Wirtschaft, Handel & Finanzen Deutsche Wirtschaft fordert von Türkei 'Signal der Stabilität'

Die deutsche Wirtschaft fordert von der Türkei angesichts des Liraverfalls eine Lockerung von Handelshemmnissen. "Exporterlöse müssen verpflichtend nun zu mindestens 80 Prozent in türkische Lira konvertiert werden. Das ist kein Lockmittel für ausländische Investoren", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Deutschen Presse-Agentur. Wichtige wäre auch, dass die Türkei ein klares Bekenntnis zu den Regeln der Zollunion mit der EU sende. Am Freitag findet ein Berlin ein deutsch-türkischer Wirtschaftsdialog der DIHK statt, um nach schwierigen Monaten den Austausch wieder zu fördern.
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  • dpa

"Die Türkei ist für Deutschland wirtschaftlich ein bedeutender Partner", betonte Schweitzer. "Mehr als 6500 deutsche Unternehmen sind im Land vor Ort und beschäftigen mehr als 120 000 Menschen." Bei vielen Unternehmen herrsche aber Verunsicherung - "angesichts der politischen Irritationen nach dem Putschversuch vor zwei Jahren sowie vor allem wegen der jüngsten Währungskrise". Gerade der Liraverfall verhagele vielen Unternehmen das Geschäft. "In den letzten vier Monaten sind unsere Ausfuhren in die Türkei bereits rückläufig."

"Signale der Stabilität sind erforderlich. Hier geht es um Themen wie Rechtssicherheit oder Unabhängigkeit der Zentralbank", so Schweitzer. "Die Betriebe warten auf belastbare Zeichen der türkischen Regierung, um verlorenen gegangenes Vertrauen wiederherzustellen." Dabei sei die Türkei ein vielversprechender Markt. Das Land verfüge über eine zahlenmäßig große und junge Bevölkerung. Der Binnenkonsum sei ein Wachstumstreiber der türkischen Wirtschaft. Darüber hinaus biete auch die geografische Lage der Türkei mit der Nähe zu zahlreichen weiteren Absatzmärkten gute Perspektiven, betonte Schweitzer die Chancen.

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