Wirtschaft, Handel & Finanzen Schibsted-Managerin: Moderne Verlage müssen Technikkonzerne sein

Im massiven Umbruch der Medienbranche sehen sich Verlage immer mehr auch als Technikkonzerne. Moderne Medienhäuser müssten beides sein, Verlage und Technologie-Unternehmen, sagte die Produktchefin des skandinavischen Medienkonzerns Schibsted, Kjersti Thornéus, am Mittwoch in Augsburg bei der Digitalkonferenz newscamp 2019. "Das ist kein Widerspruch, das gehört zusammen."
Kommentieren
  • dpa

Die Verlage müssten dafür im großen Stil Geld ausgeben: "Investiert in Tech!", empfahl Thornéus. Für Medien seien heute Datenanalysten und Entwickler entscheidend, sowohl für passgenaue Inhalteangebote im Netz als auch für Marketing und Verkauf. Thornéus ermahnte die Verlags-Chefs: Die wertvolle Zeit der Programmierer und Datenexperten im eigenen Haus dürfe nicht damit vergeudet werden, statistische Auswertungen für Manager zu entwickeln. "Das ist Zeitverschwendung." Ihr Rat: Das sollten Manager selbst können - oder besser gehen.

Schibsted gehört mit den Titeln "Aftenposten" in Norwegen sowie "Aftonbladet" und "Svenska Dagbladet" in Schweden zu den Vorreitern im Medienwandel - so wie auch andere skandinavische Häuser. Thornéus betonte zugleich, freier Journalismus sei heute wichtiger denn je. Für Unabhängigkeit sei aber ein nachhaltiges Geschäftsmodell nötig. Im Journalismus funktioniere das künftig nur, wenn die User auch im Netz dafür bezahlen wollten.

Das ist auch die zentrale Frage der Branche beim newscamp 2019: Wie lässt sich mit Medieninhalten in Zukunft Geld verdienen? Wofür wollen User bezahlen? Veranstalter des Branchentreffens mit rund 50 Referenten ist die Mediengruppe Pressedruck ("Augsburger Allgemeine").

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Wirtschaft, Handel & Finanzen: Schibsted-Managerin: Moderne Verlage müssen Technikkonzerne sein"

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar. Wir behalten uns vor, Leserkommentare, die auf Handelsblatt Online und auf unser Facebook-Fanpage eingehen, gekürzt und multimedial zu verbreiten.