüstet wurde. Das spart nicht nur knapp 1.500 Euro, sondern erhöht auch den Fahrspaß. Denn die sechs Gänge lassen sich derart präzise und knackig schalten, dass es eine einzige Freude ist.

Ungestümer Drang nach vorn
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