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Der Anlagestratege Ein abgekartetes Spiel

Nach Griechenland-Rettung, Zins-Spekulationen und dem Crash in China zählen an der Börse wieder Fakten. Die Quartalszahlen kamen bei Investoren gut an, was allerdings auch nicht überrascht.
30.07.2015 - 12:23 Uhr Kommentieren
Anlagestratege-Kolumne von Christoph Bruns
Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Nachdem die Börsen seit April eine Korrekturbewegung durchschritten haben, richtet sich derzeit die Aufmerksamkeit der Anleger auf die Quartalsberichtssaison der Unternehmen. Damit gerät die Leitzinserhöhungsgefahr in den Vereinigten Staaten zunächst in den Hintergrund, nachdem dieses Thema im Frühjahr ein kleines Minibeben ausgelöst hatte. Weitgehend abgehakt ist inzwischen auch die Griechenland-Rettung, die noch vor Wochen permanent in aller Munde war.

Nachdem aber beim Zins zunächst alles beim Alten geblieben ist und Hellas abermals durch neue Kredite gegen Reformzusagen einige Jahre gewonnen hat, können sich die Investoren nun auf den Kern ihrer Analysen fokussieren: die Einschätzung der Profitabilität der Unternehmen.

Lediglich ein hitziges Störfeuer aus dem Reich der Mitte konnte die Konzentration auf die Zwischenberichte der Aktiengesellschaften kurzfristig übertönen. Immerhin scheinen die Finanzmärkte der westlichen Welt inzwischen realisiert zu haben, dass die chinesischen Inlandsbörsen eine dramatische Aufwärtsentwicklung hinter sich haben und nun eine überfällige Reaktion bekommen. Eher beunruhigend ist der Aktionismus der kommunistischen Regierung, die meint, mit dirigistischen Maßnahmen die Aktienmärkte von Shanghai und Shenzen beruhigen zu sollen. Das Gegenteil ist der Fall, denn staatlich beziehungsweise künstlich verordnete Ruhe an Aktienbörsen setzt den Marktmechanismus außer Kraft, der erforderlich ist, um faire Preise für die gehandelten Wertpapiere zu finden.

Trotz alledem stehen die Kursindizes des Weltleitmarktes USA nahe ihren Höchstständen, wenngleich der Dow Jones Mühe hat, einen Jahreszuwachs auszuweisen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgten zuletzt die Aktien aus dem Technologieindex Nasdaq, der seinerseits nahe seinem Höchststand notiert.

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    Zu den positivsten Überraschungen unter den großen Tech-Werten zählt im zweiten Quartal Google. Der Werbekonzern konnte sein Ergebnis nicht zuletzt aufgrund einer neuen Finanzvorsteherin, die deutlicher als zuvor auf die Kosten achtet, erheblich steigern. An der Börse wurden diese überraschend guten Zahlen mit heftigen Kursaufschlägen honoriert.

    Weniger Gut erging es dem alten Platzhirsch der Technologieindustrie, IBM. Big Blue musste abermals Umsatzrückgänge melden und konnte sich nur dank Aktienrückkäufen beim Gewinn pro Aktie achtbar schlagen. Bislang hat Warren Buffett, der bekannte amerikanische Investor, mit seiner „Berkshire Hathaway“ noch keine rechte Freude an seinem IBM-Investment.

    Schwierig sind die Ergebnisse der Industriekonzerne
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