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Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax startet erneut schwächer

Den Anlegern hat am Dienstag am deutschen Aktienmarkt auf hohem Niveau die Inspiration gefehlt. Mangels neuer Impulse und der bleibenden Brexit-Unsicherheit fiel der Dax im frühen Handel um 0,21 Prozent auf 11 938,44 Punkte. Er entfernte sich so nochmals ein Stück weit von den 12 000 Punkten, die er neulich nur für kurze Zeit zurückerobern konnte. Am Vortag war der Dax bereits um gut 0,4 Prozent und damit unter diese Marke gefallen.
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  • dpa

Auch der MDax knüpfte am Dienstag mit einem Abschlag von 0,44 Prozent auf 25 325,27 Punkte an seinen schwachen Vortag an. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab außerdem um gut 0,1 Prozent nach. Damit folgten die Börsen einer recht lustlosen Entwicklung an den asiatischen Börsen.

Die derzeit herrschende Hoffnung auf eine baldige Lösung des US-chinesischen Handelsstreits kann den Markt derzeit nicht mehr groß stützen, hieß es am Markt. Für Zurückhaltung sorgt derweil die anhaltende Unsicherheit im Brexit-Streit und die bald wieder beginnende nächste Runde der Quartalsberichte.

"Der Dax kann sich der allgemeinen Ungewissheit nicht entziehen", sagte Marktbeobachter Martin Utschneider mit Blick auf die Brexit-Frage. Investmentanalyst Uwe Streich von der LBBW sprach dabei von einer "Brextension", weil Premierministerin Theresa May am Mittwoch beim EU-Sondergipfel in Brüssel um eine Verlängerung der Austrittsfrist bitten will. Davor wirbt sie nun bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron um Unterstützung.

Ansonsten hat die Agenda an diesem Dienstag noch vergleichsweise wenig zu bieten. Mehr dürfte hier im Wochenverlauf kommen - unter anderem, weil in den USA die nächste Runde der Unternehmensberichte eingeläutet wird. "Eine enttäuschende Berichtssaison mit rückläufigen Gewinnen könnte ein potenzieller Auslöser einer neuen Welle nach unten sein", befürchtet Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Nachrichtlich im Mittelpunkt stand am Morgen in Paris und Frankfurt die Airbus -Aktie mit einem 2-prozentigen Abschlag, während die USA im Subventionsstreit mit Vergeltungszöllen drohen. Händler sahen darin zwar keine große Neuigkeit, zumal die Zölle auch nicht nur Airbus beträfen, sondern vom Handel abhängige Unternehmen generell. Ein Börsianer wertete die Zuspitzung des Konflikts aber negativ vor allem für die Stimmung rund um die Airbus-Aktie.

Ansonsten war der Nachrichtenfluss auf Unternehmensseite eher studiengetrieben. SAP -Aktien litten mit rund 2 Prozent Minus unter gestrichenen Kaufempfehlungen gleich zweier Banken. Sowohl die britische HSBC als auch die schweizerische UBS gaben vor den bald erwarteten Zahlen zum ersten Quartal ihr bisheriges Votum mit "Buy" auf und begründeten dies nach einem guten Lauf mit nur noch begrenztem Aufwärtspotenzial.

Bei ProSiebenSat.1 und Cancom war die Tendenz infolge von Analystenstimmen positiver, die Papiere stiegen um 0,7 beziehungsweise 4 Prozent. Dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat die australische Investmentbank Macquarie wegen des erwarteten Aufwärtspotenzials nun ein positiveres Votum ausgesprochen. Der IT-Dienstleister Cancom wurde von der Privatbank Berenberg zum Kauf empfohlen - im Gegensatz zum abgestuften Konkurrenten Bechtle . Dessen Papiere fielen im MDax um 1,6 Prozent.

Auch bei Merck KGaA und Xing sorgten Analysen für Gesprächsstoff, die Aktien fielen um 1 und 4,3 Prozent. Für Xing zeigt sich die Deutsche Bank weniger optimistisch, weil die Aktienbewertung den Wachstumspfad des Online-Netzwerks bereits abbilde. Merck ist in den Augen von Bernstein Research "reif für eine Pause".

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