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Wirtschaft, Handel & Finanzen Studie: Starker Anstieg privater Immobilienkredite

In Deutschland sind die Immobilienkredite privater Haushalte laut einer Studie der Deutschen Bank in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Derzeit betrage das Volumen der Kredite 1,24 Billionen Euro, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung des Instituts. Im Vergleich zum Jahr 2011 sei dies ein Zuwachs um 29 Prozent. In den vergangenen Jahren hätten die gute konjunkturelle Entwicklung und rekordtiefe Zinsen die Nachfrage nach Immobilien angeheizt.
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  • dpa

Wegen der Nullzinspolitik der Europäischen ZentralbankNach der Finanz- und Wirtschaftskrise von etwa zehn Jahren hätten die privaten Haushalte immer mehr Wohnungsdarlehen aufgenommen, schreiben die Autoren der Studie, Heike Mai und Orcun Kaya. Seit 2015 sei das Kreditvolumen mit jährlichen Raten zwischen 3 und 5 Prozent gewachsen.

Wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) profitieren verschuldete Haushalte von sehr geringen Zinskosten. "Der durchschnittliche Zinssatz auf den Bestand an Wohnungsdarlehen sank seit 2003 um mehr als die Hälfte auf 2,4 Prozent", hieß es weiter in der Studie. Hierdurch habe sich die jährliche Zinslast der privaten Haushalte - bei einem insgesamt höheren Kreditvolumen - deutlich von 53,7 Milliarden Euro auf derzeit 30,5 Milliarden Euro reduziert.

Wegen der überwiegend langfristigen Kreditverträge seien die privaten Haushalte nur in begrenztem Maße einem Risiko steigender Zinsen ausgesetzt, schreiben die Experten der Deutschen Bank weiter. Der Anteil der laufenden Immobilienkredite, für die private Haushalte innerhalb der kommenden zwei Jahre neue Zinskonditionen aushandeln müssen, liegt derzeit unter 13 Prozent.

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