Allianz-Chef Pimco soll keine „One-Man-Show“ mehr sein

Pimco hat für seinen Gründer Bill Gross ganze sechs Stellvertreter ernennt. Allianz-Chef Diekmann will diese „One-Man-Show“ nun zurechtstutzen. Der Abgang von Vorstandschef El-Erian soll der erste Schritt sein.
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Pimco-Zentrale in Newport Beach: US-Kleinanleger zogen 2013 viel Kapital ab. Quelle: Reuters

Pimco-Zentrale in Newport Beach: US-Kleinanleger zogen 2013 viel Kapital ab.

(Foto: Reuters)

MünchenDie Allianz will die Abhängigkeit ihres US-Vermögensverwalters Pimco von dessen Gründer Bill Gross und seinem riesigen Anleihefonds reduzieren. Man müsse sich fragen: „Ist es eine One-Man-Show Bill Gross oder mehr?“, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München. Pimco habe mit der Ernennung von sechs Stellvertretern für den 69 Jahre alten Chief Investment Officer eine Antwort darauf gegeben. Die Umstrukturierung in der Führung nach dem abrupten Abschied von Pimco-Vorstandschef Mohamed El-Erian im Januar sei als Schritt zur Verbreiterung der Entscheidungs-Basis für Pimco zu sehen.

Diekmann hatte moniert, dass der Ausbau des Geschäfts mit Aktienfonds zu langsam gehe. Pimco ist traditionell vor allem für seine Anleihefonds bekannt, Gross managt mit dem lange erfolgsverwöhnten Total Return Fund den weltweit größten Fixed-Income-Fonds überhaupt. Dieser leidet aber unter massiven Mittelabflüssen.

Vor allem US-Kleinanleger zogen im vergangenen Jahr 61 Milliarden Euro aus den traditionellen Pimco-Fonds ab. 41 Milliarden Euro Zuflüsse in "nicht-traditionelle" Produkte konnten das nicht wettmachen. Allein im vierten Quartal verlor Pimco fast 36 Milliarden Euro. "Man darf sich nicht zu oft leisten, dass man da in der Performance nicht mithalten kann", sagte Diekmann. Gross hatte vor allem auf US-Staatsanleihen gesetzt und sich damit verspekuliert. Denn die Papiere gaben nach, weil Investoren auf eine Verringerung der milliardenschweren Anleihe-Käufe durch die US-Notenbank Fed setzten.

"Die Tapering-Diskussion und das tatsächliche Handeln der Fed werden es im ersten Halbjahr nicht einfach machen für den Total Return Fund", sagte der Allianz-Chef. Für 2014 hat der Münchener Versicherer nur noch einen operativen Gewinn von 2,5 bis 2,9 Milliarden Euro aus der Vermögensverwaltung eingeplant, zu dem neben Pimco auch die deutlich kleinere deutsche Allianz Global Investors gehört. 2013 waren es noch 3,2 Milliarden Euro.

Diekmann wies den Vorwurf zurück, der Münchener habe Pimco zu sehr an der langen Leine geführt. Der Konzern rede den Fonds-Managern nicht in ihre Anlagepolitik hinein. "Aber wir sind sehr aktiv in Fragen der Corporate Governance im Asset Management", betonte er. El-Erian fungiert künftig als "Chief Economic Advisor" für die Allianz. Dafür werde er etwa die Hälfte seiner Zeit aufwenden, sagte Diekmann.

  • rtr
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