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Absenkung der Meldegrenze Berlin bremst Hedge-Fonds

Die Bundesregierung macht Ernst mit dem Schutz von börsennotierten Unternehmen vor den Attacken von Hedge-Fonds. Großinvestoren müssen sich künftig weit früher zu erkennen geben als bisher. Das ist aber nur ein Teil der Maßnahmen.
  • Christian Potthoff

FRANKFURT. Ab 2007 müssen Aktionäre nach den Plänen Berlins bereits Beteiligungen ab 3 Prozent an einem Konzern anzeigen. Bisher lag die Schwelle bei fünf Prozent. „Wir wollen es erschweren, dass sich Investoren mit feindlichen Absichten im Dunkeln größere Positionen aufbauen“, hieß es in Regierungskreisen. Die Neuregelung soll am heutigen Mittwoch gemeinsam mit dem Gesetz zur Umsetzung der europäischen Transparenzrichtlinie vorgestellt werden.

Derzeit müssen Investoren in Deutschland ihre Beteiligungen an Unternehmen dann veröffentlichen, wenn sie 5, 10, 25, 50 und 75 Prozent überschreiten. Auf Grund der EU-Transparenzrichtlinie, die am 20. Januar nächsten Jahres in Kraft treten soll, werden europaweit als weitere Meldeschwellen 15, 20 und 30 Prozent eingeführt. Darüber hinaus erlaubt die EU auch eine noch geringere Meldeschwelle. Davon will die Bundesregierung mit der Drei-Prozent-Regel nun Gebrauch machen. In den meisten EU-Ländern gilt eine Schwelle von 5 Prozent. Ganz allein steht Deutschland mit der Verschärfung aber nicht. In Großbritannien müssen Investoren den Kauf jedes weiteren Prozentpunkts melden, sobald sie die Drei-Prozent-Hürde erreicht haben.

Auslöser für die Verschärfung der Meldepflicht waren die Vorfälle bei der Deutschen Börse im vergangenen Jahr. Eine Gruppe von Hedge-Fonds um TCI, die sich zunächst unerkannt eingekauft hatten, torpedierten die Pläne zur Übernahme der Londoner Börse und drängten Börsenchef Werner Seifert sowie Aufsichtsratschef Rolf Breuer aus dem Amt. Dieser Vorfall hatte bei vielen Vorständen die Alarmglocken schrillen lassen.

Der damalige SPD-Chef Franz Müntefering warf sogar den Begriff der „Heuschrecke“ in die Diskussion – eine solche Wortwahl würden die meisten Firmenchefs weit von sich weisen. Aber die Sorge, dass das eigene Unternehmen attackiert werden könnte, ist weit verbreitet. Unliebsame Erfahrungen machte diesbezüglich etwa der Maschinenbauer IWKA mit dem Hedge-Fonds Investors Guy Wyser-Pratte. Auch Dax-Werte wie Linde, Adidas oder selbst Daimler-Chrysler gelten als potenzielle Ziele von Hedge-Fonds-Attacken. Als gefährdet werden insbesondere Firmen eingestuft, die wie die Deutsche Börse keinen Großaktionär im Rücken haben.

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