Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP: Airbus tauscht erneut Verkaufschef aus - Scherer folgt Schulz

Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss einen wichtigen Posten schon nach kurzer Zeit wieder neu besetzen. Verkaufschef Eric Schulz verlasse das Unternehmen aus persönlichen Gründen, seine Aufgaben übernehme mit sofortiger Wirkung das deutsche Eigengewächs Christian Scherer, teilte das MDax-Unternehmen am Donnerstag mit. Schulz war erst im vergangenen November zum Nachfolger des legendären John Leahy ernannt worden.
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  • dpa

Nachdem Medien bereits zuvor über den anstehenden Wechsel auf der Position berichtet hatten, war der Kurs der Airbus-Aktie zeitweise um mehr als zwei Prozent abgesackt. Nach Bekanntgabe des Nachfolgers reduzierten sich die Kursverluste bis zum Handelsschluss in Frankfurt auf 1,12 Prozent.

Der 56-jährige Scherer führte seit 2016 den Propellerflugzeug-Hersteller ATR, ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus und dem italienischen Leonardo-Konzern. Jetzt ist er einem Sprecher zufolge der erste Deutsche auf dem Posten des Airbus-Verkaufschefs. Sein Vater war der Flugversuchsingenieur Günter Scherer, der beim Erstflug des ersten Airbus-Jets A300 im Jahr 1972 mit an Bord war. Er starb im Mai 2018 in Toulouse, wo auch sein Sohn Christian aufwuchs.

Der frühere Rolls-Royce-Manager Schulz hatte den Posten erst im Januar von Leahy übernommen, der nach 24 Jahren als Airbus-Verkaufschef in Rente ging. Der als legendär geltende Leahy, der in seiner Karriere Flugzeuge im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar verkauft hatte, hatte seinen Ruhestand mehrfach verschoben, bis mit Schulz ein Nachfolger gefunden war.

Kurz vor dem Wechsel im Januar rettete Leahy noch die Zukunft des weltgrößten Passagierjets A380, indem er einen Großauftrag der arabischen Fluglinie Emirates hereinholte. Durch eine zeitliche Streckung der Produktion und die Neubestellung betrachtet Airbus die Zukunft der A380 bis ins nächste Jahrzehnt gesichert. Zuvor hatte Leahy selbst ein Produktionsende für den Riesenflieger ins Spiel gebracht, für den Airbus seit Jahren kaum noch Käufer findet.

Airbus kämpft wegen Problemen mit Zulieferern damit, die Produktion der Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe wie geplant weiter hochzufahren. Vor allem technische Mängel an den Triebwerken des US-Herstellers Pratt & Whitney warfen die Produktion immer wieder zurück.

Die Mittelstreckenjets sind das meistgefragte Flugzeugsegment, und Airbus hatte den weltgrößten Flugzeugbauer Boeing aus den USA bei den Neubestellungen weit hinter sich gelassen. Bei der Flugzeugmesse in Farnborough im Juli konnte Boeing aber mehr Aufträge hereinholen als der europäische Rivale. Auch insgesamt lief es bei den Amerikanern im Neugeschäft zuletzt besser.

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