Wirtschaft, Handel & Finanzen 'Jüdische Allgemeine' kritisiert Twitter für gesperrten Account

Die "Jüdische Allgemeine" fordert von Twitter Aufklärung zur vorübergehenden Sperrung ihres Accounts. "Wird der Algorithmus womöglich von rechten Accounts manipuliert? Geht es um Zensur? Twitter schweigt. Keine Reaktion. Nachfragen bleiben unbeantwortet", schreibt der Chefredakteur der Zeitung, Detlef David Kauschke. Der Kurznachrichtendienst hatte deren Twitter-Acount am Montagmorgen für mehrere Stunden gesperrt - nach einem Tweet zu einem dpa-Interview mit dem israelischen Botschafter zum Umgang mit der AfD.
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  • dpa

Zur Begründung habe Twitter mitgeteilt, es liege ein Verstoß gegen die Regeln "zum Veröffentlichen von irreführenden Informationen zu Wahlen" vor. Nach Protesten der Redaktion, anderer Nutzer, Journalisten und Politiker habe die Zeitung später die Mitteilung erhalten: "Account entsperrt. Vielen Dank, dass Du Dich um dieses Problem gekümmert hast".

Kauschke kritisiert diese Form der Reaktion: ""Twitter, geht's noch? Wann kümmerst du dich endlich mal um dein Problem?", möchte man den Algorithmus auf der anderen Seite fragen", so der Chefredakteur der Zeitung. "Man möchte wenigstens in Erfahrung bringen, warum judenfeindliche Beleidigungen den Regeln entsprechen, redaktionelle Kurznachrichten einer jüdischen Wochenzeitung hingegen nicht."

Twitter hatte am Montag auf dpa-Anfrage eingeräumt, dass "manchmal Fehler" passierten, ging aber nicht näher auf den konkreten Fall ein. Nach Einschätzung von Experten wird der Twitter-Algorithmus durch massenhaftes Melden von vermeintlich regelverletztenden Tweets durch Aktivisten aus der rechten Szene in die Irre geführt. Ein Twitter-Sprecher sagte am Montag, es sei die Priorität des Kurznachrichtendienstes, die Gesprächskultur zu verbessern. Auf dem Weg dahin passierten manchmal Fehler bei der Durchsetzung der Twitter-Regeln.

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