Wirtschaft, Handel & Finanzen ROUNDUP: Sorgen um Flughafen Erfurt nach Germania-Pleite

Die Insolvenz der Berliner Fluggesellschaft Germania hat in Thüringen Sorgen um die Zukunft des Flughafens Erfurt-Weimar und die dort Beschäftigten ausgelöst. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sprach am Dienstag von einem "herben Rückschlag". Die Insolvenz dürfe sich nicht zusätzlich auch noch zu einem Problem für den Flughafen in Erfurt auswachsen. Germania war bislang dort die wichtigste Fluggesellschaft. Insgesamt 70 Prozent der Flüge, die in diesem Jahr von Erfurt abgehen sollten, seien Verbindungen dieser Airline, sagte Flughafen-Geschäftsführer Uwe Kotzan der Deutschen Presse-Agentur.
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  • dpa

Die Gesellschaft hatte in der Nacht zum Dienstag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt. Der Flugbetrieb wurde daraufhin eingestellt. In Erfurt sind in dieser und in der kommenden Woche insgesamt 13 Verbindungen der Airline gestrichen. Betroffen seien die Verbindungen nach Hurghada, Teneriffa, Fuerteventura, Antalya und Gran Canaria, hieß es. "Das hat uns alle doch ziemlich überrascht", sagte Kotzan. Es sei bedauerlich, dass die Bemühungen der Geschäftsleitung der Germania, die Liquiditätslücke zu schließen, keinen Erfolg hatten.

Bei den in diesem Jahr von Erfurt geplanten Germania-Flügen handelt es sich dem Flughafen zufolge zum größten Teil um Pauschalreisen, für deren Flüge die Reiseveranstalter nun eine neue Airline suchen müssten. Das sorge bei vielen Reisenden für Verunsicherung. "Das Telefon klingelt schon den ganzen Tag", berichtete der Flughafenchef. Auch in den Niederlassungen von Reisebüros am Flughafen standen die Telefone nicht still. Pauschalurlauber erkundigten sich, was nun aus ihrer Reise wird. Teilweise gingen auch Anrufe von Reisenden ein, die wegen der Germania-Pleite an ihren Urlaubsorten festsitzen.

Verunsichert waren am Dienstag auch Beschäftigte am Flughafen. "Wir machen und schon Sorgen, wie es weitergeht", sagte Katrin Hotzler, die als Servicekraft im Flughafen-Bistro arbeitet. Weniger Fluggäste bedeuteten auch Umsatzeinbußen für die Gastronomie. Der Flughafen beschäftigt nach Angaben seines Geschäftsführers rund 140 Mitarbeiter.

Der Flughafen Erfurt-Weimar sei ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor für Thüringen, stellte Tiefensee fest. Dies zeigten Unternehmen aus der Luftfahrtbranche, die sich im Umfeld angesiedelt hätten. "Gerade angesichts der Tatsache, dass sich die Entwicklung des Flughafens zuletzt wieder stabilisiert hatte, kommt die Germania-Insolvenz jetzt zur Unzeit."

Im vergangenen Jahr starteten oder landeten 185 600 Passagiere mit der Airline am Flughafen Erfurt-Weimar. Insgesamt flogen nach vorläufigen Zahlen etwa 263 000 Passagiere von Thüringens einzigem internationalen Flughafen aus ihre Ziele an. In Südostdeutschland ist darüber hinaus Dresden ein Germania-Standort.

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