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Der Anlagestratege Deutschlands Sparer steuern auf die Katastrophe zu

Wolfgang Schäuble freut sich: Deutschland macht Schulden und bekommt dafür mittlerweile Geld! Für Sparer wird das Nullzinsumfeld dagegen immer gefährlicher. Bei gleichem Kurs krachen die Deutschen bald in den Eisberg.
  • Christoph Bruns
23.04.2015 - 16:01 Uhr 10 Kommentare
Anlagestratege-Kolumne von Christoph Bruns
Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Jetzt ist es amtlich: Die Bundesrepublik Deutschland muss keine Zinsen auf neu aufzulegende Staatsanleihen zahlen, sondern wird von den Anlegern in den meisten Laufzeitbereichen der Zinsstrukturkurve dafür vergütet, solche Anleihen anzubieten. Selbst für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit müssen seitens des Staates kaum noch zehn Basispunkte berappt werden.

Für die deutsche Staatskasse und ihren Kassenwart Wolfgang Schäuble ist dies eine fantastische Nachricht. Deutschland macht Schulden und wird dafür noch von den Anlegern bezahlt. Jedermann kann sich vorstellen, welche angenehme Wirkung diese noch vor Jahren völlig unabsehbare Entwicklung auf den Staatshaushalt haben wird.

Wenn man es positiv sehen will, dann könnte man sagen, dass der Euro an dieser Stelle eine mehr als segenreiche Wirkung für seine Mitgliedsstaaten im Allgemeinen und für Deutschland im Besonderen entfaltet. Auch Gegner des Kapitalismus sollten aufjauchzen vor Freude, dass wir in Deutschland nun einen Status ohne Zinsen erreicht haben.

Wer hätte das gedacht: Deutschland ist angesichts der Energiewende bald ein atomfreies und durch die Politik der Europäischen Zentralbank jetzt ein zinsloses Land. Kein Wunder, dass die Bundesrepublik in internationalen Beliebtheitsumfragen so grandios dasteht.

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    Freilich gibt es keine Rose ohne Dornen und ob der Euro einer Rose vergleichbar ausgefallen ist, dass mögen die Leser jeder für sich beurteilen. Unübersehbar ist aber das Dornengeflecht, welches mit dem Euro eingekehrt ist. So ist etwa das enorm wichtige Thema Altersvorsorge, das ganz überwiegend am Zins hängt, in seiner bisherigen Struktur existenziell gefährdet. Unschwer lässt sich erahnen, wie es um ein System bestellt ist, das ganz überwiegend von Zinseinkünften genährt wird.

    Erkennen die Deutschen die Gefahr nicht?
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    10 Kommentare zu "Der Anlagestratege: Deutschlands Sparer steuern auf die Katastrophe zu"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das geschorene Schaaf ist selber schuld, wenn es friert?
      Also wenn jetzt alle Zinsanleger in den Aktienmarkt stürzen, dürfte das die Kurse freuen. Und über höhere Kurse freuen sich dann die Veräußerer und nicht die Käufer. Und egal wer der Besitzer ist, die Ertragslage der Firma bleibt vom Besitzerwechsel unberührt.
      Alle Vorbesitzer haben mit dem höheren Kurs ihren Schnitt gemacht. Der jeweils letzte Besitzer sollte auf die Dividende schauen. Die Kommende und nicht irgend so ein Durchschnitt der letzten 15 Jahre.
      Und wenn der Ertrag reizt - bitte doch!
      Und wenn der Ertrag nicht reizt, dann sollte man sich klar sein, dass man schnell jemanden braucht, der noch mehr zu zahlen bereit ist...
      Sonst wird es nix mit einem Ertrag.
      Dumm sind die Anleger, weil sie es zulassen, dass der Staat (wer ist das?) sich über eine Vermögensinflation entschuldet.

    • Iragendwann in nicht all zu ferner Zeit, wird unserer Politkaste, den Bankgstern und dem sog.
      "Großkapital" der Laden um die Ohren fliegen. Hochmut kommt vor dem Fall und das Erwachen wird
      dann für diese Verbrecher sehr graumsam sein; möchtge nichtg in deren Haut stecken.

    • Ist doch alles nur noch irre. Da werden fast täglich die Deustchen aufgefordert private Vorsorge für ihr Alter zu treffen udn dann wieder....

    • Ohne diesen verdammten Euro hätten wir in Deutschland doch halbwegs normale Verhältnisse bei den Zinsen und den konservativen Anlageformen. Es ist natürlich schon verrückt wenn Banken in Griechenland Zinsen bekommen die ein hohes Risiko kompensieren sollen, diese Risiken aber gar nicht bestehen, da vom deutschen Steuerzahler abgesichert. Wenn dann Draghi einen Tsunami an Geld auslöst, damit Länder wie Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich vor dem sicheren Bankrott bewahrt werden, dann soll der dumme Michel die richtige Strategie für seine Alterversorgung finden. Die Deutsche Bank wird zu 2,5 Mrd. $ Strafe verurteilt wegen Marktmanipulationen und den für die Bereiche verantwortlichen Herren passiert nichts. Die gesamten Aktienkurse, Preise für Rohstoffe, Gold und Silber werden manipuliert, aber schuld ist Tante Erna weil sie noch immer ihrer Sparkasse traut. Der Author sollte sich einmal den wirklichen Problemen zuwenden und die Skandale aufdecken und benennen. Glaubt denn einer dass sich die DAX Unternehmen in ein paar Monaten im Wert verdoppelt haben? Die Politiker haben die Raubtiere von der Leine gelassen und schaffen Sie nicht wieder einzufangen. Da liegt der Hase im Pfeffer, nicht beim dummen Onkel Fritz.

