Bruns Breitseite Standortfaktor Steuern

Was tun gegen Steuerhinterziehung? Wie können Anleger entlastet werden? Wie bleibt Deutschland konkurrenzfähig? Rund um die Steuergesetze sind aktuell viele Fragen offen. Die Parteien müssen jetzt Farbe bekennen.
  • Christoph Bruns
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Anlagestratege-Kolumne von Christoph Bruns
Der Anlagestratege

Christoph Bruns ist Fondsmanager, Inhaber der Fondsgesellschaft LOYS AG und Kolumnist für Handelsblatt Online.

Die Bundesrepublik befindet sich inmitten einer Steuerdebatte. Da nahezu alle Bürger von der Steuergesetzgebung mehr oder weniger direkt betroffen sind, ist eine Diskussion über die Besteuerung und die Staatsfinanzen vor anstehenden Bundestagswahlen begrüßenswert.

Für die Parteien besteht in dieser Debatte die Möglichkeit, Farbe zu bekennen. Von dieser Gelegenheit haben die Grünen bereits Gebrauch gemacht, was an sich löblich ist. Bemerkenswert ist obendrein, dass die Grünen für den Fall einer Regierungsübernahme kräftige Steuererhöhungen angekündigt haben.

Wenn man die Historie deutscher Wahlkämpfe zum Maßstab nimmt, dann dürfte die Steuerdebatte überwiegend um die Frage der sogenannten sozialen Gerechtigkeit kreisen. Dabei wären zusätzlich ganz andere Fragen dringend zu klären.

Wie steht es etwa mit den Standortbedingungen Deutschlands im internationalen Steuerwettbewerb? Welchen Einfluss haben Steuern auf die gewünschte Zuwanderung qualifizierter junger Menschen aus dem Ausland? Wie muss das Steuersystem verändert werden, damit die Anreize zur Steuerhinterziehung geringer werden? Was kann auf dem Gebiet der Steuern getan werden, um Deutschlands Kinderarmut entgegen zu wirken?

Wie sollte die Steuerpolitik bei Kapitalanlagen gestaltet werden, damit in Deutschland nicht überwiegend renditeschwache, risikoreiche und staatsgeförderte Anlagen dominieren? Lässt sich die Eigenkapitalfinanzierung künftig der Fremdkapitalfinanzierung steuerlich gleichstellen um etwa Insolvenzgefahren bei Banken und anderen Industrien zu reduzieren?

Könnte das Steuersystem so gestaltet werden, dass stärkere Wachstumsimpulse von ihm ausgehen? Wie kann das Steuersystem deutlich vereinfacht werden? Welche Bagatellsteuern können ersatzlos gestrichen werden?

Vergesst die Mehrwertsteuer nicht!
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6 Kommentare zu "Bruns Breitseite: Standortfaktor Steuern"

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  • Die Hälfte an den Staat? Das ist ja wohl nur die halbe Wahrheit. Der Staat kassiert mittlerweile zwischen 70 und 80% eines verdienten Euros, wenn man neben der Lohnsteuer auch die Zwangsabgaben (=Steuer) an die Sozialversicherungen einbezieht und die ganzen indirekten Steuern mitberücksichtigt. Nicht vergessen darf man auch, daß der sogenannte Bruttolohn auf dem Gehaltszettel keineswegs das tatsächliche Bruttogehalt darstellt sondern nur der Verschleierung der wahren Abgabenhöhe dient. Sähen nämlich die Arbeitnehmer das wahre Brutto (= Kosten des Arbeitgebers), würde er vermutlich sofort revoltieren oder die Arbeit niederlegen.
    Diese Abgabenhöhe ist einfach jenseits von Gut und Böse. Sie unterbindet jeden Vermögensaufbau für normale Verdiener, was letztendlich zur Altersarmut führt bzw. führen wird.
    Wer da die Steuern zusätzlich erhöhen möchte und in diesem Zusammenhang auch noch von sozialer Gerechtigkeit faselt, der gehört in die Klapsmühle.

    Frankreich wird übrigens als erstes Land feststellen müssen, daß eine Staatsquote von 70% den Untergang bedeutet. Wenn dort der letzte Unternehmer vernichtet, der letzte Reiche vertrieben worden ist, werden die Franzosen feststellen, daß irgendjemand die Arbeitsplätze bereitstellen muß, den sie alle haben möchten. Der Staat ist dazu nämlich nicht in der Lage.

  • Steuererhöhungen haben nur noch einen Zweck: Unbequemlichkeiten für die Politiker und ihrer Seilschaften zu verhindern und ihre komfortable Alimentierung zu erhalten.
    Das übliche Geschwätz von sozialer Umverteilung hat nur Alibi Charakter und ist letztlich nur unehrliche Heuchelei.

