Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP: Nestle will Hautpflege an Finanzinvestor und Staatsfonds verkaufen

Nestle drückt bei seinem Firmenumbau aufs Tempo. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hat einen möglichen Käufer für seine Hautpflege-Sparte Skin Health (NSH) gefunden. Die Schweizer verhandeln exklusiv mit einem Käuferkonsortium unter der Führung des schwedischen Finanzinvestors EQT und des Staatsfonds von Abu Dhabi, wie sie am Donnerstag in Vevey mitteilten. Der Kaufpreis soll bei 10,2 Milliarden Schweizer Franken (9 Mrd Euro) liegen. Nestle will den Deal in der zweiten Jahreshälfte abschließen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und Gesprächen mit den Arbeitnehmern.
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  • dpa

Nestle hatte bereits im vergangenen September mitgeteilt, dass das Management Optionen für die Sparte prüft. Seither wurden in der Presse immer wieder Finanzinvestoren als mögliche Käufer ins Spiel gebracht. Die Sparte NSH wurde in den letzten Jahren umgebaut und profitabler gemacht. Im abgelaufenen Jahr kam sie auf einen Umsatz von 2,8 Milliarden Franken. In der Sparte sind mehr als 5000 Mitarbeiter in weltweit 40 Ländern beschäftigt. Neben Hauptpflegeprodukten vertreibt die Sparte auch Mittel gegen Akne und Hautkrebs.

Der neueste Milliarden-Deal trägt klar die Handschrift von Konzernchef Mark Schneider. Seit er vor gut zwei Jahren den Chefposten bei Nestle übernommen hat, weht dort ein anderer Wind. Schneider will nicht nur mehr Wachstum und bessere Margen erzielen, sondern legt den Fokus verstärkt auf gesündere und nachhaltigere Produkte, aber auch Geschäfte mit der Aussicht auf eine wachsende Nachfrage.

So wurden die Bereiche Kaffee, Wasser, Haustier- und Säuglingsnahrung als Wachstumskategorien definiert. Seither bewegt sich der Konzern mit Riesenschritten in diese Richtung. So hat Nestle vor einem Jahr für über 7 Milliarden US-Dollar die Rechte zum Verkauf von Starbucks-Produkten übernommen. Weitere Transaktionen waren etwa der Kauf der kanadischen Atrium Innovations für 2,3 Milliarden Dollar Ende 2017.

Im Gegenzug verkaufte Nestle Anfang 2018 das US-Süßwarengeschäft für 2,8 Milliarden Dollar. Auch hat Schneider neben der Hautpflegesparte das Aufschnitt- und Fleischwarengeschäft Herta Charcuterie vor einiger Zeit auf den Prüfstand gestellt.

Der Umbau von Nestle kommt auch bei Investoren sehr gut an. Die Nestle-Aktie, die als sehr defensiver Wert gilt, hat in diesem Jahr bereits fast ein Viertel zugelegt und damit den Gesamtmarkt deutlich hinter sich gelassen. Der Schweizer Leitindex SMI legte in derselben Zeit um knapp 13 Prozent zu. Auf die Nachricht der Verkaufsverhandlungen über die Hautpflegesparte reagierte das Nestle-Papier am Donnerstag mit einem moderaten Kursaufschlag.

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