ACI-Insolvenz Anleger von Dubai-Fonds zittern um ihr Geld

Der Gütersloher Finanzkonzern Alternative Capital Investment will für einen seiner Dubai-Fonds noch in dieser Woche Insolvenz anmelden. Laut Experten wird das nicht die einzige Fonds-Pleite der Gesellschaft bleiben.
  • Sonia Shinde
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Der Dubai-Fonds wurde aufgelegt um Hochhäuser im Wüstenstaat zu bauen. Quelle: dpa

Der Dubai-Fonds wurde aufgelegt um Hochhäuser im Wüstenstaat zu bauen.

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FRANKFURT. Schlechte Nachrichten für rund 1 800 Anleger des Gütersloher Fondsanbieters Alternative Capital Investment (ACI). Statt in Reichtum und Rendite in Dubai zu investieren, haben sie wohl rund 19 Mio. Euro in den Sand gesetzt. Denn der ACI III Fonds ist pleite. Das geht aus einem Schreiben an die Anleger hervor, in dem ACI einen Insolvenzantrag noch für diese Woche ankündigt. Die Gesellschaft sei "nicht nur überschuldet" sondern auch "drohend bzw. zahlungsunfähig", heißt es kryptisch in dem Brief. Laut Bilanz wies der Fonds zum Dezember 2009 einen Verlust von 37,7 Mio. Euro aus.

"Nach meinen Erkenntnissen wird das nicht die einzige Fondspleite von ACI bleiben", sagt der Siegburger Rechtsanwalt Hartmut Göddecke. Er sieht weitere Fonds in "Existenznöten". Insgesamt hatte ACI sieben Dubai-Fonds aufgelegt. Rund 210 Mio. Euro hatten die Gütersloher laut Analysehaus Feri dafür eingesammelt, um Hochhäuser im Wüstenstaat zu bauen. Rund 6 000 Anleger vertrauten auf den Marktführer, der mit Sportgrößen wie Boris Becker, Michael Schumacher und Niki Lauda warb. Jetzt zittert so mancher um sein Geld.

Denn inzwischen interessiert sich auch die Staatsanwaltschaft Bielefeld für ACI. Sie ermittelt gegen ACI-Gründer Hanns-Uwe Lohmann und seinen Sohn Robin, der die Geschäfte in Dubai führt, wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug und Untreue. Ende Juni durchsuchte die Beamten die ACI-Büros im Stadtzentrum von Gütersloh.

Ein Netz aus Intrigen vermutet Lohmann senior hinter den Vorwürfen. Er und sein Sohn hätten sich nichts zuschulden kommen lassen, beteuert er in einer Stellungnahme.

Auf Anfrage des Handelsblattes räumte das Unternehmen die bevorstehende Insolvenz des ACI-III-Fonds ein. Dafür verantwortlich seien aber die stark eingebrochenen Immobilienpreise in Dubai im Zuge der Finanzkrise sowie Infrastrukturprobleme im Emirat.

Gegen Robin Lohmann sollen mittlerweile auch die Behörden in Dubai ermitteln, heißt es in Finanzkreisen. Bisher war der Mitdreißiger vor allem durch seinen Hang zum Luxus aufgefallen. Zu seinem Fuhrpark gehöre unter anderem ein "aufgemotzter Maybach." Neupreis etwa 400 000 Euro.

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5 Kommentare zu "ACI-Insolvenz: Anleger von Dubai-Fonds zittern um ihr Geld"

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  • Verstehe die Menschen garnicht.
    Gibt doch Top bankiers und gute Vermögensverwalter die das Geld in Top Anlageklassen anlegen,wo auch transparenz zusehen ist
    Warum legt ihr euer Geld in Anlagen die man nicht versteht.

  • Amüsant und irrelevant!

  • Das Problem „Dubai“ gibt es eigentlich schon immer, wurde aber durch die Finanzkrise erst public.

    Mitten in der Wüste wurde ein Wolkenkratzer nach dem anderen gebaut. Kompletter Leerstand, bzw. nur ein bruchteil „vermietet“, diese Tatsachen wurden in keinem Prospekt offenbart. Gigantische Unterhaltskosten, nicht mit büroimmobilien in D zu vergleichen.

    Welche ausländische Firma lagert die „Verwaltung“ in die glühende Wüste aus, in ein Land, wo das Mittelalter schon als Fortschritt gilt? Nicht nur ein Dubai-Problem.

    Die einzige Stadt, die in der Wüste sehr gut existiert ist Las Vegas. Auf meiner USA-Reise hatte ich mir sogar einen persönlichen Eindruck davon verschafft. Eine reine Touristenstadt mit unendlichen Spielcasinos. Tagsüber schlafen alle, nachts ist dort die Hölle los. Eine Faszination, der man sich schlecht entziehen kann.

    Aber Dubai? Tourismus? Spielcasinos? Na ja, ich glaube, da würde man jeden Tag gleich mehrere Dutzend besucher steinigen. Die Mentalität kann man auch nicht durch Erdölvorkommen kompensieren, die in Kürze auch noch versiegen, die Armen.

    Dubai-immobilien, nicht mehr als eine Fata-Morgana.

  • Mit "Staat beschei ... " können nur dumme Habenichtse argumentieren.
    Diese "Steuergeschenke" muß ich spätestens, wenn es Ausschüttungen aus den Fonds gibt, zurückgeben. ich muß sie nämlich versteuern!

    Solarzellen kann ich auch recykeln, denn die Problemelemente wurden vor der Zellproduktion ja auch gewonnen und gereinigt. Soweit ich weiß, ist das noch kein Sondermüll, und ob es mal so eingestuft wird, glaube ich nicht.

  • Kein Mitleid mit investoren und Zockern, die nur auf die schnelle Mark und Steuergeschenke aus sind. Den geschieht es ganz Recht, wenn sie die Risiken bei geschlossenen Fonds missachten. Glückwunsch auch an jene, die sich oberschlau an geschlossene Fonds in den bereichen immobilien, Schiffsbau, Container, tropischen Hölzern und Filmfonds beteiligen, um ja irgendwie den Staat zu bescheisen. ich bin schon mal gespannt auf das Gejammere, wenn sich alle top subventionierten Solarfarmen und Solarzellen auf den deutschen Dächern als kostenintensive Entsorgung von Sondermüll in 5-10 Jahren entpuppen.

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