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Wirtschaft, Handel & Finanzen Aktien Europa: Zu viele Hiobsbotschaften kosten Anleger Nerven

Eine Reihe schlechter Nachrichten großer europäischer Konzerne hat den Anlegern vor dem Wochenende die Freude an Aktien verdorben. Nachdem der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 schon am Vortag die anfänglichen Gewinne nicht halten konnte, ging es am Freitagvormittag um 0,68 Prozent nach unten auf 3215,53 Punkte. Damit deutet sich für diese Woche eine Stagnation an.
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  • dpa

Der schweizerischen Großbank UBS droht in Frankreich eine Milliardenstrafe. Der italienische Telekomriese Telecom Italia muss eine milliardenschwere Abschreibung vornehmen. Spanischen Geldhäusern droht Ungemach durch eine Regulierung in Mexiko. Und eine enttäuschende Profitabilität des Schweizer Luxusuhrenherstellers Richemont belastete gleich die gesamte europäische Luxusbranche.

Im Prozess gegen die Schweizer Großbank hat die französische Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 3,7 Milliarden Euro gefordert. UBS steht in Frankreich wegen Geschäften mit Steuerhinterziehern vor Gericht. Die Papiere büßten 4 Prozent ein und waren damit hinter den Anteilen der spanischen Bank BBVA der größte Verlierer im Stoxx 50 Index.

Der BBVA drohen in Mexiko politische Eingriffe ins Bankengeschäft. Die neue Regierung unter Präsident Andres Manuel Lopez Obrador plant eine Abschaffung von Gebühren für das Geldabheben am Automaten und das Ausdrucken von Kontoauszügen. In Madrid sackten Aktien der BBVA um 6 Prozent ab und Santander verloren 2 Prozent. Die BBVA erlöste im vergangenen Jahr gut ein Drittel des operativen Gewinns in Mexiko. Bei der Santander war der entsprechenden Gewinnbeitrag deutlich geringer.

In Mailand büßte der Aktienkurs der Telecom Italia knapp 5 Prozent ein. Wegen der Auswirkungen des harten Wettbewerbs in Italien hat der einstige Monopolist auf das Heimatgeschäft 2 Milliarden Euro abgeschrieben. Zudem verabschiedete er sich von der Zielsetzung für den Schuldenabbau. Die Analysten der Credit Suisse sprachen von einem "Preiskrieg" im Mobilfunkgeschäft.

In Paris fiel der Cac-40 -Index um 0,71 Prozent auf 5094,82 Punkte. Hier gerieten die Papiere der Luxuskonzerne LVMH und Kering unter Druck, sie verloren 2 bis 3 Prozent. Auslöser hierfür waren enttäuschende Ergebnisse von Richemont, einem Schweizer Hersteller kostspieliger Uhren mit Marken wie Cartier, IWC und Jaeger-LeCoultre. Richemont-Aktien fielen in Zürich um 6,5 Prozent und zogen auch Swatch -Papiere um 4,4 Prozent mit nach unten.

Richemont deutete an, dass der Boom auf dem wichtigen Absatzmarkt China vorbei sein könnte. Finanzchef Burkhart Grund warnte, dass ein schwächerer Yuan oder der Handelskrieg den Umsatz zukünftig noch stärker in Mitleidenschaft ziehen könnte.

In London gab der FTSE 100 am Donnerstag um 0,51 Prozent auf 7104,25 Zähler nach. Hier zählten vor allem Papiere des Rohstoffsektors zu den Verlierern wie Anglo American , Glencore und BHP Billiton . Sie litten unter fallenden Preisen wichtiger Rohstoffe wie Öl, Kupfer, Nickel und Aluminium, belastet wiederum von Sorgen um die Wirtschaft in China als größtem Rohstoffimporteur der Welt.

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