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Der Anlagestratege Die perfekte Welle

Eine gigantische Welle von Übernahmen heizt aktuell Aktienmärkte an. Alle möglichen Vorstände, Banken und Berater machen ein gutes Geschäft. Ob die Aktieninhaber auch profitieren werden ist fraglich.
  • Christoph Bruns
18.09.2014 - 14:40 Uhr Kommentieren
Anlagestratege-Kolumne von Christoph Bruns
Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Eine gigantische Übernahmewelle ist derzeit an der Wallstreet und zum Teil auch in Europa und Asien im Gange. Inbev Anheuser Busch will SAB Miller übernehmen, während das Übernahmeobjekt seinerseits Heineken kaufen möchte.

Microsoft kauft den schwedischen Videospieleanbieter Mojang, Holcim schluckt Lafarge, Vodafone übernimmt Kabel Deutschland, Dollar General bietet für Family Dollar, nachdem Dollar Tree bereits den Zuschlag erhalten hat. Facebook verleibt sich WhatsApp ein, McKesson erwirbt Celesio, Signet kauft Zale, Yahoo schnappt sich Tumblr, ZF aus Friedrichshafen am Bodensee schluckt den amerikanischen Automobilzulieferer TRW. Vor Wochen gab es einen Übernahmewettbewerb um Alsthom in Frankreich und Infinion übernimmt International Rectifier, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Genau besehen vergeht seit Monaten kein Tag, an dem nicht eine Milliarden schwere Übernahme gemeldet wird. Vom Übernahmefieber bleibt kein Wirtschaftssektor ausgespart, egal ob es sich um Übernahmeziele im Einzelhandelsbereich, im Ölservice Sektor, im Medienbereich, im Gesundheitswesen oder bei Industrieunternehmen handelt.

Laut Bloomberg hat es weltweit seit dem Jahresanfang bereits 22.528 Firmenübernahmen gegeben, wobei nahezu die Hälfte des gesamten weltweiten Transaktionswertes auf Nordamerika entfällt. Dort betrug der Wert der übernommenen Gesellschaften seit Jahresanfang mehr als 1.500.000.000 US-Dollar. Das sind knapp 1,2 Billionen Euro. Allein in den letzten 30 Tagen wurde ein Übernahmevolumen von knapp 285 Milliarden US-Dollar registriert.

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    Angetrieben von den ultraniedrigen Zinsen, die uns nach der gestrigen Aussage von Fed-Notenbankchefin Janet Yellen noch eine Weile erhalten bleiben, nehmen viele Unternehmen die Gelegenheit wahr, Wachstumsmöglichkeiten durch Akquisitionen zu erschließen. Bei der Brautschau herrscht hektische Betriebsamkeit, die Berater reiben sich die Hände.

    Dabei lassen sich die meisten Unternehmen von der Auffassung leiten, dass die Zeit negativer Realzinsen nicht für alle Ewigkeit Bestand haben wird. Vielmehr ist man der Auffassung, jetzt durch langfristige niedrig verzinsliche Verschuldung die Saat für künftiges Gewinnwachstum, gemessen am Gewinn pro Aktie, zu legen. Etwas erstaunlich ist aber, dass Europa an dieser Übernahmewelle weniger stark beteiligt ist, wenngleich doch die Zinsen in den Euro Staaten erstens noch niedriger liegen und zweitens noch längere Zeit auf Tiefständen verharren werden, als in den Vereinigten Staaten.

    Berater reiben sich die Hände
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