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Wirtschaft, Handel & Finanzen 10 JAHRE LEHMAN-PLEITE/Experte: Debt-Fonds müssen sich erst noch beweisen

Kreditfonds gehören zu den großen Gewinnern der vergangenen Finanzkrise. Doch wie lukrativ die Vehikel, die Banken bei so genannten Leveraged Loans immer schärfere Konkurrenz machen, für die eigenen Investoren sind, muss sich noch herausstellen. Das sagt Experte Norbert Schmitz von der Finanzierungs- und Transaktionsberatung GCA Altium.
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  • dpa

Vor dem Lehman-Crash im Jahr 2008 gab es die Debt-Fonds nicht. Jetzt haben Schattenbanken, die Geld von institutionellen Anlegern auftreiben und als Kredite meist an hochverschuldete Firmen in Private-Equity-Besitz vergeben, einen Marktanteil von rund 50 Prozent. Doch der Erfolgsnachweis der Kreditfonds steht noch aus, betont Finanzierungsberater Schmitz: "Es wird interessant sein, zu sehen, wie die erste Generation der Kreditfonds am Ende dasteht."

Nachdem Banken reihenweise umkippten und wie hierzulande die Commerzbank vom Staat gerettet werden mussten, machten die Behörden den Geldhäusern strengere Vorschriften - etwa, was das Vorhalten von Liquidität angeht. Dadurch konnten sie weniger Schulden an Firmen ausreichen, die besonders viel Fremdkapital im Vergleich zu Kennziffern wie dem Gewinn oder dem Eigenkapital aufnehmen wollen - in der Regel sind das Unternehmen im Besitz von Private-Equity-Häusern, die mit den vielen Schulden die Rendite treiben wollen.

Die Debt-Fonds kamen 2013 bis 2015 auf und vergaben die ersten Kredite. Die Fonds haben oft eine Laufzeit von acht bis zehn Jahren. Folglich sind die Vehikel, angeboten von Vermögensverwaltern wie Ares Capital, Idinvest oder auch Rantum Capital vom früheren Morgan-Stanley-Deutschlandchef Dirk Notheis, noch lange nicht nahe dem Ende der eigenen Laufzeit. Gut möglich ist, dass sie in den nächsten Jahren eine Rezession durchlaufen. Das könnte die Schuldner und damit die Investments der Kapitalgeber leiden lassen, die häufig auf rund 10 Prozent pro Jahr hoffen.

Schmitz beobachtet, dass die Kreditfonds sich auf der Suche nach hohen Zinssätzen in immer gefährlicheres Terrain begeben. "Seit Anfang 2017 machen Debt-Fonds auch riskante Deals, die Banken ablehnen würden - etwa in der Auto- und Chemieindustrie." Das hätten die Gläubiger zwar schon gesagt, als sie auf der Bildfläche erschienen, "aber zu Anfang war das eher ein Marketing-Pitch." Die immer härtere Konkurrenz zwischen Debt-Fonds und Banken habe dafür gesorgt, dass die Kreditvehikel jetzt mehr ins Risiko gehen, um das Feld dahin auszuweiten, wo sie von den Geldhäusern keine Konkurrenz haben.

Sich Firmen zuzuwenden, die bei schlechter Großwetterlage anfälliger für Schwierigkeiten bis hin zur Pleite sind, treibt die Rendite, solange alles glatt läuft. Geht es aber mit der Volkswirtschaft bergab und der Schuldner schlittert in die Krise, stehen die Zinszahlungen und selbst das geliehene Geld schnell zur Disposition, wie sich zuletzt in der Finanzkrise gezeigt hat./fba/zb

--- Gespräch: Florian Bamberg, dpa-AFX ---

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