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Alternative Anlagen Die Hedgefonds feiern ihr Comeback

Die Branche hat schwierige Jahre hinter sich. Doch trotz eines erneuten Verlusts haben sich Hedgefonds 2018 besser geschlagen als Aktienmärkte.
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Der Londoner Hedgefonds-Manager kann mit einer hohen Rendite überzeugen. Quelle: REX
Crispin Odey

Der Londoner Hedgefonds-Manager kann mit einer hohen Rendite überzeugen.

(Foto: REX)

Frankfurt Für notorische Schwarzseher waren die vergangenen Jahre an der Börse schwierig. Fast eine Dekade lang ging es bei Aktien nur aufwärts. Doch dann kam das Jahr 2018 und mit ihm die Zeit von Robin Crispin William Odey, den alle nur Crispin nennen.

Der Londoner Hedgefonds-Manager hatte lange konsequent auf das Ende des Bullenmarkts gewettet und lag dann zum Jahresende hin endlich goldrichtig. Der Flaggschiff-Fonds European Inc. von Crispin Odey erzielte 2018 einen Gewinn von gut 50 Prozent, wie Finanzkreise berichten. Dieses satte Plus steht einem Verlust von fast einem Fünftel im Deutschen Aktienindex in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber.

Der Hedgefonds Odey mag ein Extremfall sein – aber auch insgesamt schlugen sich die unregulierten Finanzfirmen vergangenes Jahr weitaus besser als die Aktienmärkte. Die Hedgefonds kommen im Schnitt auf einen Verlust von 4,07 Prozent, wie der Finanzdatenanbieter Hedge Fund Research (HFR) ausgerechnet hat.

Im an der Börse extrem verlustreichen Monat Dezember lag das Minus bei Hedgefonds bei 1,97 Prozent. Damit stehen die Profis der Branche weitaus besser da als der Dax, der Dividenden mit einschließt.

„Die bessere Renditeentwicklung im Dezember markiert einen Meilenstein in der Industrie. Der HFRI zeigt nicht nur die stärkste Outperformance bei massiven Verlusten bei Aktien in fast einem Jahrzehnt. Einzelne Strategien haben sogar Gewinne während des schlimmsten Kurseinbruchs seit Februar 2009 bei Dividendentiteln erzielt“, betonte Kenneth Heinz, Präsident von Hedge Fund Research. Er geht davon aus, dass neues Geld von der Hedgefonds-Branche angezogen wird, da die heftigen Kursschwankungen im laufenden Jahr anhalten würden.

Verblasster Ruf

Hedgefonds wetten auf steigende und fallende Aktienkurse, nutzen minimale Preisunterschiede an Handelsplätzen aus und versuchen, aus Fusionen einen Gewinn zu ziehen. Über Jahrzehnte galten sie als die Rockstars der Finanzcommunity. Hedgefonds vereinnahmten Milliarden und bewegten die Märkte mit Fabelrenditen.

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Doch in den vergangenen Jahren verblasste ihr Ruf zusehends. Zu hohe Gebühren, zu wenig leistungsorientiert, lauteten die Vorwürfe der Großanleger. Der kalifornische Pensionsfonds Calpers – einer der größten weltweit – warf Ende 2014 sogar die Hedgefonds komplett aus seinem Milliardenportfolio. Doch inzwischen hat sich die Branche wieder aufgerappelt. Nach den Zahlen von HFR erreicht das weltweit von 9 760 Hedgefonds verwaltete Vermögen mit 3,244 Billionen Dollar einen neuen Höchststand.

Hohe Gebühren

Neben Gewinner Odey haben auch so klangvolle Namen wie Ray Dalio mit dem weltgrößten Hedgefonds Bridgewater im vergangenen Jahr mit einer Rendite von fast 15 Prozent geglänzt. Gut dabei war auch der Chef des Hedgefonds Citadel, Ken Griffin, dessen Top-Fonds Wellington vergangenes Jahr über neun Prozent zulegen konnte, wie Hedgefonds-Kreise berichten. Griffin ist der bestbezahlte Hedgefonds-Manager der Welt und verdiente 274.000 Dollar in jeder einzelnen der 8760 Stunden, die das Jahr 2017 umfasste. Für 2018 steht eine weitere „Gehaltserhöhung“ an.

Hedgefonds kassieren in der Regel zwei Prozent an Managementprovision und zusätzlich noch einen Anteil von 20 Prozent am Gewinn. Über hohe Gebühren klagen viele Anleger, aber „die Guten können immer noch so hohe Gebühren verlangen, und es wird bezahlt“, sagt Ralf Koppay, Chefberater bei Hudson-Rhine Consulting in Genf.

Das wird dem Aktivisten Dan Loeb mit seinem Hedgefonds Third Point schwerer fallen. Der in Unternehmen wie den Nahrungsmittelkonzern Nestlé engagierte Amerikaner verlor im vergangenen Jahr elf Prozent, berichten Insider.

Vielleicht behält auf Dauer ohnehin die einflussreichste Frau in der Hedgefonds-Szene recht. Leda Braga, Chefin von Systematica, erwartet einen harten Ausleseprozess in der Branche. Am Ende sollen ein paar Hundert Hedgefonds übrig bleiben.

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