Fußball Weinzierl und sein Dilemma: Ein Sieg, und alles wird gut?

Markus Weinzierl bereut nichts. Dabei hätte der Trainer des VfB Stuttgart jetzt noch seine Freizeit genießen können.
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Schon früh beim VfB Stuttgart unter Druck: Markus Weinzierl. Foto: Sebastian Gollnow Quelle: dpa
Markus Weinzierl

Schon früh beim VfB Stuttgart unter Druck: Markus Weinzierl. Foto: Sebastian Gollnow

(Foto: dpa)

Keine Option am SamstagStattdessen liest sich die berufliche Bilanz seines vergangenen Monats nun so: Drei Pflichtspiele mit dem VfB, null Punkte, null Tore, elf Gegentore, Tabellenletzter der Fußball-Bundesliga. Dennoch hat er sich seit seinem Einstieg Anfang Oktober laut eigener Aussage nie gefragt, was er sich da angetan hat mit dem VfB Stuttgart, sagte der 43-Jährige. „Nein. Das kann ich nur jetzt so ganz kurz und knapp und klar beantworten.”

Er hat das ja schließlich auch alles irgendwie schon mal erlebt. Der Beginn seiner Zeit beim FC Schalke 04 war mit fünf Niederlagen in der Liga zum Saisonstart ebenfalls schwierig. Und der FC Augsburg hatte nach der ersten Hinrunde unter Weinzierl in der Saison 2012/2013 gerade mal neun Punkte auf dem Konto. Aber Weinzierl weiß, wie viel sich für den VfB möglicherweise schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Kellerduell beim 1. FC Nürnberg ändern könnte. „Ich habe die Erfahrung, dass oft ein Sieg sehr, sehr heilsam sein kann”, sagte er.

Wie ein solcher Erfolg den Stuttgartern in ihrer derzeitigen Verfassung gelingen kann, ist aber fraglich. Vom jüngsten 0:3 gegen Eintracht Frankfurt bleibt vor allem die über weite Strecken desolate Defensivleistung in Erinnerung. Hinzu kommt ein gravierendes Fitnessproblem der Mannschaft, wie Sportvorstand Michael Reschke und auch Weinzierl nach dem Frankfurt-Spiel festgestellt hatten. Tore schießen die Stürmer wie Ex-Nationalspieler Mario Gomez derzeit auch nicht. Und, was Weinzierl am Donnerstag nicht zum ersten Mal mehr oder weniger diplomatisch ausdrückte: Der Kader ist zu klein.

„Da kommen viele Kleinigkeiten aktuell zusammen, die das Ganze nicht positiver werden lassen”, sagte er. „Die ganzen Verletzten, der Kader ist natürlich auch dann darauf ausgelegt, wenige Verletzte zu haben.” Zusammengestellt hat diesen Kader vor der Saison Sportchef Reschke, mit dem Weinziel gut zusammenarbeitet, wie er ebenfalls sagte. Aber kompensieren kann dieser Kader die Ausfälle von schnellen und kreativen Offensivspielern wie Anastasios Donis oder Daniel Didavi bisher nicht.

Wenigstens bei Didavi gibt es noch ein wenig Hoffnung für die Partie in Nürnberg. „Heute könnte er definitiv nicht spielen”, sagte Weinzierl. Das könne sich in den ein, zwei verbleibenden Tagen bis zum Spiel aber noch ändern. Möglicherweise lässt der VfB seinen an der Achillessehne verletzten Mittelfeldstrategen für die richtungsweisende Partie sogar fit spritzen.„Wir denken in alle Richtungen. Das ist ein wichtiges Spiel, Didavi ist ein wichtiger Spieler”, sagte Weinzierl.

Fünf Zähler trennen Stuttgart von Aufsteiger Nürnberg auf Platz 15. Mit einem Sieg würde der VfB die drei letzten Plätze der Liga zwar nicht verlassen können. Er dürfte aber tatsächlich vor allem aus psychologischer Sicht von enormer Bedeutung für die extrem verunsicherte Mannschaft sein. Etwas Hoffnung dürfte machen, dass der VfB mit dem Trainer Weinzierl ins Frankenland reist. Denn dieser hat als Trainer noch nie ein Pflichtspiel in Nürnberg verloren.

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