    H.

  • Im vergangenen Jahr war das Steueraufkommen so hoch wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. - Und unsere Politiker kommen mit dem Geld nicht klar. De facto ist ein Zustand erreicht, wo sich der Bürger fragt, wofür denn eigentlich noch mehr Steuern und als Souverän nach den Ausgabeposten fragen muß. Nicht zuletzt kennen wir aus eigener Erfahrung das Phänomen, dass bei immer höherem Einkommen wie selbstverständlich neue Ausgaben auftreten, ohne dass man Sinn und Wirksamtkeit früherer Ausgaben, die man munter weiterbedient, hinterfragt. Es ist ja da... Besagter Leviathan ist geboren. Mehr noch - die Frage nach Zweck und Sinn der Ausgaben sind sogar Pflicht des mündigen Bürgers. Ansonsten ist eine Situation wie bei unseren südlichen Nachbarn möglich, wo wir uns ja so erhaben fragen, wie man diesen Schlendrian eigentlich zulassen konnte. Als wären wir so viel besser... Na eben genau so.

  • Das Problem besteht doch darin, dass diejenigen, welche die Enteignungspläne erstellen, selbst nicht davon betroffen sind. Die Grünen sind die Partei des Öffentlichen Dienstes und des Beamtentums. Es ist doch kein Zufall, dass es ab 60 TEUR Jahresbruttoeinkommen zu drastischen Steuererhöhungen kommen soll. Die übliche Beamtenbesoldung liegt zwischen 50 und 60 TEUR. Dies wohlwissend, dass ein Beamtengehalt von 50 TEUR ungefähr äquivalent zu einem Gehalt von 85 TEUR in der Privatwirtschaft ist. Auch die deutlich höhere Besteuerung von Kapitalerträgen betrifft in erster Linie diejenigen, die selbst für ihre Alter vorsorgen müssen, also Selbständige und Angestellte in der Privatwirtschaft.
    Um zu einer rationaleren Politik in Deutschland zu kommen, brauchen wir zunächst einmal eine Beamtenquote in unseren Parlarmenten. Mehr als 10% Beamte als Politiker sind eigentlich unterträglich. Weiterhin sollte das Berufsbild des Politikers abgeschafft werden. Es ist für mich auch unterträglich, dass wir inzwischen so viele Politiker haben, die noch nie einen richtigen Beruf ausgeübt haben und daher die Realität überhaupt nicht kennen. Daher sollte die Amtszeit von Politikern auf max. 3 Legislaturperioden begrenzt werden. Danach müssten sich diese Leute wieder um einen richtigen Job bemühen. Meinetwegen kann es für den Aufwand eine kleine Betriebsrente zusätzlich zu den im Arbeitsleben erworbenen Rentenansprüchen geben. Aber generell sollten alle Politiker und Beamte sich auch um ihre Altervorsorge kümmern müssen. Dann gäbe es diesen Steuerirrsinn nicht mehr.

  • Und warum kommt kein deutscher Politiker auf die Idee, Deutschland zum Steuerparadies zu machen?
    Dann kommen die Fachkräfte, die Investoren, die Kapitalflucht hört auf, unsere Spitzensportler bleiben hier, ALLES WIRD GUT!
    Es wär

  • Es geht auch anders...

    In der Schweiz liegen die Steuersätze bei etwa 1/3 - 1/2 der Deutschen Steuersätze. Ein Arbeitnehmer mit Familie mit ca. 100000€ Einkommen im Jahr kann über etwa 80% seines Lohnes selbst bestimmen.

    Es gibt eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur und luxuriöse Sozialleistungen.

    In der Konsequenz ist Schwarzarbeit selten, Steuervermeidung für die meisten Privatpersonen kein Thema. Unternehmen wählen häufig einen Unternehmenssitz in steuergünstigen Gemeinden.

    Der Haputgrund liegt im politischen System der in Deutschland das wachsen eines ökosozialistischen Komplexes begünstigt hat der sich wie ein nimmersatter Bandwurm vergrössert und die Gesellschaft zu erdrücken droht. Es ist eine mangelnde Identifikation mit dem Staat der es Fr. M. erlaubt mit hunderten-Mrd. € überschuldete Staaten Südeuropas zu alimentieren, Kernkraftwerke zu enteignen, Subventionsversprechen in 3-stelliger Milliardenhöhe für "Erneuerbare Energien" zu verteilen.

    Letztlich ist es die Einstellung der Menschen in Deutschland wo man mit Freude extreme Steuern bezahlt um die Welt zu retten.

    Vandale

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