Bruns Breitseite Leitkultur USA

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Amerika der Leitwolf für die Staaten des Westens. Warum die Europäer der starken Amerikanisierungstendenz wenig entgegen zu setzen haben.
  • Christoph Bruns
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Anlagestratege-Kolumne von Christoph Bruns
Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen, die in den USA ihren Ausgangspunkt haben, pflegen sich mit einer Verzögerung von fünf bis 15 Jahren auch in Deutschland Bahn zu brechen. Man braucht nur an die Anglizismen in der deutschen Sprache oder die Formate der Medien zu denken, um diesen Befund bestätigt zu finden. Auf mehreren Gebieten haben die amerikanischen Trends sehr weitreichende Auswirkungen für Deutschland. Hier sind unter anderem Bildung, Gesundheits- und Altersvorsorge sowie private Sicherheit zu nennen.

Jedermann weiß, dass die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen einer Übernahme des amerikanischen Ausbildungsmodells entspricht. Die Benennung von Elite-Universitäten zielt zugleich auf die Kopie des amerikanischen „Ivy League“ Club-Systems ab. Pro Hochschuljahr werden dort 40.000 bis 70.000 Dollar pro Student für Schuldgeld und Unterbringung erhoben.

Gleiche Amerikanisierungstendenzen gelten für die deutschen Schulsysteme. Haupt- und Realschulen dürften über kurz oder lang abgeschafft und durch Gesamtschulsysteme ersetzt werden, so wie in den USA. Möglicherweise werden die Gesamtschulen dann unter dem Namen Gymnasium  firmieren. Die Verkürzung und Entwertung des Abiturs war ein bewusster Schritt der Angleichung an die amerikanischen Verhältnisse. Wohlhabende Eltern werden jedoch ihre Kinder immer öfter auf Privatschulen schicken.

Nicht anders ist es in der Gesundheits- und Altersvorsorge. Die Schlagworte „Zweiklassenmedizin“ und „private Altersvorsorge“ sind mittlerweile geläufig. Im Kern läuft es darauf hinaus, dass es eine knappe öffentliche Grundversorgung gibt. Wer besser behandelt werden will oder einen höheren Lebensstandard im Alter anstrebt, muss dies privat finanzieren.

Der große Einfluss ist ein Verdienst
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34 Kommentare zu "Bruns Breitseite: Leitkultur USA"

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  • Da hat wohl jemand aus Versehen den Nagel auf den Kopf getroffen: der Euro ist in der Tat ähnlich erfolgreich wie Galileo. Nämlich ein geradezu groteskes Dessaster, dass verdeutlicht, wie sehr die europäischen Kompetenzen beschädigt werden, wenn sie durch Brüssel koordiniert werden.

  • @Fredi,
    Ich glaube nicht, das die USA am Ende sind, sie verwechseln deren Systemnachteile mit der grundsätzlichen Funktionalität.
    Der Wechsel in die USA erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, habe gerade wieder im Bekanntenkreis so einen Fall. Man darf die Folgen für die nicht alimentierten Unterschichten nicht auf alles übertragen.
    Unsere Schutzsysteme haben auch gravierende Nachteile, die fördern massiv Dummheit. für Ingenieure und andere Fachleute sind die USA nach wie vor deutlich attraktiver als Deutschland, sowohl hinsichtlich des Einkommens, als auch der sozialen Athmosphäre.
    Die USA werden sich letztlich schneller und nachhaltiger aus der jetzigen Krise lösen, als wir das können. Schon allein weil sie nach wie vor mehr Ressourcen haben in jeder Hinsicht.

    H.

  • @maikel,

    nein die USA werden unser System nicht übernehmen, es sei denn sie verstehen darunter das was wir gerade daraus machen, einen Mindestschutz auf immer niedrigerem Niveau.

    H.

