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Wirtschaft, Handel & Finanzen Spanien: Zehnjahreszins fällt auf Rekordtief

Die Suche der Anleger nach Rendite und das größere Zutrauen in die Wirtschaft Spaniens haben den Kapitalmarktzins des Eurolandes auf ein Rekordtief gedrückt. Am Freitag rentierte die zehnjährige Staatsanleihe Spaniens im Tief mit 0,85 Prozent. Das ist der niedrigste jemals erreichte Zins in dieser Laufzeit. Fallende Renditen von Wertpapieren gehen mit steigenden Kursen einher. Die Nachfrage nach spanischen Anleihen ist also groß.
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  • dpa

Gründe für die hohe Nachfrage nach Schuldtiteln des spanischen Staates liegen zum einen in der seit langem soliden Wirtschaftsentwicklung. Das einstige Krisenland des Euroraums gehört seit Jahren zu den wachstumsstärksten Ländern des Währungsraums. Politische Turbulenzen wie die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder vorgezogene Neuwahlen haben dem Ruf des Landes bisher nicht wesentlich schaden können.

Ein zweiter Grund für die hohe Investorennachfrage ist in dem anhaltenden Anlagenotstand zu sehen. Als sicher geltende Wertpapiere werfen entweder keine Zinsen mehr ab - oder sie rentieren wie deutsche Bundesanleihen gar negativ. Das bedeutet, Anleger sind bereit draufzulegen, um ihr Geld in relativer Sicherheit zu wissen. Sie weichen daher zunehmend auf Papiere aus, die etwas niedrigere Bonitätsnoten aufweisen, dafür aber einen etwas höheren Zins abwerfen.

Darüber hinaus profitieren festverzinsliche Wertpapiere von der allgemeinen Suche nach Sicherheit. Gründe hierfür sind der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder die politischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Auch das schwächere Weltwirtschaftswachstum begrenzt den Kursanstieg von riskanteren Anlagen.

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