Wirtschaft, Handel & Finanzen Grüne: Kohlestrom-Verträge der Bahn 'kritisch betrachten'

Die Grünen fordern eine Überprüfung der Strom-Lieferungsverträge der Bahn mit Kohlekraftwerken. "Es darf nicht sein, dass wir von einem Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 sprechen und die DB gleichzeitig vertraglich an Stromabnahmeverträge für Kohlestrom gebunden ist, deren voraussichtliche Laufzeiten weit über das Jahr 2040 hinausgehen", sagte der bahnpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel, der Deutschen Presse-Agentur. Es bedürfe einer "kritischen Begutachtung", vor allem mit Blick auf das Kraftwerk Datteln 4.
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  • dpa

Der Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrommix betrug 2018 nach Angaben des Unternehmens 57,2 Prozent - in Deutschland insgesamt waren es etwa 38 Prozent. Bis Ende 2019 solle der Anteil auf 60 Prozent steigen und 2030 bei 80 Prozent liegen, erklärte die Bundesregierung auf Grünen-Anfrage. Wenn der Kohleausstieg geklärt sei, werde "die DB Energie eine Neubewertung des Portfolios der Stromlieferverträge und der jeweiligen Einspeisepunkte für betroffene Kraftwerke vornehmen", heißt es in der Antwort. Die konkreten Laufzeiten der Verträge seien vertraulich. Die Bahn beabsichtige aber nicht, Kohlestromverträge zu verlängern.

Bahnchef Ronald Pofalla war auch Co-Chef der Kohlekommission, die ein Konzept für den Kohleausstieg bis spätestens 2038 erarbeitet hat. Die Kommission empfahl, für "bereits gebaute, aber noch nicht im Betrieb befindliche Kraftwerke (...) eine Verhandlungslösung zu suchen, um diese Kraftwerke nicht in Betrieb zu nehmen", wie es im Abschlussbericht heißt. Das betrifft das modernste Steinkohlekraftwerk Datteln 4.

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