Aktienrückkauf: Konzerne wie Apple und Shell kaufen so viele eigene Aktien zurück wie noch nie – und beschenken damit Aktionäre
Aktienrückkäufe sind auch umstritten, weil die Unternehmen ihre Gewinne nicht in neue Technologien investieren.
Foto: BASF, Getty ImagesDüsseldorf. Die Sorgen in der Wirtschaft vor horrenden Energiepreisen, steigenden Zinsen und einer Rezession wachsen von Tag zu Tag. Trotzdem nehmen die Firmen so viel Geld in die Hand wie noch nie, um damit Aktienrückkäufe zu tätigen, also ihre eigenen Aktien aufzukaufen und einzuziehen – und damit ihre Aktionäre zu beschenken.
Schließlich verknappen die Konzerne das Angebot und verteilen Gewinne und Dividenden auf weniger Anteilsscheine, was üblicherweise die Kurse nach oben treibt. Für insgesamt 985 Milliarden Dollar kündigten allein die 500 Konzerne im amerikanischen S&P-500-Index innerhalb eines Jahres neue Aktienrückkaufprogramme an.
Das ist so viel wie noch nie, und nach Berechnungen des Finanzdatenspezialisten S&P Dow Jones sind es 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Unternehmen selbst sind damit die größte Käufergruppe an der Börse. Der iPhone-Hersteller Apple erwarb in nur einem Jahr eigene Aktien im Wert von 92,4 Milliarden Dollar.
Aktienrückkäufe sind umstritten
Rückkaufexperte Howard Silverblatt von S&P rechnet damit, dass die Unternehmen noch in diesem Sommer erstmals die Eine-Billion-Dollar-Marke mit innerhalb eines Jahres angekündigten Rückkäufen überschreiten werden: „Diese Schlagzeile steht noch aus.“