Wirtschaft, Handel & Finanzen Palliativmediziner: Will tödliches Medikament als letzte Option

Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstags am Bundesverfassungsgericht hat einer der klagenden Palliativmediziner die praktischen Probleme mit dem Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe geschildert. Der neue Paragraf 217 im Strafgesetzbuch behindere das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, sagte Dietmar Beck aus Stuttgart am Mittwoch in Karlsruhe. Er kenne einzelne Kollegen, die Mittel zum Sterben zur Verfügung stellten. Die meisten seien aber verunsichert. (Az. 2 BvR 2347/15 u.a.)
Kommentieren
  • dpa

Beck erzählte den Richtern von einer Über-80-Jährigen mit Depressionen, die nach einem gescheiterten Suizidversuch erblindet war. Das Ethikkonzil des Krankenhauses habe ihr schließlich das Sterbefasten ermöglicht, also den freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken. Das habe sich allerdings über drei Monate hingezogen, in dieser Zeit habe sie täglich um eine tödliche Spritze gebeten. Er wünsche sich die Freiheit, diese letzte Option zu haben.

Seit Ende 2015 steht die "geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung" unter Strafe. Dagegen klagen in Karlsruhe schwerkranke Menschen, Ärzte und Sterbehilfe-Vereine. Die Richter wollten darüber bis in den Abend verhandeln. Das Urteil wird in mehreren Monaten verkündet.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Wirtschaft, Handel & Finanzen: Palliativmediziner: Will tödliches Medikament als letzte Option"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.