Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP: Osram-Aktie unter Druck nach gestopptem Aktienrückkauf

Die Aktie des kriselnden Lichtkonzerns Osram ist am Mittwoch nach dem angekündigten Stopp seines Aktienrückkaufprogramms unter Druck geraten. Das Papier verlor am Mittag mehr als 4,5 Prozent. Die Aktie näherte sich mit den Abschlägen dem Tief aus dem Jahr 2014.
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  • dpa

Osram hatte angesichts der zuletzt schwachen Entwicklung beschlossen, sein Geld zusammenzuhalten und kündigte an, sein Anfang des Jahres aufgesetztes 400 Millionen Euro schweres Aktienrückkaufprogramm nicht fortzusetzen. Die Entscheidung erfolge vor dem Hintergrund umfassender Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz und zur Straffung der Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen, die aufgrund der aktuell schwachen Markt- und Geschäftslage umgesetzt würden, hieß es am Dienstagabend zur Begründung.

Ende März hatte Osram seine Serie von Gewinnwarnungen aus dem vergangenen Jahr fortgesetzt und die Investoren verschreckt. Demnach soll der Umsatz um 11 bis 14 Prozent sinken und die Marge deutlich zurückgehen. Zudem geht das Unternehmen von einem freien Mittelabfluss von 50 bis 150 Millionen Euro aus. Derzeit läuft ein Sparprogramm, welches die Kosten bis 2021 um mehr als 200 Millionen Euro jährlich senken soll.

Mit dem Aktienrückkauf hatte Osram eigentlich nach einem schwachen Geschäftsjahr 2017/18 Investoren besänftigen wollen. Allerdings verschlechterte sich die operative Situation bei Osram weiter.

Dem Konzern macht die Schwäche in der Autoindustrie sowie im Smartphone-Markt zu schaffen. Die konjunkturelle Abkühlung in China lässt die Lagerbestände wachsen, weswegen die Kunden mit neuen Bestellungen zögern. Besonders betroffen ist die LED-Sparte Opto Semiconductors, die unter einer erheblichen Unterauslastung der Produktionskapazität leidet. Ausgerechnet in diesem Segment hatte Osram erst die Kapazitäten durch eine neue Fabrik im malaysischen Kulim erhöht.

Derzeit laufen zudem Gespräche zwischen dem Management und den Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle über eine Übernahme. Ob es zu einem Deal kommt, ist noch völlig offen.

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