Wirtschaft, Handel & Finanzen Dax beflügelt von Hoffnung im Autosektor

Neue Hoffnung bei den globalen Handelsstreitigkeiten hat den Dax am Mittwoch noch deutlich ins Plus gehievt.
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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen Quelle: dpa
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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

(Foto: dpa)

Enttäuschende Quartalszahlen und die fortdauernde Unsicherheit um die Auktion von Frequenzen für das Mobilfunknetz der fünften GenerationNachdem der Leitindex über weite Strecken schwächer tendierte, kam die positive Wendung am Nachmittag mit der Spekulation, dass eine Entscheidung über eine Erhöhung von US-Zöllen für Autoimporte vorerst vertagt werden könnte.

Der Dax sprang daraufhin gemeinsam mit den Autowerten in die Gewinnzone und schloss auf Tageshoch. Am Ende stand er 0,90 Prozent höher bei 12.099,57 Punkten - und kehrte so über die Marke von 12.000 Punkten zurück. Der Index der mittelgroßen Werte MDax gewann 0,56 Prozent auf 25.560,60 Punkte.

Kreisen zufolge könnte US-Präsident Donald Trump die Entscheidung über Autozölle um bis zu sechs Monate verschieben. Die Spekulationen sorgten am Markt allgemein wieder für Entspannung in puncto Handelsstreitigkeiten. Am Vortag schon hatte Trump mildere Töne im Handelskrieg mit China angestimmt.

Analyst Timo Emden von Emden Research sah „einen Silberstreif am derzeit trüben Börsenhimmel”, nachdem der Dax am Montag noch auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen war. Am Markt wurde gemutmaßt, dass Trump wegen der schon laufenden Konflikte mit China und dem Iran einem dritten Gefecht mit der EU oder auch Japan vorerst aus dem Weg gehen wolle.

Mit dem Dax hievte die Spekulation am Nachmittag vor allem die Premium-Autobauer schlagartig ins Plus. Die Papiere von BMW und Daimler rückten an der Indexspitze jeweils um etwa 3 Prozent vor. Volkswagen schafften nur ein Plus von 0,1 Prozent. Experten zufolge wären die Premiumautobauer stärker von etwaigen US-Maßnahmen betroffen als die Wolfsburger.

Die Berichtssaison hierzulande setzte sich mit Zahlen von RWE aus dem Dax fort. Die Aktien legten nach ihrem zuletzt guten Lauf um weitere 2,6 Prozent zu. Ein Händler sprach von einem sehr soliden ersten Quartal des Versorgers, das den guten Jahresstart unterstreiche. Sie hoben sich damit positiv ab vom Konkurrenten Eon, dessen Papiere auch um die ausgezahlte Dividende bereinigt nachgaben.

Von dem eindrucksvollen Kurssprung, den die Thyssenkrupp-Aktien am vergangenen Freitag hingelegt hatten, ist inzwischen fast nichts mehr übrig. An diesem Mittwoch fiel der Kurs den dritten Tag in Folge, dieses Mal um 5 Prozent. Die DZ Bank hatte ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben.

Enttäuschende Quartalszahlen und die fortdauernde Unsicherheit um die Auktion von Frequenzen für das Mobilfunknetz der fünften Generation (5G) ließen im MDax die Kurse von United Internet um 6,3 Prozent und jene der Mobilfunktochter 1&1 Drillisch sogar um mehr als 11 Prozent einbrechen.

Auch im SDax gab es mit Leoni und Aumann zwei negative Ausreißer, beide mit prozentual zweistelligen Verlusten. Beim Kabelbaumspezialist Leoni betrug das Minus etwa 11 Prozent, nachdem der angeschlagene Autozulieferer zum Jahresauftakt in die roten Zahlen gerutscht war. Nach schwachen Zahlen wurden die Aktien des Maschinenbauers Aumann sogar um 13,5 Prozent nach unten auf ein Rekordtief gezogen.

An den europäischen Börsen drehte sich das Bild wie beim Dax. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone legte am Ende um 0,64 Prozent auf 3385,78 Punkte zu. Ähnliches galt auch für die Länderbörsen in Großbritannien und Frankreich. In New York hatte es der Dow Jones Industrial angesichts der neuen Wendungen zum Handelsschluss in Europa mit fast einem halben Prozent ins Plus geschafft.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,13 Prozent am Vortag auf minus 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,19 Prozent auf 143,57 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,2 Prozent auf 166,95 Punkte zu.

Der Eurokurs lag zuletzt bei 1,1220 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatten den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,1183 (Dienstag: 1,1226) Dollar festgelegt. Der Dollar kostete damit 0,8942 (0,8908) Euro.

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