  • Ach Fredi,
    die Amerikaner haben doch nur Europa abgelöst, die Methoden sind nicht neu und jede Weltmacht ist gezwungen sie anzuwenden. Und zwar sowohl richtig als auch im Irrtum. So ist das nun mal.
    Aktuell haben die Amerikaner Probleme, weil sie sich übernommen haben, das ändert aber nichts daran, dass sie seit 1945 die westliche Innovation angeführt haben und sogar in der Krise noch anführen.
    Ob das so bleibt, ist kaum vorhersagbar. sicher ist, dass jede Verschlechterung bei den Amis bedeutet, das es uns entsprechend noch schlechter geht. Denn ohne die Amis läuft bei uns noch weniger.

    H.

  • In den USA diktieren die nackten Tatsachen die Politik und diesem Realismus kann sich auf Dauer niemand entziehen. Deshalb kommt alles und jedes in der Regel nach zehn Jahren auch zu uns.

  • Es würde mir reichen wenn unsere deutsche Politik nur eins aus Amerika übernehmen würde: America first! Bei uns heißt es dagegen: Deutschland zuletzt!

    Man kann die USA umfänglich kritisieren, aber der ursprüngliche Geist der Freiheit ist dort noch vorhanden. Hier in Europa herrschen seit 200 Jahren nur noch kollektivistische Zwangsideologien. Ob links oder rechts rum gedreht ist irrelevant.

  • Ich lese normal die Kommentare beim HB nicht mehr,da dort immer mehr Ideologen schreiben und ausserdem immer die gleichen Leute ihr "Wissen" zum Besten geben.
    Was Herr Bruns hier schreibt ,muss aber differenziert werden.
    Das US Bildungssystem ist nach vielen Kommentatoren broke.
    Es zaehlt nur das Geld und die Schueler in den Innenstaedten und auf dem Land bleiben aussen vor.Das gilt auch fuer die neueste Masche die Charterschulen.
    Mit dem Highschooldiploma koennen sie sich den "Arsch" auswischen.
    Die Differenz zwischen den Eliteunis und den kleineren Statecolleges ist riesig und mit einem Diplom von einer "Landuni" landen sie mit Sicherheit keinen guten Job.
    Das Militaer ist wie in der Ex SU ein wichtiger Wirtschaftsfaktor,der nicht vergessen werden darf.
    Bei Boeing arbeiten viele Leute in der Ruestung .
    Die Herren im Militaer moechten natuerlich ihre Spielzeuge auch mal ausprobieren und das Sendungsbewusstsein der USA ist ungebrochen.
    Ich erinnere hier an Syrien und Senator McCain,der es ja nach Vietnam wissen muesste.
    Weiterhin sind die meisten europaeischen Sprachen nicht mehr Weltsprachen und man braucht in Wissenschaft und Wirtschaft fundierte Kenntnisse in der englischen Sprache.
    Die USA haben maechtige interne Probleme ,die leider im Land zu wenig angegangen werden und durch den allgegenwaertigen Hype scheinbar ueberdeckt werden.
    Die gehen aber nicht von selbst weg und der schnelle Fix ist unmoeglich.
    Erst wenn die US Buerger wieder gemeinsame Ziele haben,und nicht nur Geld und Ruhm nachlaufen,wird sich hier etwas aendern.
    Wie das so hier weitergeht wissen die Goetter!

  • Vietnam wurde überfallen. Lagen Sie während des Geschichtsunterrichts im Koma oder ist das der Einfluss der Zonen- Propaganda dem Sie als Kind unterlagen? Wohl nicht verschmerzt, dass der kalte Krieg vom Westen gewonnen wurde?

  • Zu den "gated" Communities wird uns alleine die Politik der EU führen. Weil wir mittlerweile jedes MAFIA- Land in die EU aufnehmen, dass seine Verbrecher dann zum plündern nach Deutschland schickt. Die deutsche Politik verfolgt schon lange nicht mehr die Interessen des deutschen Volkes.

  • Habe selten solchen Unsinn gelesen.

    Befindet er sich auf einer "spirituellen Reise" ? Hoffentlich kommt er noch an...

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