Allianz-Tochter Pimco meldet höchsten Quartalsgewinn seit Abgang von Starinvestor Bill Gross

Der Anleiheinvestor meldet mehr als eine halbe Milliarde Gewinn im vierten Quartal – und soliden Zufluss an Kundengeldern.
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Ende 2017 verwaltete Pimco rund 1,8 Billionen Dollar an Kundengeldern. Quelle: Reuters
Pimco-Hauptquartier

Ende 2017 verwaltete Pimco rund 1,8 Billionen Dollar an Kundengeldern.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Allianz-Tochter Pimco schließt das Jahr 2017 mit starken Zahlen ab. Der renommierte Anleihe-Investor meldete am Freitag einen operativen Gewinn von 546 Millionen Euro für das vierte Quartal – das ist er höchste Wert seitdem Star-Investor Bill Gross das von ihm mitgegründete Unternehmen 2014 verließ.

Gross‘ turbulenter Abgang führte dazu, dass Investoren hunderte Milliarden Dollar an Kundengeldern aus den Pimco-Fonds abzogen, allen voran aus dem damaligen Flaggschiff-Fonds Total Return, den Gross selbst verwaltete und der zu Spitzenzeiten fast 300 Milliarden Dollar schwer war.

Doch Pimco kämpft sich zu alter Stärke zurück, was vor allem der neuen Führung zu verdanken ist. Der langjährige Pimco-Manager Dan Ivascyn wurde nach Gross zum Investment-Chef ernannt und hat die Investoren überzeugt. Der von ihm und Alfred Murata verwaltete Income Fund ist heute der größte Pimco-Fonds.

Insgesamt gilt das Bondhaus heute als deutlich ausgewogener aufgestellt als zu Gross‘ Zeiten, was Analysten begrüßen. Emmanuel Roman, der seit 2016 Vorstandschef bei Pimco ist, arbeitet beständig daran, die Kunden zurück zu bekommen. „Wir schneiden besser ab als passiv geführte Fonds, also kommen die Investoren zu uns“, sagte er im Dezember im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Im vierten Quartal verzeichnete Pimco Zuflüsse von 43 Milliarden Euro, im gesamten Jahr 2017 waren es 144 Milliarden Euro. „Wir sehen eine gute Mischung aus institutionellen Investoren und Kleinanlegern“, sagte Allianz-Finanzchef Giulio Terzariol am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Nicht nur die Höhe der Zuflüsse ist stark, sondern auch die Mischung.“ Die Gelder kämen vor allem aus Asien und den USA. Ende 2017 verwaltete Pimco rund 1,8 Billionen Dollar an Kundengeldern, rund 400 davon für die Allianz.

Die Ergebnisse seien „außerordentlich gut“, lobte Berenberg-Analyst Trevor Moss. Allerdings müsse sich zeigen, wie sich der Anleihe-Investor in einem Umfeld mit mehr Volatilität und steigenden Zinsen schlage. Doch das Unternehmen an sich sei in sehr guter Verfassung.

Terzariol gab sich am Freitag zuversichtlich. Einerseits sind gerade in Zeiten steigender Zinsen sind aktiv geführte Anleihefonds beliebt. Ohnehin gilt, dass passiv geführte Anleihefonds oft schlechter abschneiden als aktive. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Aktienwelt.

Pimcos starke Ergebnisse trugen auch zu einem Rekordjahr für die Vermögensverwaltungssparte der Allianz bei, zu der auch die Tochter Allianz Global Investors gehört. Der operative Gewinn stieg 2017 um knapp elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

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