Bürovermieter WeWork kündigt Stellenabbau an

Der Bürovermieter will nach dem geplatzten Börsengang auch in Europa Jobs streichen. Standortschließungen soll es aber Insidern zufolge nicht geben.
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Der Investor Softbank musste auch wegen WeWork einen Milliardenverlust verbuchen. Quelle: AP
WeWork-Schild in New York

Der Investor Softbank musste auch wegen WeWork einen Milliardenverlust verbuchen.

(Foto: AP)

Berlin WeWork macht bei seiner Neuausrichtung Ernst und kündigt für Europa, den Nahen Osten und Afrika Stellenstreichungen an. Offiziell ist von einer „Restrukturierung“ die Rede. Wie viele Stellen davon betroffen sind, dazu will sich das Unternehmen nicht äußern. Schon am heutigen Mittwoch seien jedoch betroffene Angestellte informiert worden.

Einzelne Standorte sollen nicht geschlossen werden, auch sollen die Teams in den Standorten nicht verkleinert werden, heißt es in unternehmensnahen Kreisen. Zumindest aber soll der Wachstumskurs eingebremst werden. WeWork, das sich Anfang des Jahres in „The We Company“ umbenannte, will sich jedoch auf das Kerngeschäft mit der Vermietung flexibler Büroflächen fokussieren.

Bis zum geplanten, im September aber offiziell verschobenen Börsengang hatte WeWork auf rasantes Wachstum gesetzt. Zwar seien „reife“ Standorte, die mindestens zwei Jahre am Markt sind, zu knapp 90 Prozent belegt. Doch im globalen Portfolio treffe dies nur auf rund ein Drittel der Standorte zu, heißt es von informierter Seite.

Die Financial Times hatte Ende Oktober berichtet, dass WeWork weltweit 4.000 Stellen streichen will.

Vor zwei Wochen hat Softbank die Mehrheit an WeWork übernommen. Wurde das Unternehmen zu Jahresbeginn noch mit 47 Milliarden Dollar bewertet, liegt diese nun bei knapp sechs Milliarden Dollar.

Softbank, das bereits zuvor Großinvestor war, hat im abgelaufenen Quartal erstmals seit 14 Jahren einen Milliardenverlust eingefahren, nicht zuletzt wegen massiver Abschreibungen an seiner WeWork-Beteiligung.

Neben den Kerngeschäft mit flexiblen Büroflächen hatte WeWork die Geschäftszweige WeLive, ein Angebot des Gemeinschaftswohnens, und WeGrow, ein Vorschulangebot, aufgebaut. Im Zuge der Fokussierung auf das Kerngeschäft soll WeGrow nach dem ersten Schuljahr in diesem Jahr geschlossen werden.

Unklarheit besteht hinsichtlich WeLive. Zumindest sollen die beiden eröffneten Standorte in New York einem Bericht der New York Times zufolge bestehen bleiben.

Mehr: Der Bürovermieter hat eine bevorstehende Pleite abgewendet, doch auf dem Unternehmen lasten hohe Schulden und Mietverpflichtungen. Der Weg in die Gewinnzone wird schwer.

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