    • Da findet durch die aktuelle EZB-Politik ("Fluten der Finanz-Märkte mit frischem Geld") die größte Umverteilung bei Sparern und Rentnern seit der Währungsreform von 1948 statt, und die Wirtschaft und wirtschaftsnahe Politikkreise warnen: aber nicht vor einer Verarmung von Sparern und Rentnern, sondern vor "weiteren" Belastungen der Wirtschaft (Mindestlohn, Beseitigung von Rentenungerechtigkeiten, Frauenquote, Mietpreisbremse ...). Aber: "Die deutsche Wirtschaft wächst wie seit Jahren nicht mehr!" Wie wäre es, mal die aktuellen Entlastungen der Wirtschaft (geringere Finanzierungskosten, günstigere Exportbedingungen wegen EURO-Verfall, Steueroptimierung über Off Shore-Konstrukte ...) und das weitere Pampern der Finanzwirtschaft zu loben.
      Verkehrte Welt?
      Hört mal an, was Singer Songwriter Sigismund Ruestig dazu zu sagen bzw. zu singen hat:
      http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
      http://youtu.be/QGOx8I0COYg
      Viel Spaß beim Anhören!

      Man könnte das auch ganz anders ausdrücken:
      Die EURO-Rettungsschirme dienten und dienen in erster Linie dazu, die Verluste der Finanzbranche, die sich in EURO-Ländern wie Griechenland verzockt hatte, zu sozialisieren, d.h. den Steuerzahlern aufzubürden. Was ist das EURO-Rettungspaket demnach anderes als wieder einmal die Wirtschaft, insbesondere aber die Finanzbranche zu pampern, die doch eigentlich im Nachgang der Finanzkrise noch in großer Schuld gegenüber den Staaten und deren Steuerzahler steht. Und die Wohlhabenden werden u.a. auch durch die EURO-Rettungspolitik weiterhin noch reicher. Wie lange wollen wir uns das noch gefallen lassen? Haben denn unsere Volkswirte keine anderen Methoden in petto, als immer wieder Programme zulasten der Mittelschicht und der Geringverdiener, Unvermögenden, Rentner vorzuschlagen? Insofern ist Piketty immerhin ein Lichtblick!

    • Man wird leider das Gefühl nicht los, das die in der Verantwortung stehenden Politikerinnen und Politiker, nach der Maßgabe handeln, mir geht es gut, was interessiert mich die nächste Generation.
      Die Generationengerechtigkeit bleib vollständig auf der Strecke. Damit es nicht zur Altersarmut kommt, plädieren unsere Politiker für eine Rente nach der Formel:
      staatliche Rente, Eigenvorsorge und Betriebsrente.
      1. die staatliche Rente wird selbst bei gutem Verdienst sehr gering ausfallen und wird zudem noch besteuert.
      2. Eigenvorsorge können viele Arbeitnehmer aufgrund ihres jetzt schon geringen Verdienstes nicht vornehmen.
      3. In den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es keine Betriebsrente.
      Und jetzt noch das Dilemma, das mit Spareinlagen keine Zinsen mehr erwirtschaftet werden.
      Wissen unsere gut versorgten Politiker überhaupt was sie tun und wovon sie reden?



    • Tja, ein guter Teil der Deutschen ist nunmal dämlich. Es gibt ja sogar noch welche, die SPD und GrünInnen wählen. Und viele andere glauben tatsächlich, dass Mutti Merkel im Interesse Deutschlands handelt. Das sagt doch alles, oder?

    • Alles reine Panikmache. So lange Zins u. Inflationsrate in etwa kongruent sind ... cool bleiben u. nicht der Renditegier verfallen. Lieber auf ein paar Tausend Zinsen verzichten, hauptsache sichere Anlage.

    • Ich glaube, viele Deutsche haben die Gefahr schon erkannt, aber das, was vom Autor als Alternative angeboten wird, ist gar keine Alternative und mindestens genauso gefährlich. Der künstlich aufgrund der beispielslosen Liquiditätsspritzen aufgeblähte Immobilien und Aktienmarkt sicher nicht. Wenn die benzingetränkten Strohballen erstmal weggebrannt sind, kommt das böse Erwachen

    • »… auf dem bisherigen Kurs der deutschen Altersvorsorgepolitik liegt.«

      …als ob es die jemals gegeben hätte. Es wurde doch immer nur nach Gutsherrenart entschieden. [...] Schäuble kommt mir immer mehr vor wie Käpt'n Ahab.

      Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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